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Wasserverband Obere Lippe vor 50 Jahren unter Eindruck der Heinrichsflut gegründet

Dörfer vor Hochwasser schützen

Büren

Vor 50 Jahren haben die damaligen Kreise Büren, Lippstadt und Paderborn den Wasserverband Obere Lippe (WOL) gegründet. Unter dem Eindruck der Heinrichsflut 1965 war es sein Hauptziel, den Hochwasserschutz zu verbessern.

Von Hans Büttner

Bei der Jubiläumsfeier: (von links) Volker Karthaus (Geschäftsführer), Christian Hesse (stellvertretender Geschäftsführer), Landrat Christoph Rüther, Vorstandsmitglied und Dezernent des Kreises Martin Hübner, Eva Irrgang, Landrätin des Kreises Soest und stellvertretende Vorsitzende, Dr. Frank Roland, Bezirksregierung, Martin Lehmann, stellvertretender Geschäftsführer. Foto: Hans Büttner

Das 50-jährige Bestehen wurde jetzt im Airport-Forum gefeiert – und eine positive Bilanz gezogen. Es sei vorausschauend von den Vorgängern in der Bezirksregierung, den Kreisverwaltungen und der Politik gewesen, den WOL zu gründen, so die Einschätzung von Verbandsvorsteher und Landrat Christoph Rüther. Gerade im Hinblick auf die Hochwasserkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz in diesem Sommer werde das deutlich. Die Gründer hätten die Notwendigkeit erkannt, das gesamte Einzugsgebiet der oberen Lippe und später auch der Ems als eine Einheit zu betrachten.

Mittlerweile betreibt der WOL 14 eigene und weitere 13 Hochwasserrückhaltebecken im Auftrag des Kreises Soest, der Stadt Paderborn und der Gemeinde Hövelhof. Insgesamt steht damit ein Hochwasserrückhaltevolumen von mehr als 20 Millionen Kubikmetern zur Verfügung.

Weitere Schutzmaßnahmen wurden und werden umgesetzt. Insgesamt sind 27 der 40 gefährdeten Ortslagen vor einem Jahrhunderthochwasser geschützt. In zwei Orten wird 2021 mit Baumaßnahmen zum Hochwasserschutz begonnen. Für weitere acht Orte laufen die Planungen. Insgesamt unterhält der WOL eine Gewässerstrecke von 510 Kilometern.

Neben dem Hochwasserschutz sorgt der WOL auch für die Gewässerunterhaltung an 61 Flussläufen. Ziel ist die Umsetzung der Europäischen Wasserrichtlinie, die vorschreibt, dass bis 2027 alle Gewässer in einen guten chemischen und ökologischen Zustand zu bringen sind. Der WOL ist aktuell Eigentümer von 180 Hektar Gewässer- und Auenfläche und 70 Hektar an Dämmen, Stauraum und Wegen.

„All diese Maßnahmen machen unsere Landschaft resilienter gegen die jetzt schon dramatischen Auswirkungen des Klimawandels“, lobte Rüther. Der Verband mit 14 Mitarbeitern habe eine Vielzahl an Aufgaben zu bewältigen. Er sei Beispiel für die effektive Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen, so der Landrat. Diesen Worten schlossen sich die Soester Landrätin Eva Irrgang und Dr. Frank Roland von der Bezirksregierung an. Er hatte ausgerechnet, dass die in den vergangenen 50 Jahren vom WOL durchgeführten Maßnahmen mit rund 50 Millionen Euro vom Land gefördert wurden.

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