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Menschenkette grüßt das Jubelpaar Irmtraud und Karl-Heinz Meier – bekannt als Betreiber der Kinos Quernheim und Espelkamp

Eines der längsten Spaliere zur Goldhochzeit

Quernheim/Stemwede

Die Überraschung war gelungen: Eines der wohl längsten Spaliere zwischen Lemförde und Quernheim haben am Samstag Hunderte Menschen gebildet.

Von Heidrun Mühlke

Hunderte Menschen standen zwischen Lemförde und Quernheim Spalier, um das Goldhochzeitspaar Irmtraud und Karl-Heinz Meier zu begrüßen. Die Meiers sind in der Region überaus bekannt und beliebt, betreiben sie doch seit Jahrzehnten die bekannte Lichtburg in Quernheim. Foto: Heidrun Mühlke

Grund war die Goldhochzeit von „Fuchs und Füchsin“, alias Karl-Heinz und Irmtraud Meier, Betreiber der Kinos Lichtburg Quernheim und Elite Espelkamp. Aufgerufen wurde weit im Vorfeld via Whats-App. Der Text erreichte so viele Einwohner im großen Umkreis.

Und so kamen Menschen nicht nur aus der Samtgemeinde Lemförde, sondern auch aus Stemwede, Hunteburg, Diepholz und Bad Essen, um nach der kirchlichen Einsegnung des Paares an der Lemförder Kochstraße sowie in Richtung Quernheim an der Straße Schwatte Damm das wohl spektakulärste Spalier zu bilden, das man in der hiesigen Gegend gesehen hat. Jubelnd wurde das Goldhochzeitspaar begrüßt, das mit einem Oldtimer die Strecke entlang kutschiert wurde. Begeistert von der Idee und fast zu Tränen gerührt konnten „Fuchs und Füchsin“ den Zuspruch kaum fassen.

Begeistert und fast zu Tränen gerührt über so viel Zuspruch: Die Goldhochzeiter Irmtraud und Karl-Heinz Meier während ihrer Fahrt von Lemförde nach Quernheim Foto: Heidrun Mühlke

Das Paar hatte sich 1969 beim so genannten „Rosendienstagsball“ im Saal von Meier‘s Deele in Oppenwehe kennengelernt. „Ich schloss danach immer unser Kino extra pünktlich nach der Spätvorstellung ab, damit ich mit Irmtraud noch den letzten Tanz im Oppendorfer ‚Panorama 107‘ genießen durfte“, erinnert sich Karl-Heinz Meier schmunzelnd an jene Zeit. „Polizeistunde war um 2.30 Uhr, und man durfte dieses Tanzlokal nur mit Krawatte betreten. Natürlich habe ich Irmtraud bald zu mir ins heimische Kino eingeladen.“

1971 verlobte sich das Paar auf der Bauerndeele von Irmtrauds Eltern in Westrup. Geheiratet wurde am 2. Juli 1971 im Lemförde. Das Paar feierte die Hochzeit bei Koch im Brockum – mit 300 Gästen. „Zwischen standesamtlicher Trauung und abendlicher Feier lag eine Pause. Die nutzten wir für einen Umzug mit Musik. An der Tankstelle Kaub hielten wir an, um zu tanzen.“

Karl-Heinz Meier wurde am 21. Oktober 1950 in Diepholz geboren. Er wuchs in Quernheim als mittleres Kind von drei Geschwistern auf. Nach dem Schulbesuch in Lemförde und Rahden (Handelsschule) absolvierte er eine Lehre im elterlichen Lebensmittelgeschäft, dem bereits ein Kino angegliedert war. 1979 übernahm er den Betrieb.

Irmtraud Meier erblickte am 29. Juli 1952 das Licht der Welt in Rahden, wuchs aber gemeinsam mit einer jüngeren Schwester in Westrup auf. Sie besuchte die Schulen in Westrup, Oppenwehe und Rahden (Hauswirtschaftsschule) und arbeitete danach in der Bäckerei Schwarz in Westrup.

Karl-Heinz und Irmtraud Meier haben drei Kinder und sieben Enkel (im Alter von 16 Monaten bis 25 Jahre). Die Kinder wohnen in Kirchdorf (1) und Leipzig (2). „Unser Kino ist unser Lebenswerk, und so lange wir gesund sind, machen wir weiter – mit Unterstützung unseres Personals“, versprechen die Quernheimer. Am 15. Juli wollen Meiers ihre Kinos und das Open-Air-Kino wieder öffnen: „Dann mit ganz neuen Filmen.“

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