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Berufswahl und Pubertät fallen bei Jugendlichen oft zusammen – Väter und Mütter sind wichtige Ratgeber

Eltern sollten nicht locker lassen

Beverungen

Welchen Einfluss haben Eltern auf die Berufswahl ihrer Kinder. Einen großen, meint Judith Hüsken, an der Sekundarschule Beverungen zuständig für die Berufsorientierung. Daher sollten Mütter und Väter nicht locker lassen und immer wieder das Gespräche mit ihren Kindern über deren Berufswahl suchen.

Fynn Brzezina, Amy Ebbrecht, Pia-Sophie Gott und Laura Baumann (von links) aus der Klasse 8c präsentieren ihre selbstgebaute Murmelbahn. Foto: Sekundarschule Dreiländereck

Auch dann, wenn das in der Pubertät schwierig sei und die Jugendlichen eine Einmischung von außen oftmals ablehnten. „Eltern sind die wichtigsten Ratgeber bei der Zukunftsplanung ihrer Kinder“, sagt Hüsken. Bei den Jugendlichen zähle die Meinung der Eltern viel mehr als das, was Freunde, Verwandte, Lehrer oder Berufsberater empfehlen.

Bei der Vorstellung der Jugendlichen über ihre weitere Lebensplanung würden laufend neue Berufsbilder entstehen, für andere gebe es keine Nachfrage mehr, weiß Judith Hüsken. Die Schule helfe ihren Schülern dabei, im Dschungel der Möglichkeiten den Überblick zu behalten.

Viele Jugendliche seien auch überfordert, schon früh die Weichen für den weiteren Lebensweg stellen zu müssen. Plötzlich sollen sie Wünsche, Neigungen und Interessen benennen. Selbst wenn dies gelingt, ist der passende Beruf noch lange nicht gefunden.

Daher habe die Berufsorientierung an der Sekundarschule im Dreiländereck einen besonderen Stellenwert. Alle Schüler sollen in Verbindung mit ihrem Schulabschluss eine realistische Anschlussperspektive entwickeln, um sich möglichst gezielt eine eigenverantwortliche und selbstbestimmte berufliche Existenz aufbauen zu können.

Im Rahmen der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss, Übergang Schule – Beruf NRW“ wurde daher kürzlich für Schüler der achten Klassen zur Unterstützung der Berufsorientierung die Potenzialanalyse von einem außerschulischen Träger durchgeführt. Die Achtklässler durchliefen alle einen Tag lang einen Prozess, in dem sie sich und ihre Fähigkeiten besser kennenlernen konnten. In der Potenzialanalyse wurden mit Hilfe von unterschiedlichen Aufgaben berufsrelevante Fähigkeiten der Jugendlichen erfasst. Im Schwerpunkt ging es um berufsbezogene Kompetenzen sowie um soziale und personale Fähigkeiten. Ausdrücklich will die Potenzialanalyse nicht den Wunschberuf herausfiltern. Die Resultate sollen viel mehr motivieren, die Berufsorientierung gezielter anzugehen: Was kann, was will ich erreichen? Wie will ich später leben und arbeiten? Um dies gezielt feststellen zu können, erhalten die Jugendlichen ein Feedback, bei dem die Eltern und auch die Schule einbezogen werden. „Somit wird die berufliche Orientierung unterstützt und künftige Handlungsschritte werden verein-bart“, sagt Hüsken. Die Schüler erhalten eine schriftliche Ergebnisdokumentation. Zusätzlich werden die Ergebnisse im „Berufswahlpass“ festgehalten werden, womit sie einen Eingang in die schulische Berufsorientierung finden.

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