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Aktionstag „Nachhaltig unterwegs im ländlichen Raum“ – Leader-Regionen diskutieren Mobilität der Zukunft

Elektro-Ruf-Taxi kann Lücken schließen

Lichtenau

Beim Aktionstag „Nachhaltig unterwegs im ländlichen Raum“ tauschten rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Ideen und Erfahrungen aus und erörterten Erfolgsfaktoren und Hemmnisse für ländliche Mobilitätsangebote.

Im und am Technologiezentrum in Lichtenau haben sich Vertreter der Leader-Regionen über die Mobilität der Zukunft im ländlichen Raum informiert. Foto:

Veranstalter des Mobilitätstages im Technologiezentrum Lichtenau waren die beiden Leader-Regionen Südliches Paderborner Land mit den Kommunen Bad Wünnenberg, Borchen, Büren, Lichtenau und Salzkotten sowie die Leader-Region „LAG5verBund“ mit den Kommunen Anröchte, Erwitte, Geseke, Rüthen und Warstein.

Im Innenhof des Technologiezentrums wurden Bürgerbusse, Elektro-Dorfautos, E-Lastenräder sowie der elektromobile Fuhrpark der Stadt Lichtenau präsentiert. Auf informative Weise führte der Lichtenauer Klimaschutzmanager, Günter Voß, durch das vielseitige Programm.

Um vorhandene Lücken im ÖPNV-Netz zu schließen, betreibt die Kommunale Verkehrsgesellschaft Lippe (KVG) seit gut einem Jahr die Elektro-Ruf-Taxis „Limo – hin und wech“. Der Geschäftsführer, Achim Oberwöhrmeier, der mit der „Limo“ aus Lage angereist war, erläuterte in seinem Vortrag das Pilotprojekt: Es gibt keinen konkreten Fahrplan und mit 30 Minuten Vorlauf muss der Fahrtwunsch angemeldet werden. Eingebunden in den Westfalentarif fahren die barrierefreien E-Taxis von Montag bis Samstag 130 Haltestellen im Stadtgebiet Lage an. Die Limo fährt nur, wenn es im Abstand von +/-15 Minuten keine reguläre Busfahrt gibt. Viele Teilnehmer des Aktionstages nutzen die Gelegenheit zum Probesitzen im E-Taxi.

Probesitzen im E-Taxi (von links): Josef Hartmann (Lichtenau e-Mobil), Peter Gödde (Kulturscheune1a) und Bad Wünnenbergs Bürgermeister Christian Carl. Foto:

Referent Martin Weishand vom Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) sah bei seinen Ausführungen auch Grenzen für die neue Flexibilität im Nahverkehr. Die Hauptlast der Mobilität jenseits des Autos würden weiterhin bei den klassischen Formen des ÖPNV liegen. Die alternativen Mobilitätsangebote könnten für bestimmte Bedarfe ergänzend eingesetzt werden, um einen Verzicht auf das Auto bei manchen Wegen zu erleichtern. Sein Tipp am Ende des Vortrags: Fahrgemeinschaften – zwar nicht neu aber effektiv für Klimaschutz und Geldbeutel.

Der Referent Andrej Sielicki vom Regionalverbund Ostwürttemberg stellte die Ergebnisse eines Projektes vor, bei dem untersucht wurde, welche Rolle das bürgerschaftliche Engagement in der Mobilitätssicherung in Zukunft spielen kann. Als Modellregion diente der Raum Ostwürttemberg, wo in den vergangenen Jahren viele Bürgerfahrdienste entstanden sind. „Der Nutzen dieser engagementbasierten Fahrdienste liegt dabei stärker im sozialen und karitativen Bereich und der Sicherung von Teilhabe-Kriterien, die in einer verkehrsbezogenen Betrachtung oft wenig Berücksichtigung finden“, betonte Siliecki.

Online aus Berlin zugeschaltet stellte Johannes Daum, Programmleiter Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie bei der NOW GmbH, in seinem Vortrag die Frage: „Batterie, Brennstoffzelle, E-Fuel – Was treibt uns künftig an?“ Er referierte zu der strategischen Ausrichtung des Bundesverkehrsministeriums zum Markthochlauf für die alternativen Kraftstoffe und informierte die Teilnehmer über aktuelle Fördermöglichkeiten für alternative Antriebe im Personenverkehr.

Mobilität mit reduziertem Energieverbrauch

Dass sich der ländliche Raum mit innovativen und praxistauglichen Mobilitätsangeboten nicht hinter den städtischen Metropolen verstecken muss, zeigten die vorgestellten ehrenamtlichen Projekte aus den beiden Leader-Regionen. Der Wandel zu einer Mobilität mit reduziertem Energieverbrauch steht bei den Projekten ebenso im Fokus wie Erleichterungen, die mit neuen digitalen Lösungen einhergehen.

Bei der Tagung in Lichtenau wurde deutlich, dass sich bei der Mobilität auf dem Land einiges in Richtung flexibler und vielfältiger Angebote bewegt, teilen die Veranstalter mit. Die Praxisbeispiele konnten in Lichtenau spannende Impulse setzen für zukunftsweisende Lösungen.

Die Organisatoren, die sich über das große Interesse bei der Veranstaltung freuten, werden die „Mobilität im ländlichen Raum“ auch zukünftig auf der Agenda in den beiden Leader-Regionen haben.

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