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Zweirad Lohmeier in Preußisch Oldendorf-Lashorst bietet Mietoptionen für Lastenräder an und startet eine Kooperation mit Betrieben

„Ein neues Bewusstsein schaffen!“

Preußisch Oldendorf

Keine Last, eine reine Hilfe: Der Fahrrad-Boom hat sich längst über Rennräder oder E-Bikes hinaus vergrößert. Der neueste Trend erobert aus den Großstädten die ländliche Region: Auch im Lübbecker Land werden Lastenfahrräder immer beliebter.

Von Ingo Notz

Praktisch und vielseitig: Lastenräder wie das Urban Arrow sind von der Personen- bis zur Sachbeförderung in etlichen Bereichen einsetzbar. Burkhard Lohmeier und seine Mitarbeiterin Corinna Hake demonstrieren eine von vielen Einsatzmöglichkeiten des Rads. Foto: Ingo Notz

„Der Markt ist alles, wo kleinere Waren transportiert werden im Umkreis von 20 Metern bis zehn Kilometern. In der Stadt ist man damit auf jeden Fall schneller als mit dem Auto. In den Niederlanden oder Dänemark sind die Leute schon weiter als hier, da wird in dem Bereich fast alles mit dem Fahrrad gemacht“, erklärt Lohmeier-Mitarbeiterin Corinna Hake. Auch im Altkreis Lübbecke hat das weltweite Problem seine Spuren hinterlassen: Lieferzeiten von sechs bis neun Monaten sind im Radbereich derzeit keine Seltenheit. Umso besser, dass die Bestandsräder nun auch geliehen werden können, um sich erst einmal in Ruhe ein Bild von Lastenrädern zu machen.

„Wir wollen erst einmal ein neues Bewusstsein schaffen“, verdeutlicht Corinna Hake den Ansatz, nun auch über „normale“ Räder, dazu zählen mittlerweile längst auch E-Bikes aller Art, das Thema Fahrrad im Alltag zu platzieren. In Zeiten steigender Benzinpreise kann das Fahrrad mit seinen ökologischen Vorteilen punkten: „Nachhaltigkeit ist ja das Wort überhaupt“, hat Firmenchef Burkhard Lohmeier erkannt und will mit dem Ausbau der Lastenräder-Sparte noch mehr als eh schon seinen Beitrag dazu leisten.

Angesagter als Mofas und ökologischer: Der Lastenbereich des Tren lässt sich schnell zum Beifahrersitz umwandeln.Angesagter als Mofas und ökologischer: Der Lastenbereich des Tren lässt sich schnell zum Foto: Ingo Notz

„Durch Corona geht die Tendenz ja stark Richtung Fahrrad, das ist derzeit ein echter Boom-Markt“, freut sich Corinna Hake über die vermehrte Nachfrage nach Zweirädern und nennt dabei einen reizvollen Aspekt, der für die Anschaffung der nicht gerade im Niedrigpreissegment einzustufenden Räder, die auch mal im mittleren einstelligen Tausend-Euro-Bereich liegen können, spricht: „Ich sehe das Lastenrad als Zweitautoersatz. Das ist deutlich schöner, man kann die Kinder trotzdem mitnehmen und man ist dabei an der frischen Luft!“

Attraktive Leasingmodelle

Ein Punkt, der die Anschaffung eines Lastenrades in diesen Zeiten noch attraktiver mache, seien attraktive Leasingmodelle: „Ab 130 Euro“, seien die bereits realisierbar, sagt Burkhard Lohmeier und ergänzt mit Blick auf die die „Job-Bikes“: „Für Arbeitnehmer passt es immer!“ Die eigentliche Neuheit, die Lohmeier nun über das Leasing als Marktlücke anbietet, sind Radmieten: „Hier in der Gegend bietet das noch niemand an, deshalb sind wir auf die Idee gekommen.“

Vier Modelle stehen dabei zur Auswahl, die für variable Laufzeiten von sechs bis 36 Monaten gemietet werden könnten. Je nach Dauer und Preissegment seien diese Mieträder dann „bereits ab 80 oder 90 Euro pro Monat verfügbar“, erklärt Lohmeier. Bei Preisen von 2000 bis 5000 Euro für normale Elektro-Räder oder 5000 bis 10000 Euro für qualitativ hochwertige Cargo-Räder werde das Mieten damit zu einer echten Alternative, die die heimischen Straßen künftig weiter vom Autoverkehr entlasten könnte, zumal auch weitere Strecken dank der auch im Cargo-Rad-Bereich bereits verbauten E-Antriebe kein Problem darstellten.

Vielseitig einsetzbar: Lastenräder werden im beruflichen Umfeld und in der Freizeit immer attraktiver. Foto:

„Wir haben das Modell als Gegenstück zum Leasing entwickelt“, betont Lohmeier seine Idee, nachdem zuletzt schon rund 40 Prozent der abgesetzten E-Bikes Leasing-Fahrräder gewesen seien. Während Ratenkauf am Markt mittlerweile fast keine Rolle mehr spiele, würde das Mietangebot gut anlaufen: „Mieten ist das neue Besitzen“, ist Burkhard Lohmeier sicher, dass seine Idee ein Erfolg werden wird. Die Anschaffung fällt so erst einmal leichter und bevor man sich irgendwo etwas Supergünstiges kauft, macht das bei der gebotenen Qualität absolut Sinn.“

Zumal Reparaturen und die Wartung der Räder in dieser Mietrate inkludiert seien. Die Startgebühr von 99 Euro würde daher auch keinen Radkäufer oder mittlerweile Radmieter abschrecken. Damit möglichst viele Interessenten in den Genuss der Mieträder kommen, arbeitet Burkhard Lohmeier mit dem Tourismusverband „Sieben“ zusammen: Dadurch sind die Mieträder nun nicht nur bei Lohmeier in Lashorst zu bekommen, sondern auch in den teilnehmenden Betrieben, die als E-Bike-Verleihstationen auftreten.

Alternative für gewerbliche Zwecke: Das Lastenrad ist nicht nur in Großstädten ein praktisches Verkehrsmittel. Foto:

Ab 25 Euro pro Tag sind die Räder hier nach Vorbestellung zu bekommen: Gasthaus Rose, Schloss Benkhausen, Hotel Dreimädelhaus, Landhotel zum Grünen Kranze aus Espelkamp, Kurhaus Pivittskrug aus Hille, Hotel Wiehen-Therme aus Hüllhorst, Holsing Vital und Pension Stork aus Preußisch Oldendorf, Westfalen-Hof aus Rahden, Hotel Meyer-Pilz und Berggasthof Wilhelmshöhe aus Stemwede.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Hotellerie und Gas­tronomie sowie mit Unterstützung von Burkhard Lohmeier aus Preußisch Oldendorf dieses Angebot schaffen konnten“, sagt Clarissa Schablowski, die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes „Sieben“. Zusammen sind die Organisatoren der Mietrad-Möglichkeit auf dem besten Weg, neue Möglichkeiten aufzuzeigen und ein neues Bewusstsein zu schaffen!

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