1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Erneut brennt es im leerstehenden Hotel im Aatal

  6. >

Einsatz der Bad Wünnenberger Feuerwehr am Dienstagabend – dritter Fall von Brandstiftung in fünfeinhalb Wochen

Erneut brennt es im leerstehenden Hotel im Aatal

Bad Wünnenberg

Acht Tage nach dem letzten Brand hat es am Dienstagabend erneut einen Feuerwehreinsatz in dem leerstehenden Hotel im Bad Wünnenberger Aatal gegeben. Insgesamt ist es nun das dritte Feuer binnen fünfeinhalb Wochen. Die Polizei ermittelt erneut wegen Brandstiftung.

Im Einsatz am leerstehenden Hotel waren etwa 40 Feuerwehrleute unter der Leitung von Andreas Luig mit neun Einsatzfahrzeugen. Foto: Freiw. Feuerwehr Stadt Bad Wünnenberg

Um 20.10 Uhr wurde der Löschzug Bad Wünnenberg alarmiert: Aus dem Dach des Gebäudes drang Rauch. Die Leitstelle entsandte zusätzlich den Löschzug Fürstenberg, die Löschgruppe Leiberg, Sonderfahrzeuge des Löschzuges Haaren, einen Rettungswagen und die Polizei zur Einsatzstelle.

Als die Feuerwehr eintraf, stellte sie fest, dass der Rauch aus dem mittleren Gebäudeteil kam. „Unter Atemschutz gingen zwei Trupps umgehend zur Brandbekämpfung in das Gebäude vor“, berichtete Christoph Hesse, Pressesprecher der Feuerwehr Bad Wünnenberg. Das Feuer im Erdgeschoss – ein Sofa brannte – wurde gelöscht. Das Gebäude – es soll laut Polizeimitteilung vom Mittag „in nächster Zeit abgerissen werden – wurde im Anschluss belüftet.

Die Polizei vermutet Jugendliche, die durch eins der beschädigten Fenster in das Gebäude gelangen, als Verursacher. Hinweise auf verdächtige Personen nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 05251/3060 entgegen.

Die bisherigen Brände

Zuletzt hatte es am 24. Mai in dem Gebäudekomplex gebrannt. „Nach bisherigem polizeilichem Ermittlungsstand verschaffte sich ein bislang unbekannter Täter augenscheinlich über ein rückwärtiges Fenster Zutritt zum Gebäude und gelangte durch die Innenräume in das Obergeschoss. Dort geriet dann ein Sofa in einem Raum in Brand. Im Anschluss flüchtete der Täter aus dem Haus“, teilte die Polizei danach mit. Dicht geparkte Autos und Ausflügler hatten den Einsatz der Feuerwehr erschwert.

Den ersten Einsatz in dem leerstehenden Hotel im Aatal hatte die Feuerwehr am 24. April. Die Polizei fahndete daraufhin nach einem Jugendlichen.

Das Aatal-Hotel

Das Aatal-Hotel war früher mit Zimmern, Ferienwohnungen und den Aatal-Stuben, die gerne für Weihnachts- und Familienfeiern genutzt wurden, ein Aktivposten im Kurort. Mittlerweile steht es lange leer.

Vor knapp zwei Jahren wurde bekannt, dass der Helmerner Windkraft-Unternehmer Friedbert Agethen die Immobilie gekauft hatte. Agethen plante damals, den alten Gebäudekomplex abzureißen und auf dem 10.000 Quadratmeter großen Grundstück ein Vier-Sterne-Hotel auf drei Etagen mit mindestens 90 Zimmern zu bauen. Die Investitionskosten wurden auf 15 bis 20 Millionen Euro geschätzt.

Gekauft hatte Agethen die Immobilie 2019 nach eigenen Angaben auf Anregung des damaligen Bürgermeisters und heutigen Landrats Christoph Rüther. Es sollte offenbar verhindert werden, dass das Aatal-Hotel wie schon das einstige Traditionshotel Jagdhaus im Kernort für Arbeiter-Mietwohnungen zweckentfremdet werde.

Startseite
ANZEIGE