1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. „Endlich ein Nationalpark!“

  6. >

Bad Lippspringe: SPD und Grüne fordern Stopp aller Planungsaktivitäten für eine militärische Nutzung

„Endlich ein Nationalpark!“

Bad Lippspringe/Schlangen/Hövelhof

Die Aufnahme von Gesprächen der Bürgermeister von Schlangen und Bad Lippspringe mit den britischen Streitkräften begrüßen die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen in Bad Lippspringe ausdrücklich. Allerdings sind beide Fraktionen der Meinung, dass es damit nicht getan sei und üben Kritik an den Rückmeldungen aus diesen Gesprächen.

Radfahrer in der Senne. Foto: Jörn Hannemann/Archiv

So habe der Schlänger Bürgermeister Marcus Püster deutlich gemacht, dass das britische Militär seine Akzeptanz in der Bevölkerung erhöhen könne, wenn es Sinn und Umfang der Planungen erläutern würde. „Doch nur mit der Offenlegung der Pläne ist es noch nicht getan“, äußert sich Marcus Kleinemeyer, der Fraktionsvorsitzende der SPD, unzufrieden.

Auch die Aussage von Bürgermeister Ulrich Lange, dass es zwar Antworten der Briten gegeben habe, diese aber nicht ausreichend seien, sei vom Grundsatz her zwar richtig, aber ebenfalls nicht befriedigend. SPD und Grüne fordern über einen reinen Informationsaustausch hinaus einen sofortigen Stopp aller Planungsaktivitäten, die auf eine erweiterte militärische Nutzung der Senne abzielen. Dabei sei klar, dass eine Lösung auf kommunaler Ebene nicht zu erreichen ist. Festzuhalten bleibe jedoch, dass die Anrainer der Senne die Betroffenen der immer stärker werdenden Lärm- und Umweltbelastungen sind.

Gerade für Bad Lippspringe als Gesundheits- und Tourismusstandort bedeute dies eine Gefährdung in seiner Existenz. Deshalb müsse die Gesprächsaufnahme auf Landes- und Bundesebene von einem Moratorium begleitet werden, damit der aktuelle Stand abgesichert werden kann, lautet die Forderung von SPD und Grünen. Sowohl aus Richtung der neuen Bundesregierung, als auch von einer nach der Wahl im kommenden Mai neuen Landesregierung erhoffen sich beide Fraktionen eine neue und deutlich andere Ausrichtung der zukünftigen Nutzung der Senne. „Denn dieser einzigartige Hotspot der Biodiversität soll endlich Nationalpark werden“, fordert die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Gerda Werth.

„Es kann schließlich nicht sein, dass die Briten, nachdem sie den Großteil ihrer eigenen Streitkräfte abgezogen haben, nun die Senne lukrativ an andere Nato-Mitglieder vermieten wollen und die Anrainer-Kommunen damit vor vollendete Tatsachen stellen“, moniert Marcus Kleine­meyer. Auch die Sennevereinbarung werde von den Briten immer mehr mit Füßen getreten. „Gemeinsam haben wir vor kurzem mit Hövelhof und Schlangen das Projekt Senne für alle Sinne übernommen. Darüber hinaus soll eine gemeinsame Bewerbung als Leader-Region beim Land NRW für die neue EU-Förderperiode erfolgen. Wie passt denn das zu Dauerbeschuss und Tieffliegern?“ fragt Gerda Werth. Deshalb müsse die Senne ein verbindender Naturraum werden. „Aktuell trennt uns die Senne von Hövelhof aufgrund der fast ganzjährigen Sperrung seitens der Briten. Von einem partnerschaftlichen Verhältnis kann schon länger nicht mehr gesprochen werden“, lautet das ernüchternde Fazit von Marcus Kleinemeyer.

Startseite
ANZEIGE