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Salzkottener Heimatmaler Theo Hüppmeier feiert heute seinen 90. Geburtstag

Ein Leben voller Bilder

Salzkotten

Ob im Salzkottener Rathaus, in der Praxis von Dr. Kiko, im Café Lange am Marktplatz oder in weit mehr als 100 Haushalten im Stadtgebiet und darüber hinaus – überall dort hängen kleine oder große Kunstwerke Theo Hüppmeiers. Der Salzkottener Heimatmaler hinterlässt seit vielen Jahren beeindruckende Spuren seines Schaffens. An diesem Montag feiert Theo Hüppmeier seinen 90. Geburtstag.

Von Helmut Steines

Theo Hüppmeier wird am Valentinstag 90 Jahre alt. Auch heute noch steht der Heimatmaler an der Staffelei. Hier arbeitet er an einem Gemälde, das den Laternenzug an Martini zeigt. Im Rittersaal der Dreckburg wurden Anfang der 2000er Jahre bei Renovierungsarbeiten Fragmente eines Jungbrunnen-Gemäldes aus der Zeit der Renaissance (links) entdeckt. Theo Hüppmeier hat dem Wandgemälde neues Leben verliehen. Auch ungezählte Federzeichnungen hat Theo Hüppmeier angefertigt. Hier ist der Scharmeder Speicher zu sehen. Foto: Helmut Steines

Am Valentinstag 1932 wurde Hüppmeier geboren und wuchs in Scharmede auf. Seit seinem 18. Lebensjahr hat er sich der Kunstmalerei verschrieben. Unzählige Salzkottener Motive hat er in Gemälden festgehalten und einen großen Teil der Stadtgeschichte sichtbar gemacht. Die Palette seiner Kunstwerke ist breit, auch die der eingesetzten Techniken. So ließ sein kalligraphisches Können viele Urkunden der Stadt Salzkotten zu Kunstwerken und besonderen Geschenken werden. Auch, wenn in ferner Zukunft öffentliche Gebäude einmal abgerissen und Grundsteine frei gelegt werden sollten, kommen von Theo Hüppmeier angefertigte, hochwertige Urkunden wieder zum Vorschein. Ebenso gestaltete Hüppmeier Ehrenbürgerbriefe und alle anderen Urkunden im Zusammenhang mit Ehrungen der Stadt auf Pergament oder Leinen. 26 Jahre lang verschönerte er die Eintragungen im Goldenen Buch der Stadt. Mehr als 100 seiner Federzeichnungen mit Motiven aus der Region hat er in einem Buch veröffentlicht. Aufgrund seines Engagements für die Stadt Salzkotten, die Salzkottener Vereine und besonders für die Förderung der Kunst und Malerei, hat Theo Hüppmeier 2007 den Ehrenring der Stadt Salzkotten erhalten.

Der Jubilar absolvierte von 1946 bis 1949 eine Lehre als Maler in Paderborn. Es folgten Praktika in zwei Firmen. Danach wechselte Theo Hüppmeier als Schriftenmaler und Grafiker zur Deutschen Gerätebau nach Salzkotten. Gleichzeitig besuchte er die Fachhochschule für Werbung und Grafik in Kassel. Fünf Jahre war er Privatschüler beim Maler und Grafiker Hans Wippermann in Paderborn und volontierte in einer Schule für Lithographie in Herford. 1967 kam die letzte berufliche Herausforderung, er wechselte als Gebrauchsgrafiker zu den Benteler Werken nach Schloß Neuhaus, wo er die Werbeabteilung und später die hauseigene Druckerei als Leiter aufbaute.

In seiner Freizeit schuf Theo Hüppmeier sehr viele kleine und große Kunstwerke in Öl, Pastell, Aquarell oder Tempera. Auch die Rekonstruktion der Wandmalerei im Rittersaal der Dreckburg gehörte dazu. Kalligraphie lernte Hüppmeier als Autodidakt. Zuvor hatte er einige Mal- und Schriftkurse beim Kulturring der Stadt abgehalten. Von 1989 bis 2002 war Hüppmeier Dozent bei der VHS im Lehrfach „Zeichnen und Malen“.

1993 zählten Theo Hüppmeier und sein Künstlerkollege Udo Deppe zu den Gründern des Kunstkreises Salzkotten. Sie hatten großen Anteil daran, dass aus dem staubigen Dachboden des Ackerbürgerhauses in der Vielser Straße ein schmuckes Atelier wurde. Bei den Erwachsenen sorgte Hüppmeier in der Donnerstag-Malgruppe für die Bildgestaltung in allen Maltechniken. Deppe kümmerte sich mehr als 15 Jahre darum, dass in den Kindergruppen mit viel Lust und Liebe die Grundbegriffe des Malens erlernt wurden.

Auf Wunsch von Altbürgermeister Franz Cramer bereicherte Hüppmeier zudem jahrelang die Altstadt mit lebensgroßen Märchenspielen. Auch der Bildstock in der Simonstraße, oder die vielen Vereinsbilder am Maibaum an der Upsprunger Straße tragen seine Handschrift.

Nicht nur der Malerei, auch der Musik widmete sich der heute 90-Jährige. Er spielte 16 Jahre das Schlagzeug in der Blaskapelle Upsprunge und war jahrelang Hauptmann der dritten Kompanie der St. Johannes Schützenbruderschaft Salzkotten. 1991 bestiegen Theo Hüppmeier und seine Ehefrau Eleonore den Königsthron. Eigentlich wollte Theo Hüppmeier heute mit seinen vielen Freunden und Bekannten zünftig feiern, doch die Corona-Pandemie lässt das leider nicht zu. So wird der Jubilar ein wenig im engsten Familienkreis feiern.

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