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Līga Auguste und Ulrike Busse verzaubern Zuhörer in St. Stephan

Ein feinsinniger Konzertgenuss

Vlotho

Das war ein ganz besonderes Konzert am Vorabend des Maifeiertages: St. Stephans Organistin Līga Auguste und Harfenistin Ulrike Busse haben nicht nur einen handverlesenen Streifzug durch verschiedene musikalische Epochen geboten. Mehr noch: Sie haben gezeigt, wie harmonisch der Zusammenklang aus diesen beiden Instrumenten wirken kann

Glücklich über das gelungene Konzert zeigen sich Kantorin Liga Auguste (links) und Harfenistin Ulrike Busse. Foto: Kirchenkreis Vlotho

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Das ausgefallene Programm hatte auch Angelika Krückemeier aus Vlotho angesprochen, die zusammen mit zwei Freundinnen gekommen war. „Ich besuche öfter die Konzerte im Evangelischen Kirchenkreis Vlotho, auch in der Auferstehungskirche am Kurpark in Bad Oeynhausen“, verriet sie im Vorfeld.

Fast 50 Besucher hatten sich in der Kirche St. Stephan am Vorabend des ersten Mai zusammengefunden. Kantorin Līga Auguste war die Freude über die gut besuchte Veranstaltung, wie schon bei den vorangegangenen Musikalischen Vesper-Gottesdiensten, bei ihrer Begrüßung sichtlich anzumerken.

Orgel trifft Harfe

Die Organistin eröffnete mit norddeutschem Barock: Praeludium und Fuge C-Dur von Georg Böhm verbreiteten eine feierliche Atmosphäre. Durch eine Video-Übertragung war Līga Auguste, die tatsächlich beim Spiel hinter den großen Orgelpfeifen verborgen blieb, auf einer Großleinwand im Kirchenschiff zu sehen. So konnten die Besucher das Geschehen auf den Manualen und im Pedalwerk sogar mitverfolgen. Anschließend musizierten Līga Auguste und Ulrike Busse gemeinsam ihr erstes Stück: auch dies ein Barockwerk, diesmal von Georg Friedrich Händel, ein dreisätziges Concerto. Sodann folgten zwei Solostücke für Harfe.

Virtuos: Harfenistin Ulrike Busse bezaubert die Zuhörer mit ihrem facettenreichen Harfenspiel. Foto: Kirchenkreis Vlotho

Zunächst präsentierte Ulrike Busse die als Klavierfassung sehr bekannte Melodie „Im Boot“ aus der Petite Suite von Claude Debussy. Schon dabei gab es reichlich Gelegenheit, über die Fingerfertigkeit der Künstlerin zu staunen, mit der sie die über 40 Saiten auf der großen Konzertharfe virtuos zu bedienen wusste.

Mit der zeitgenössischen Komposition des Harfenisten Moshe Ludwig ging es dann weniger geschmeidig zu als beim Stück zuvor: Ulrike Busse ließ die 1940er Jahre, in denen Ludwig die Komposition verfasst hatte, klanglich erwachen. Da gab es dann tatsächlich so etwas leicht Getriebenes im Fluss dieser Musik, wobei Ulrike Busse bisweilen mit der linken Hand weit ausgriff und durch die tiefen Saiten eine besondere Klangfarbe heraufbeschwor.

Lateinamerikanisches Flair

Im anschließenden zeitgenössischen Werk des Belgiers Flor Peeters verbanden sich beide Instrumente wieder in einem formschönen Duo, bevor Ulrike Busse mit der Komposition „Scinctillation“ von Carlos Salzedo in einem letzten Harfen-Solo tänzerische Rhythmen in lateinamerikanischem Flair zum Leben erweckte. Mit einem Musikstück im klassischen Stil des gebürtigen Franzosen Marcel Grandjany klang der Konzertabend festlich aus.

Die Zuhörer erhoben sich von ihren Plätzen und feierten die anspruchsvollen Darbietungen der beiden Musikerinnen mit großzügigem Applaus und Jubelrufen – wofür sie wiederum von den Musikern schließlich mit einer Zugabe beschenkt wurden.

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