Petition in Hövelhof: 924 Unterschriften übergeben – Thema wird am Donnerstag im Ausschuss beraten

Ehemalige Gaststätte Möller: Bürger wünschen Beteiligung

Hövelhof

Heike Schalkowski, Initiatorin der Petition „Haus Möller“, sowie ihr Mitstreiter Christoph Schlingmann haben Bürgermeister Michael Berens am frühen Mittwochabend einen Aktenordner mit 924 Unterschriften überreicht.

Von Jürgen Spies

Heike Schalkowski und Christoph Schlingmann überreichten Bürgermeister Michael Berens den Aktenordner mit den mehr als 920 Unterschriften. Foto: Jürgen Spies

Die Unterzeichner fordern – wie mehrfach berichtet – eine Bürgerbeteiligung zur Zukunft des Gebäudes der ehemaligen Gaststätte Möller. Der Hövelhofer Rat hatte im April mehrheitlich den Abriss des markanten Komplexes beschlossen.

„Mehr als 920 Unterschriften sind trotz schwieriger Umstände beim Sammeln in Coronazeiten zusammengekommen. Ich hoffe, dass Rat und Verwaltung dies einzuschätzen und das Ergebnis zu würdigen wissen“, sagte Heike Schalkowski, die daran erinnerte, dass sich im Herbst vergangenen Jahres 527 Personen an einer von der Gemeinde initiierten Umfrage zur Zukunft des Hallenbades beteiligt hatten und angesichts der Anzahl der Unterschriften von einer „überwältigenden Beteiligung“ die Rede gewesen sei.

Bürgermeister Berens sagte, er werde die Petition, die auf einem hohen Grundrecht basiere, an den zuständigen Haupt- und Finanzausschuss zur Beratung weiterleiten und das Thema schon für die Sitzung am kommenden Donnerstag auf die Tagesordnung setzen.

Er selbst könne gut verstehen, dass viele Hövelhofer und auch andere Mitunterzeichner mit einer gewissen Emotionalität die Zukunft der Gaststätte Möller verfolgen. „Als Hövelhofer kennt man die Gebäude der Gaststätte ‚Zur Alten Post‘ natürlich seit der eigenen Kindheit, man hat hier später viele schöne Stunden verbracht, sein erstes Glas Bier getrunken, als Sportler nach den Spielen noch zusammengehockt – es hängen eben viele gute Erinnerungen daran.“

Sanierung wäre zu teuer

Weiter sagte Berens, er hätte zunächst eine Weiternutzung des Gebäudes nach einer Umgestaltung begrüßt, doch die Ergebnisse mehrerer Gutachten zur Gebäudesubstanz und zum Sanierungs- und Investitionsaufwand seien ernüchternd. „Eine Sanierung wäre wirtschaftlich nicht vertretbar. Nach einer Analyse des Fachbüros Franz Driller aus Paderborn müsste der Komplex bis auf die Grundmauern entkernt und abgetragen werden. Teile der Gebäudetechnik stammen im Kern noch aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.“

Der letzte Vorbesitzer habe in bestimmter Zeit kein Konzept zur weiteren Nutzung vorgelegt; die Gemeinde habe die Immobilie erworben. Man versuche, einen Investor zu finden, der nach einem möglichen Abriss des Gebäudes an gleicher Stelle einen Neubau errichtet, der im Erdgeschoss Gastronomie vorsieht – samt Biergarten zum Schlossgarten hin.

Auf Nachfrage von Heike Schalkowski, was diesbezüglich denn der aktuelle Stand der Dinge sei, sagte der Bürgermeister, es gebe noch keine konkreten Gespräche.

Für den Erwerb und den Abriss der Gaststätte Möller erwartet die Gemeinde nach Auskunft des Bürgermeisters Zuschüsse in Höhe von 70 Prozent. „Ich glaube, dass ein Neubau, der sich architektonisch gut einpasst und Elemente des alten 130 Jahre alten Gebäudes verbindlich aufnimmt, auf diesem Filetgrundstück ein Gewinn für Hövelhof sein wird“, so Berens.

Sollte das Haus „Zur Alten Post“ abgerissen werden, „müssten vorher Einrichtungsgegenstände gerettet und gesichert werden, idealerweise könnten dann Teile der Einrichtung im Neubau Wiederverwendung finden“, schlug Christoph Schlingmann vor. Auf diese Weise könne die Geschichte des Hauses Möller dokumentiert werden. Überhaupt sprach sich Schlingmann dafür aus, künftig sensibler mit älteren Gebäuden und Hövelhofer Traditionen umzugehen. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten seien bereits einige ortsbildprägende Häuser bedauerlicherweise aus dem Ortsbild verschwunden.

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