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Remtergarten Corvey mit duftenden Rosen, essbaren Blüten und heilsamen Kräutern wird neu belebt

Ein optischer Höhepunkt der LGS

Höxter

Die Rekonstruktion des historischen Klostergartens in Corvey soll eines der großen Vorzeigeobjekte der Landesgartenschau 2023 werden. Dort, wo jetzt leere Wiesen liegen und wilde Kräuter wuchern, zwischen Klosterostfassade und Klostermauer am Weserufer entsteht ein Kleinod.

So soll der neu gestaltete Bereich zwischen Kirche, Schloss und Domäne 2023 aussehen. Beete, Bäume und viele schöne Ecken zum Verweilen gehören zum Klostergarten. Schon im Mittelalter züchteten die Mönche hier Pflanzen. Foto: LGS Höxter Büro Franz Reschke

Der Remtergarten an der früheren Reichsabtei Corvey spricht zur Landesgartenschau alle Sinne an. Er soll dauerhaft zum Anziehungspunkt für Kulturliebhaber und Gartenfreunde werden. Bisher liegt er noch versteckt hinter hohen Klostermauern – zur Landesgartenschau in Höxter soll der Garten in Corvey auch von der Weserseite aus zugänglich gemacht werden – und damit für die vielen Radtouristen, die am Fluss entlang unterwegs sind, erreichbar sein „Wir werden das Weltkulturerbe Corvey erstmals zum Radweg öffnen“, freut sich LGS-Geschäftsführerin Claudia Koch. Der eigentliche Eingang wird allerdings direkt am Schloss sein. „Der Besucher muss also über die Corveyer Achse laufen und wird den Eindruck des Westwerks mitnehmen“, schildert die LGS-Chefin. Wer die Gartenschau besucht, sollte sich nach Möglichkeit eben auch das karolingische Kleinod anschauen – ein „Mitnahmeeffekt“ für beide Seiten. Schließlich gehört das 822 (also nächstes Jahr vor 1200 Jahren) gegründete Benediktinerkloster zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Weserbergland.

Durch den Innenhof des Schlosses geht es in den Klostergarten. Der soll Treffpunkt für Kulturliebhaber und Gartenfreunde aus ganz Deutschland werden – zur Gartenschau aber vor allem auch danach. Im Schatten des Westwerks blühen Rosen und Duftsträucher. Und es gedeiht sehr viel Gemüse. Auf 800 Quadratmetern wird ein Küchenkabinett angelegt. „Dort wird man Gemüse aus dem Mittelalter, der sogenannten Neuen Welt Amerika und aus der Gegenwart finden“, verspricht LGS-Geschäftsführer Jan Holsteg. Am Rand des Küchengartens werden Beerensträucher wie Stachelbeere oder Johannisbeere gepflanzt. Insbesondere alte Gemüsesorten sind dann in den Beeten zu finden. „Früher haben die Leute sich das ganze Jahr über aus dem eigenen Garten ernährt. Da brauchte man Sorten, die auch schon im zeitigen Frühjahr und im Winter geerntet werden konnten“, erklärt Magdalene Winkelhorst vom Gartenschau-Team.

Nebenan im Apothekergarten wachsen Arzneipflanzen aus aller Welt. Die heilsamen Kräuter und Gewächse sind in verschiedene Felder aufgeteilt – je nach medizinischer Indikation. „Es gibt sogar Keuschheitspflanzen, die dürfen in einem Klostergarten natürlich nicht fehlen“, meint Claudia Koch augenzwinkernd. Von der Geophyten-Wiese mit Zwiebelpflanzen wie Iris oder Allium hat man einen guten Blick auf die markante Doppeltürme des Westwerks: „Da kann man das Westwerk auf sich wirken lassen“, sagt die LGS-Geschäftsführerin.

Pergolen und Rosenbögen sollen im Remtergarten ein besonderes Ambiente schaffen. Mittendrin wird ein großer Veranstaltungsplatz entstehen. „Da kann ich mir kleinere Kulturveranstaltungen wie Lesungen, ein Jazz-Frühstück oder ein Streichquartett vorstellen“, erläutert Claudia Koch. Aber auch Show-Kochen würde sich anbieten, ist man doch von frischen Kochzutaten praktisch umgeben.

Staudenbeete soll es im Remtergarten ebenfalls geben. Gezeigt werden natürlich die Prachtstauden, die in jedem Bauerngarten zu finden sind, wie zum Beispiel Rittersporn und Dahlien. Bis ins Detail ausgearbeitet sind die Pflanzpläne noch nicht. „Wir werden aber auch Exoten wie Artischocke, Banane oder Canna präsentieren“, verrät Magdalene Winkelhorst.

Schon jetzt ist aber klar: Der Remtergarten wird nicht nur etwas für das Auge. „Man wird überall seine Nase dranhalten können, wir werden viel mit Geruch arbeiten“, sagt die Fachfrau von der Landesgartenschau Höxter. Und es gibt sogar etwas zum Schmecken: „Wir haben auch Blühendes für den Teller – essbare Blüten von Taglilie, Glockenblume und Indianernessel.“

„Der neu gestaltete Remtergarten zeigt, wie stark die Klöster unsere Gartenkultur prägten“, betont Claudia Koch. Er werde sich hervorragend in die Klosterregion einfügen. „Er bereichert die Klostergartenroute um ein weiteres faszinierendes Ausflugsziel für jedermann in und um Höxter.“

Die Bauarbeiten in den Teilbereichen der Landesgartenschau werden jetzt nach und nach gestartet. Sobald es im Remtergarten bei Schloss Corvey losgeht, wird die Geschäftsführung auch dort eine Baustellenführung anbieten. Termine werden noch bekanntgegeben.

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