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3700 Enten und 9000 Junghennen in einer Geflügelhaltung in Delbrück-Sudhagen getötet

Dritter Fall von Geflügelpest im Kreis Paderborn

Delbrück/Paderborn

Nach zwei Fällen in Delbrück-Westenholz hat es einen weiteren Ausbruch innerhalb nur einer Woche in Delbrück-Sudhagen gegeben. Das bestätigte am Freitag das Friedrich-Loeffler-Institut als Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit offiziell. 3700 Enten und 9000 Junghennen wurden in der Geflügelhaltung in Sudhagen bereits am Donnerstag getötet.

Das Veterinäramt hat eine Schutz- und eine Überwachungszone um die betroffene Haltung in Sudhagen herum erlassen. Das geschah zuvor auch bei den beiden Fällen in Westenholz. Foto: Oliver Schwabe

Das Veterinäramt erlässt eine Schutz- und eine Überwachungszone um die betroffene Haltung herum. Diese tritt ab diesem Samstag null Uhr in Kraft. Die Zonen weisen allerdings Überschneidungen mit bereits bestehenden Restriktionszonen der beiden Ausbrüche in Westenholz auf. „Rund 180 Geflügelhaltungen, die bisher außerhalb der Restriktionszonen lagen, liegen nun in den erweiterten Schutz- und Überwachungszonen“, erklärt Dr. Marlies Bölling, Sachgebietsleiterin Tierseuchen des Amtes für Verbraucherschutz und Veterinärwesen beim Kreis Paderborn.

Das bedeutet für die Betroffenen: Sie müssen ihre Tierbestände dem Amt für Kreisveterinäramt melden. Innerhalb der Restriktionszonen dürfen weder Geflügel, Geflügelfleisch, Eier, Futtermittel, Dung und Einstreu aus oder in Bestände gebracht werden. Die Tierbestände werden vom Veterinäramt untersucht.

Der Kreis wird Anfang nächster Woche eine überarbeitete interaktive Karte auf kreis-paderborn.de/gefluegelpest einstellen. Durch die Eingabe der Adresse kann dort jeder Geflügelhalter überprüfen, ob er in einer der Restriktionszonen liegt. Die Aufstallpflicht gilt nach wie vor im gesamten Kreisgebiet und soll verhindern, dass die Tiere Kontakt zu Wildvögeln haben, die als Überträger der Geflügelpest gelten.

Der Kreis Paderborn untersagt zudem Vogelausstellungen, -märkte, -schauen, Wettbewerbe mit Vögeln und Veranstaltungen ähnlicher Art. Das Verbot gilt seit Donnerstag und läuft bis zum 31. Dezember. „Die Klassische Geflügelpest ist hoch ansteckend“, erklärt Dr. Bölling. Der Erreger werde mit den Sekreten des Nasen-Rachen-Raumes sowie mit Kot ausgeschieden. „Auch Menschen können leicht Erreger des Virus‘ nach einem Kontakt mit einem infizierten Tier über ihre Kleidung auf andere Tiere übertragen.“ Jeglicher Kontakt von Geflügel mit Tieren anderer Haltungen sollte strikt vermieden werden.

Bereits Mitte November hatte der Kreis Paderborn über den Verdacht auf einen Geflügelpestausbruch in einer Haltung in Delbrück-Westenholz informiert. 7400 Puten mussten vorsorglich getötet werden.

Einen Tag später bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) den Ausbruch auch amtlich. Gleichzeitig bestätigte das FLI einen zweiten Ausbruch. Im zweiten Fall ist eine Junghennen-Aufzucht in Delbrück-Westenholz betroffen. Der gesamte Bestand von etwa 43.000 Junghennen musste getötet werden. Zum Einsatz kommt die in solchen Fällen übliche Methode der Begasung mit Kohlendioxid. Danach werden die Ställe gereinigt und desinfiziert. Bei beiden Ausbrüchen handelt sich um die hoch ansteckende Geflügelpest (Aviäre Influenza) vom Typ H5, Subtyp H5N1.

Bei Verdacht auf Geflügelpest sollte das Veterinäramt unter Tel. 05251/3083939 (erreichbar Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und Freitag von 9 bis 13 Uhr) kontaktiert werden. Außerhalb der Servicezeiten des Infotelefons sind die Veterinäre über die Kreisleitstelle unter Tel. 02955/76760 erreichbar.

Werden außerhalb von Haltungen tote Wildvögel gefunden, könnte dies ein Indiz sein, dass sich unter der wilden Population das Virus verbreitet. „Deswegen bitten wir alle Bürger, große tote Wildvögel zu melden wie wildes Wassergeflügel, Greifvögel, Störche oder Kraniche“, sagt Bölling. Sie appelliert an die Bürger, die Tiere nicht anzufassen, um eine „unbeabsichtigte Weiterverbreitung zu vermeiden“. Totfunde können über das Info-Telefon Geflügelpest gemeldet werden oder per Mail an veterinaeramt@kreis-paderborn.de.

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