„Kallevital“ übernimmt Technisches Rathaus in Hohenhausen

Ein Haus für Therapie und Training

Kalletal-Hohenhausen

Das Gebäude Herforder Straße 11 hat eine sehr lange Geschichte: Es war Landwirtschaftsschule, Hauswirtschaftsschule, Flüchtlingsunterkunft und bis 2016 Technisches Rathaus, derzeit werden einige Räume als Corona-Testzentrum genutzt. Physiotherapeut Mats Bönnemann hat das Gebäude jetzt von der Gemeinde erworben. Ab Herbst wird er dort gemeinsam mit seinem Kollegen Fabian Koch auf 170 Quadratmetern den neuen Standort von „Kallevital – Therapie und Training“ eröffnen. Derzeit ist die Praxis auf kleinerer Fläche im Haus Rintelner Straße 7 über der Volksbank beheimatet.

Von Jürgen Gebhardund

Mats Bönnemann, hier mit dem Begrüßungsgeschenk der Gemeinde, hat das Gebäude Herforder Straße 11 in Hohenhausen gekauft; dahinter (von links): Kämmerer Jens Hankemeier, Fachbereichsleiterin Ewa Hermann und Bürgermeister Mario HeckerDas Alter des ehemaligen Technischen Rathauses in Hohenhausen wird auf 80 bis 140 Jahre geschätzt. Foto: Jürgen GebhardJürgen Gebhard

Einen Tag, nachdem der notarielle Vertrag unterschrieben war, überbrachten Bürgermeister Mario Hecker, Kämmerer Jens Hankemeier und Ewa Hermann als Fachbereichsleiterin Planen und Bauen das Begrüßungsgeschenk: ein Architektenmodell des Ende der 1980er Jahre in Heidelbeck geplanten, aber nie realisierten Freizeitparks. Das längst in Vergessenheit geratene Modell sei beim Aufräumen des bislang im Gebäude untergebrachten Archivs aufgetaucht.

Die Gemeinde Kalletal hatte sich in der Vergangenheit schon von anderen nicht mehr benötigten Immobilien getrennt, so vom „Fohlenhof“ und von einer Flüchtlingsunterkunft. Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung könnten damit erhebliche Unterhaltungskosten eingespart werden, sagte der Bürgermeister.

Ursprünglich wollte die Gemeinde das Technische Rathaus meistbietend versteigern lassen, der Auktionator hatte das Startgebot auf rund 100.000 Euro festgelegt. Das erschien dem Rat zu riskant. Ein Wertgutachten wurde eingeholt, dann wurde das Gebäude für die taxierten 205.000 Euro angeboten.

Auf der Suche nach einem neuen Standort für „Kallevital“ war Mats Bönnemann auf die Immobilie aufmerksam geworden. Die ersten Planungen verwarf er wieder. Stattdessen kaufte der 31-Jährige das Nachbargrundstück unterhalb des Friedhofs. Dann unterschrieb er doch den Vertrag für die Herforder Straße 11. Das derzeit nicht benötigte Baugrundstück wird zunächst zur Wildblumenwiese. Später könnte dort gemeinsam mit noch zu findenden Partnern ein Gesundheitszentrum oder Ärztehaus gebaut werden..

„Kallevital“ wird am neuen Standort hauptsächlich das Obergeschoss nutzen. Der Verein „Soziale Altendienste Lippe“ (SAD) werde, so der Bürgermeister, mit Senioren-Beratung und Ambulantem Pflegedienst als Mieter einziehen, ebenfalls Angelika Bönnemann, die Mutter des neuen Eigentümers, mit ihrer Logopädiepraxis. Im Nebengebäude, der ehemaligen Sporthalle, wird noch ein gemeinsam nutzbarer Gruppenraum geschaffen. Das Testzentrum bleibt im Kellergeschoss.

Die gesamte Nutzfläche des Gebäudes beträgt auf allen Etagen mehr als 350 Quadratmeter. Das genaue Baujahr ist nicht bekannt, das Alter wird vom Kämmerer auf „80 bis 140 Jahre“ geschätzt.

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