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Kunstmuseum Paderborn präsentiert neue Ausstellung im Marstall

Ein buntes Intermezzo

Paderborn-Schloß Neuhaus

Drei Künstler, drei Jahrestage, eine Ausstellung. Im Kunstmuseum im Marstall in Schloß Neuhaus sind seit Freitag bis zu 42 Kunstwerke in der Ausstellung Intermezzo#3 zu betrachten.

Von Rebecca Borde

Das Foto zeigt in der Ausstellung (von links) Volontärin Tanja Keck, Andrea Brockmann, Leiterin der städtischen Museen, und Museologin und Restauratorin Lara Madita Haps. Sie stehen vor den Werken der Künstlerin Ella Bergmann-Michel. Foto: Rebecca Borde

Jeder Künstler, dessen Werke gezeigt werden, hat eine besondere Verbindung zum aktuellen Jahr: Joseph Beuys würde seinen 100. Geburtstag feiern, Wilfried Hagebölling wird 80 Jahre alt, und Ella Bergmann-Michel hat ihren 50. Todestag.

Die Werke der Künstler sind nicht dauerhaft zu sehen, da die Sammlung laut Dr. Andrea Brockmann, Leiterin der städtischen Museen, bis zu 2400 Werke umfasst. Stattdessen werden sie für die Ausstellungsreihe „Intermezzo“ gezeigt, bei der das Museum in unregelmäßigen Abständen Werke aus der städtischen Kunstsammlung mit wechselnden Schwerpunkten ausstellt.

„Die Idee zu dieser Ausstellung hatte ich schon vor einigen Monaten“, sagt An­drea Brockmann, die ebenfalls Kuratorin von Intermezzo#3 ist. Den Einfall habe sie gehabt, als klar war, dass die Scheffelt-Stiftung aus Freiburg der städtischen Kunstsammlung Paderborn eine Dauerleihgabe einiger Werke von Joseph Beuys zur Verfügung stellen würde.

Mit den im Juli erhaltenen Werken kann die Ausstellung nun um einige Radierungen und Farblitographien Beuys‘ erweitert werden. Josef Beuys selbst veränderte die Kunst und den Kunstbegriff nachhaltig. Er ist bekannt für sein universelles Denken in der Bildhauerei und der Malerei. Seine Kunst wirkt gezielt provozierend und irritierend. Andrea Brockmann findet: „Beuys ist ein eigener Kosmos.“

Stahlbildhauer und Künstler Wilfried Hagebölling arbeitet hingegen großformatig mit Papier und erschuf skulpturale Modelle. Besonders seine räumliche Wahrnehmung beeinflusst seine Kunst. Ella Bergmann-Michel ist gebürtige Paderbornerin und eine der ersten Frauen, die am Bauhaus in Weimar studierte. Durch ihre Arbeit mit Elementen aus technischen Zeichnungen und biomorphen Formen findet sie in ihren Arbeiten einen eigenen Weg der Abstraktion. Das älteste Werk der Künstlerin in der aktuellen Ausstellung ist aus dem Jahr 1917. „Es ist toll, wie selbstbewusst sie ihren eigenen Weg geht“, findet Andrea Brockmann, „Für ihre Zeit ist sie herausragend, und ihre Werke warten darauf, wiederentdeckt zu werden.“

Für ihre Idee zur Ausstellung Intermezzo#3 bekam Andrea Brockmann Hilfe. Volontärin Tanja Keck arbeitete die Biographien der Künstler auf und verfasste einige Texte, während Lara Madita Haps, Museologin und Restauratorin, für die Organisation und die Logistik zuständig war. „Bei Kunstwerken gibt es immer natürliche Alterungsprozesse, die einfach stattfinden“, erklärt Lara Madita Haps. Aufwendige Aufbereitungen habe es im Zuge der Vorbereitungen nicht gegeben. Besondere Vorsicht sei aber bei den Werken von Wilfried Hagebölling geboten: „Er hat viele Kohlearbeiten erstellt, bei denen man aufpassen muss, weil sie immer noch verwischbar sind.“

Eine Eröffnungsveranstaltung sei nicht geplant. Die Ausstellung ist noch bis zum 7. November im Kunstmuseum im Marstall in Schloß Neuhaus zu den gewohnten Öffnungszeiten, dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Im kommenden Jahr solle dann Intermezzo#4 stattfinden.

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