1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Erfolg durch Verlässlichkeit

  6. >

75 Jahre CDU-Ortsverband Kollerbeck – Tradition geht auf katholische Zentrumspartei zurück

Erfolg durch Verlässlichkeit

Kollerbeck

Am 3. Juli 1946 – vor 75 Jahren – fanden sich politisch engagierte Männer zusammen, um einen Ortsverband der CDU in Kollerbeck zu gründen. Damit sei der Ortsverband Kollerbeck der älteste, kontinuierlich existierende Ortsverband der CDU in der Stadt Marienmünster, so Vorsitzender Joseph Büker. „Mit menschennaher und sachlicher Politik auf christlicher Grundlage konnten in vielen kommunalpolitischen Bereichen wichtige Akzente gesetzt werden, so Büker weiter.

Der Kreistagsabgeordnete Thomas Johlen (rechts) und sein Vorgänger Paul Gemmeke (links) freuen sich mit dem Vorsitzenden des CDU-Ortsverbandes Kollerbeck/Born/Münsterbrock, Joseph Büker, über 75 Jahre kontinuierliches, kommunalpolitisches Engagement. Foto: Privat

Tradition aus der Weimarer Zeit

In der Weimarer Zeit bis 1933 war das katholische Zentrum die dominierende Partei im ländlichen Raum des Kreises Höxter. Sogar 1933 wählte der größte Teil der katholischen Landbevölkerung im Amt Vörden noch die Zentrumspartei. Die meisten Ortschaften wie Löwendorf, Papenhöfen, Kleinenbreden und Hohehaus blieben Bastionen des politischen Katholizismus.

Nach dem Krieg gründete sich die Zentrumspartei in den Ortschaften des Amtes Vörden neu. Ihre Programmatik war moderner ausgerichtet, aber sie blieb weitgehend eine Konfessionspartei der Katholiken. Die CDU des Kreises Höxter, die mit ihrer überkonfessionellen christdemokratischen Ausrichtung, den bis 1945 im Kreis Höxter und besonders in der Stadt Höxter erbittert geführten Konfessionsstreit (“hie Wittenberg, hie Rom“) überwinden wollte, hatte es in vielen Orten schwer mit der Zentrumspartei zu konkurrieren.

CDU-Gründungen nach dem Weltkrieg

In der wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeit nach dem Ende des Weltkrieges und der Nazi-Diktatur gründeten am 3. Juli 1946 in Kollerbeck elf politisch interessierte Männer einen neuen Ortsverband der Christdemokratischen Union. Zum 1. Vorsitzenden wurde Tischlermeister Anton Klocke („Treppenkror“) gewählt, zum stellvertretenden Vorsitzenden Josef Welling und zum Kassierer Johann Welling. Nach der Auflösung des Zentrums in den 1960er Jahren wurde die CDU zur stärksten politischen Kraft im Amt Vörden. In der Zeit der Kommunalreform und des bundespolitischen Wechsels, der Ära der sozialliberalen Koalition in Bonn, erlebte die CDU in der neu gegründeten Stadt Marienmünster eine starke Expansion. Neue christdemokratische Ortsverbände in Altenbergen (1969), Bredenborn (1969) und Kleinenbreden/Großenbreden/Hohehaus wurden gegründet. Die Zahl der Mitglieder stieg besonders in Bredenborn durch die Arbeit neuer Vorsitzender und Mandatsträger bis Anfang der 1980er Jahre stark an.

Personalpolitischer Streit führte dann jedoch in einigen Ortschaften der Stadt Marienmünster zu einer schweren Krise der Partei in den Jahren 1983/84. In Kollerbeck wurde die CDU mit dem letzten Ortsbürgermeister vor der Kommunalreform, Johannes Stecker, zur dominierenden, politischen Kraft.

Kontinuierliche Entwicklung

Im Ortsverband Kollerbeck verlief die Entwicklung immer kontinuierlich. Anfang der 1960er Jahre wurden die CDU-Mitglieder in Born und Münsterbrock in den Kollerbecker Ortsverband integriert. Anton Klocke, der Gründer der Ortspartei, war von 1946 bis etwa 1970 fast 25 Jahre Vorsitzender der Christdemokraten. In den letzten Jahren war Joseph Büker, der von 1994 bis 2009 als 1. stellvertretender Bügermeister der Stadt Marienmünster und seit 1994 als Vorsitzender des Ortsausschusses Kollerbeck kommunalpolitisch tätig ist, Vorsitzender des Ortsverbandes. Noch länger in Verantwortung ist Schriftführerin Maria Müller, die sich mittlerweile über 30 Jahre im Vorstand engagiert.

Auch bedeutende Kreistagsabgeordnete gingen aus den Reihen des Ortsverbandes Kollerbeck/ Born/ Münsterbrock hervor. Der langjährige Kreistagsabgeordnete Otto Gemmeke war einer der führenden Kreispolitiker in der schwierigen Phase der Kommunalreform. Paul Gemmeke engagierte sich bis 2014 als Vertreter der Stadt Marienmünster im Kreistag.

Ihm folgte Thomas Johlen aus Born, der seit sieben Jahren im Kreistag die Interessen von Marienmünster vertritt. Auch in den Ortschaften wurde Verantwortung für die Menschen übernommen. In der Ortschaft Münsterbrock war und ist dies Ortsvorsteher Stefan Krüger, der sich bereits in jungen Jahren in der Kollerbecker Kommunalpolitik engagierte und seit 2004 als Ortsvorsteher die Interessen von Münsterbrock, Born und der Abtei vertritt.

Startseite