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Werkzeugmaschinenhersteller mit starkem zweiten Quartal – aber Sorgen wegen Chipmangel

DMG Mori schraubt Prognose hoch

Bielefeld

hristian Thönes, Vorstandsvorsitzender beim Werkzeugmaschinenhersteller DMG Mori AG, ist derzeit viele Stunden am Tag mit Krisenbewältigung beschäftigt. „In einem Drittel meiner Zeit geht es darum“, sagt der Spitzenmanager.

Von Paul Edgar Fels

Vorstandsvorsitzender Christian Thönes ist mit dem Geschäft „sehr zufrieden“, wie er am Freitag betonte. Foto: DMG Mori

Hauptprobleme seien vor allem der Halbleitermangel, gestiegene Frachtkosten und eine „herausfordernde Logistik.“ Gleichwohl stellt Thönes zufrieden fest: „Bisher gab es keinen Abriss in der Lieferkette.“

Dass die Geschäfte aktuell gut laufen, lässt sich auch an den Zahlen im zweiten Quartal ablesen. Der frühere Gildemeister-Konzern spricht von einem „hochdynamischen Geschäftsverlauf.“ Die weltweite Nachfrage nach Werkzeugmaschinen bescherte DMG Mori – aktuell rund 6700 Mitarbeiter, davon etwa 1000 in Bielefeld – beim Auftragseingang ein Plus von 92 Prozent, das Neumaschinengeschäft kletterte sogar um 105 Prozent. Insgesamt stiegen die Bestellungen auf 659 Millionen Euro und lagen damit im Kerngeschäft mit Werkzeugmaschinen und Services sogar um elf Prozent über dem hohen Vor-Corona-Niveau des Jahres 2019 (595,1 Millionen Euro).

Im gesamten ersten Halbjahr stieg der Auftragseingang um 59 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro – im Vorjahreszeitraum waren es 0,78 Milliarden Euro. Auch der Umsatz erhöhte sich um elf Prozent auf 933,5 (838) Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte um 27 Prozent auf 42,2 (33,2) Millionen Euro. Die liquiden Mittel (Free Cashflow) erreichten mit 113,2 (Vorjahr: minus 79,7o) Millionen Euro einen Rekordwert.

Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung erhöht der Bielefelder Konzern, der mehrheitlich in japanischer Hand ist, seine Prognose für das laufende Jahr. Für das Gesamtjahr plant DMG Mori nun einen Auftragseingang von rund 2,25 Milliarden Euro statt wie bisher 2 Milliarden. Der Umsatz soll nun rund 1,95 Milliarden Euro betragen nach zuvor 1,8 Milliarden Euro. Beim Gewinn (Ebit) geht das Unternehmen derzeit von rund 100 Millionen aus – bisher waren es rund 60 Millionen Euro.

Thönes: „Der aktuelle Geschäftsverlauf spiegelt unsere Leistung aus dem letzten Jahr wider. Wir sind gut aus der Krise gekommen.“ In China und Ägypten entstünden neue Produktionswerke. Vor allem aber habe DMG Mori ein neues Geschäftsmodell gestartet, als Alternative zum Kauf oder Leasing von Maschinen. Beim Modell Payzer zahlen Kunden eine monatliche Rate sowie zudem eine von der Nutzungsdauer abhängige Gebühr. Serviceleistungen seien integriert. Die ersten acht Kunden hätten sich für Payzer entschieden, bis Ende des Jahres sollen es rund 50 sein.

Thönes schwärmt: „Für unsere Kunden bedeutet das: schnelle Innovationszyklen ohne Risiko – bei maximaler Flexibilität, Kosten- und Preistransparenz und damit höchster Planungssicherheit.“ DMG Mori bietet den Kunden, die aus allen Branchen kommen, 155 verschiedenen Maschinenmodelle. Thönes: „Wir verspüren Zuversicht und Rückenwind.“

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