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Verkehrsregelung ohne Schilder: SPD-Mitglieder lassen sich von Erfahrungen mit „Shared Space“ in Bohmte berichten

Ein mögliches Vorbild für Werther?

Werther

Könnte ein „Shared Space“ – ein gemeinsam genutzter (Verkehrs-)Raum – auch in Werther umgesetzt werden? Um dieser Frage nachzugehen, besuchten jetzt Vertreterinnen und Vertreter der SPD-Ratsfraktion Werther die Gemeinde Bohmte im niedersächsischen Landkreis Osnabrück. Dort sammelt man bereits seit Jahren Erfahrungen mit dieser Form der Verkehrsregelung.

Hier fließt der Verkehr ziemlich reibungslos – ohne Schilder. In Bohmte informierten sich jetzt die Wertheraner SPD-Ratsmitglieder (von links) Georg Hartl, Annette Milke-Gockel, Erika Sahrhage und Udo Lange. Dieter Klenke von der SPD Bohmte (rechts) berichtete von den Erfahrungen mit dem „Shared Space“. Foto: SPD Werther

Rats- und Verkehrsausschussmitglied Dieter Klenke von der Bohmter SPD begrüßte die Besucher und erläuterte die Entstehung des „Shared Space“ und die bisherigen Erfahrungen damit. Mit etwa 13.000 Einwohnern größenmäßig mit Werther vergleichbar, wurde in Bohmte von 2004 bis 2008 der „Shared Space“ im Rahmen eines EU-Projektes entwickelt und umgesetzt.

Das besondere Merkmal des „Shared Space“ ist, dass es in dessen Bereich keine Verkehrsschilder, Ampeln oder andere verkehrsregelnden Anlagen gibt. Oberstes Gebot ist die Rücksichtnahme der einzelnen Verkehrsteilnehmer. Für Werther könnte diese besondere Form der Verkehrsführung bald in der Ravensberger Straße Wirklichkeit werden, wenn der Vorschlag aus dem beschlossenen Klimaschutzteilkonzept „Klimafreundliche Mobilität“ aufgegriffen wird (wir berichteten).

In Bohmte fahren täglich 11.000 Fahrzeuge durch den „Shared Space“

In Bohmte wurde das Konzept in Form eines großen Kreisverkehres realisiert. Insgesamt rund 11.000 Fahrzeuge, darunter viele Lkw auf dem Weg zwischen Osnabrück und Minden, finden darüber täglich ihren Weg. Ziel des „Shared Space“ in Bohmte war zum einen, die Unfallhäufigkeit gegenüber der früheren Ampel-Einmündung zu senken, und zum anderen, mehr Aufenthaltsqualität im Bohmter Zentrum zu schaffen.

Beides wurde offenbar erreicht: Seit Einführung der neuen Verkehrsführung gab es bisher lediglich kleinere Unfälle mit Bagatellschäden, und die Wertheraner Gäste konnten ihren Kaffee auf der Bäckerei-Terrasse einnehmen, die es vor dem „Shared Space“ hier nicht gegeben hat. Insgesamt gebe es große Zufriedenheit mit den Änderungen, berichtet Dieter Klenker. Es gebe weniger Staus, der Verkehr laufe flüssiger und in angemessener Geschwindigkeit von selten mehr als 40 km/h. Auch die Kaufmannschaft sei zufrieden.

Inwieweit man die Bohmter Situation auf Werther und die Ravensberger Straße übertragen kann, ist schwer zu sagen. Zu unterschiedlich sind die Ausgangssituation und das Verkehrsaufkommen. Dennoch ziehen die heimischen SPD-Ratsmitglieder ein positives Fazit: „Wir haben wichtige Eindrücke gesammelt und eins gesehen: Wenn es in dieser Größe funktioniert, sollte das auch in Werther klappen“, stellt Fraktionsvorsitzender Georg Hartl fest – der bis zum Eintritt in den Ruhestand als Fahrlehrer gearbeitet hat.

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