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Überfälle in Bielefeld, Leopoldshöhe, Gütersloh und Paderborn

DNA führt zu Serientäter

Bielefeld/Paderborn/Leopoldshöhe 

Die Ermittlungskommission „Goten“ der Kripo Bielefeld hat einen 20-Jährigen identifiziert, der sechs brutale Raubüberfälle in Ostwestfalen-Lippe begangen haben soll. Bei drei dieser Taten soll der Mann mit einer Machete bewaffnet gewesen sein.

Von Christian Althoff

Der Mann beim Überfall am 1. Juni in Leopoldshöhe

Die Ermittlungskommission ist nach der Gotenstraße in Bielefeld benannt, wo am 8. August der damals mutmaßlich erste Überfall stattgefunden haben soll. In einer Tankstelle schlug der Täter, der akzentfrei deutsch und russisch sprechen soll, der Kassiererin mit einer Pistole auf den Kopf und floh mit den Einnahmen. Etwa fünf Stunden später soll er in Gütersloh eine Angestellte einer Tankstelle mit Pfefferspray angegriffen haben und mit dem Geld aus der Kasse geflohen sein. Und nur zwei Stunden darauf fand der dritte Überfall statt, diesmal auf die Autobahntankstelle an der A2 zwischen Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück.

Doch die Kripo hatte Glück: Es gab eine Beschreibung des Fluchtwagens, eines BMWs, der in Bielefeld auf einem Parkplatz entdeckt wurde und die Polizei zu dem 20-Jährigen führte. Er wurde am 18. August aufgespürt und kam in U-Haft.

Akribische Tatortarbeit der Kripo Lippe führte jetzt dazu, dass dem Verdächtigen – wie berichtet – drei weitere Überfälle zur Last gelegt werden. Denn Polizisten hatten nach einem Überfall am 1. Juni auf eine Tankstelle in Leopoldshöhe eine DNA-Spur gesichert. Ein Abgleich in der Datenbank ergab jetzt, dass sie von dem 20-Jährigen stammt, den die Kripo Bielefeld festgenommen hatte. Bei der Tat in Leopoldshöhe hatte der Mann eine Machete benutzt – und dieser modus operandi könnte ihm nun zum Verhängnis werden. Denn am 31. Mai war in Gütersloh eine Tankstelle mit einer Machete überfallen worden, und am 1. Juni ein Netto-Supermarkt Paderborn. Dort schlug der Mann mit der Machete gegen die Plexiglasscheibe, die die Kasse umgab. Als die Kassiererin um Hilfe schrie und Alarm auslöste, floh der Täter.

Die Ermittlungskommission geht davon aus, dass alle sechs Überfälle von dem Verdächtigen begangen wurden. Gesucht wird noch sein Komplize, der in einigen Fällen den Fluchtwagen gefahren haben soll.

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