Bürger fordert weitere Maßnahmen an den Fischteichen Paderborn – mit Kommentar

„Enten schützen – Dubelohstraße sperren“

Paderborn

Nach einem erneuten Zwischenfall reicht es Martin Sundarp endgültig. Er kann das Leid der Enten und Gänse nicht mehr ertragen. Der Paderborner fordert nun in einem Bürgerantrag die Sperrung der Dubelohstraße im Bereich der Fischteiche.

Von Ingo Schmitz

Zahlreiche Wasservögel sind trotz des Autoverkehrs an den Fischteichen heimisch. Das Ordnungsamt Paderborn kontrolliert hier in der Tempo-30-Zone regelmäßig die gefahrenen Geschwindigkeiten. Foto: Jörn Hannemann

Sein Ziel ist es, die Wasservögel vor den Autos zu schützen. Die Stadt Paderborn sieht für die Idee kaum eine Chance: „Mehr als wir dort machen, ist nicht möglich“, meint Ordnungsamtsleiter Udo Olschewski.

Seit Jahren befasst sich die Stadt Paderborn immer wieder mit den Fischteichen – dem beliebten, idyllischen Naherholungsgebiet vieler Bürger. In den vergangenen heißen Sommern liefen die Teiche regelmäßig trocken, so dass eine neue Versorgungsleitung gelegt wurde, um das Problem zu beheben. Auch das Thema Enten steht immer wieder auf der Tagesordnung, weil die Tiere unter die Räder rücksichtsloser Autofahrer geraten. Hintergrund sind die Wanderungsbewegungen der Tiere zwischen den Teichen, die für das Federvieh gefährlich werden können, wenn die Autofahrer zu schnell sind.

„Ein herzzerreißender Moment“

Martin Sundarp ist in der vergangenen Woche erneut Zeuge geworden, wie eine weibliche Ente Opfer eines Zusammenstoßes mit einem Auto wurde. „Der Erpel blieb bei ihr auf der Fahrbahn und wurde erst durch ein Hupkonzert der Autofahrer vertrieben“, erzählt der Paderborner von einem „herzzerreißenden Moment“. Einen Tag später habe der Erpel immer noch vor dem „Haufen Federn“ gesessen, der von der Partnerin übrig geblieben war.

„Ich bin seit dem Jahr 2017 mit verschiedenen Stellen der Stadt und des Kreises in Kontakt und weise auf die Probleme an dem Ort hin, den Bürgermeister Franz Franckenberg (1872 bis 1894) als Platz der friedlichen Erholung geschaffen hat“, sagt Martin Sundarp.

Tempo 30 und Hinweisschilder reichen nicht aus

Das bürgerschaftliche Engagement führte unter anderem vor zwei Jahren zu einer Petition, an der fast 3000 Bürger die Forderung nach einer Tempo-30-Zone unterstützten. Inzwischen gilt hier das Tempolimit. Außerdem wurden große Hinweisschilder (Displays) aufgestellt. Das alles reicht aber wohl nicht aus, meint Sundarp und erinnert an ein angebliches Versprechen der Politik aus den 70er Jahren, wonach die Dubelohstraße an den Fischteichen gesperrt werden sollte. Dieses Versprechen gelte es jetzt einzulösen, meint der Tierfreund, der zudem die Bitte hat, für die Tiere an den Teichen Rasenflächen zum Grasen anzulegen.

Laut Ordnungsamtsleiter Udo Olschewski gibt es das Versprechen nicht. Er hält eine Sperrung der Dubelohstraße für nicht umsetzbar. Er verweist auf die aus seiner Sicht unübersehbaren Schilder, die die Autofahrer nur beherzigen müssten. Ob sie das tun, werde regelmäßig mit dem Radarwagen überprüft. Natürlich gebe es schwarze Schafe, die zu schnell unterwegs seien, aber der Streckenabschnitt sei nicht besonders „auffällig“.

Unverhältnismäßig – ein Kommentar von Ingo Schmitz

Die Fischteiche sind – ebenso wie das Paderquellgebiet, die Paderwiesen und der Padersee – herausragende Naherholungsgebiete und Rückzugsraum für Mensch und Tier. Viele Gäste unserer Stadt beneiden uns um diese Juwelen, die im Laufe der vergangenen Jahre immer mehr zum Glänzen gebracht worden sind.

Leider gibt es immer wieder Zeitgenossen, die diesen Wert nicht erkennen und nicht wertschätzen. Nehmen wir als Beispiel diejenigen, die sich auf Ruhebänken breit machen, trinken und essen und anschließend den Müll liegen lassen. Das Verpackungsmaterial kann zu töd­lichen Fallen für Tiere werden, die fürchterlich verenden, wenn sie sich nicht selbst befreien können. Verbieten wir aber wegen einiger weniger Umweltsünder generell das Picknick im Freien und bauen die Bänke ab?

Genauso verhält es sich mit den Enten an den Fischteichen und den Autofahrern. Die Dubelohstraße komplett zu sperren, weil einige Fahrer sich rücksichtslos verhalten, wäre unverhältnismäßig. Die Sperrung wäre ein weitreichender Eingriff ins Gesamtgefüge des Paderborner Straßennetzes mit immensen Folgen für alle. Daher bleibt nur eins: Auf den Verstand der Autofahrer setzen und dort regelmäßig das Tempo kontrollieren

Startseite