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Nach Vorfällen in Bad Lippspringe und Bad Wünnenberg bittet die Polizei: „Sprechen Sie mit Ihren älteren Angehörigen!“

Erneut Schockanrufe im Kreis Paderborn

Bad Lippspringe/Bad Wünnenberg/Paderborn

Erneut üben Schockanrufer im Kreis Paderborn ihre kriminelle Tätigkeit aus: Am Mittwochnachmittag meldeten sich bislang unbekannte Täter laut Polizei telefonisch bei mehreren Menschen in Bad Lippspringe und Bad Wünnenberg.

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Symbolbild. Foto: dpa

Der Anrufer gab sich den Angaben zufolge als Polizist aus und schockierte die Angerufenen mit der Aussage, dass ein naher Verwandter in einen tödlichen Verkehrsunfall verwickelt wäre und nur durch Zahlung einer hohen Geldsumme der Untersuchungshaft entgehen könnte.

Bevor es zu Schlimmeren kam, machten die Angerufenen aber alles richtig. „Sie beendete sofort das Gespräch und informierte die Polizei“, teilte Kriminalhauptkommissarin Corinna Koptik mit.

Diese Masche nutzten Kriminelle in letzter Zeit häufiger. Koptik: „Die Betrüger rufen oft bei älteren Menschen an und manipulieren ihre Opfer in stundenlangen Telefonaten. Sie geben sich als Polizisten, Richter oder Staatsanwälte aus, erzählen ihnen immer wieder andere Geschichten – in dem festen Vorsatz, die Angerufenen zutiefst zu schockieren, zu verunsichern und schließlich dazu zu bewegen, Geld und Wertgegenstände herauszugeben.“ Dabei seien der Fantasie der Täter keine Grenzen gesetzt. Zur Zeit häufe sich die angebliche Verwicklung enger Familienangehörige in tödliche Verkehrsunfälle.

Die Paderborner Polizei liefert weiteren Hintergrund zu der Vorgehensweise der Kriminellen: In allen Fällen fordern die Täter die Opfer auf, Wertgegenstände und Bargeld zum Schutz des Familienangehörigen an einen „Kollegen“ zu übergeben. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, solle das Opfer mit niemandem über den Vorfall reden. Mit geschickter Gesprächsführung bringen die Täter die Opfer dazu, ihr gesamtes Barvermögen und mitunter sogar den Inhalt von Bankschließfächern nach Hause zu holen. Dort holt dann ein vermeintlicher Polizeibeamter Geld und Wertgegenstände ab. Die Täter agieren häufig aus „Callcentern“ im Ausland. Sie nutzen das sogenannte „Call-ID-Spoofing“. Dies ermöglicht die Anzeige einer frei wählbaren Telefonnummer im Display des Angerufenen mittels Internettelefonie. Die wahre Herkunft des Anrufes wird nicht nur verschleiert, es entsteht der Eindruck, der Anruf stamme tatsächlich von der Polizei. So ist es möglich, Telefonnummern im Display erscheinen zu lassen, die „110“ lauten, oder denen von Polizeiwachen ähnlich sehen, wie zum Beispiel 05251-30600.

Tipps der Polizei

- Bei einem Anruf der echten Polizei erscheint niemals die Rufnummer 110 im Telefondisplay!

- Wenn Sie Anrufe dieser Art bekommen, legen Sie sofort auf und beenden Sie das Gespräch.

- Geben Sie keinesfalls Geld, Schmuck oder sensible Daten heraus! Geben Sie keine Informationen dahingehend an Fremde, die Ihre Gewohnheiten, Arbeitszeiten, Anzahl der Familienmitglieder, Heimkehrzeiten oder gar Geheimnummern oder Kennwörter aller Art erfragen.

- Rufen Sie sofort die Polizei über den Polizeiruf 110, wenn Sie sich bedrängt fühlen oder Sie bestohlen wurden.

- Reden Sie auch über die Anrufe mit älteren Familienangehörigen und Bekannten, um die Betrugsmasche der falschen Polizisten bekannt zu machen und mögliche Verhaltensmaßnahmen im Vorfeld festzulegen. Die Polizei berät dazu.

- Wenn Sie unsicher sind, ob es sich bei dem Anrufer um einen richtigen Polizeibeamten handelt, lassen Sie sich seinen Namen geben. Rufen Sie dann bei Ihrer Polizei im Kreis Paderborn an, Telefon 05251/3060.

paderborn.polizei.nrw/artikel/achtung-betrueger-am-telefon

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