Sanierungsarbeiten in der Kirche Preußisch Oldendorf – Bund bewilligt 42.500 Euro

Erst die Chorfenster, dann der Altar

Preußisch Oldendorf

on Weitem leuchten die Farben der prächtigen Chorfenster am Turm der St.-Dionysius-Kirche in Preußisch Oldendorf fast wie eh und je.

Von Arndt Hoppe

Pfarrer Michael Weber (links) und Ewald Schwenzfeger, der die „offene Kirche“ in St. Dionysius betreut, hoffen, dass der Bescheid über die Fördermittel vom Bund für die Sanierung der Fenster bald eintrifft, damit die Arbeiten beginnen können. Foto: Arndt Hoppe

Doch wer näher hinschaut, stellt fest, dass es um sie schlecht bestellt ist.

Das mittlere der drei Chorfenster von St. Dionysius ist besonders farbenprächtig, aber leider ziemlich marode. Foto: Arndt Hoppe

„Sie müssen dringend saniert werden und die Kosten dafür liegen bei 85.000 Euro“, berichtet Pfarrer Michael Weber. Er hat aber gleichzeitig eine gute Nachricht: „Der Haushaltsausschuss des Bundes hat Fördergelder in Höhe von 42.500 Euro für die Sanierung bewilligt.“ Der Pfarrer lässt nicht unerwähnt, dass der heimische Bundestagsabgeordnete Achim Post die Arbeit und die notwendigen Anträge stets begleitet habe. Weitere 10 Prozent der Gesamtsumme steuere der Kirchenkreis Lübbecke bei.

Offen sei allerdings, ob auch noch Fördergelder in Höhe von 25.000 Euro fließen, die die Gemeinde beim Land NRW beantragt hat. Dies werde zunächst geklärt, sagt Michael Weber. Daher könne es noch einige Wochen dauern, bis die Gelder freigegeben seien. „Das geht vom Bund zunächst an das Heimatministerium NRW und von dort aus an die Bezirksregierung Detmold.“ Erst wenn diese den Bescheid übermitteln, kann Weber die beteiligten Firmen beauftragen.

Er hofft, dass die Zusage so zeitnah eintrifft, dass die Restauration der Fenster im Juli beginnen kann. Denn die Fenster sind nicht das einzige, was aufgearbeitet werden muss. Auch der Altar ist noch dran. „Angefangen hat alles mit der Taufsakristei“, erinnert sich Michael Weber. Diese sei sozusagen der „Stein des Anstoßes“ gewesen. Sie drohte Ende 2019 von der Kirchenmauer wegzukippen. Deshalb musste sie eingerüstet werden und ist seitdem mit einer hölzernen Verkleidung versehen. Die Denkmalbehörde habe erklärt, die Taufsakristei aus dem 17. Jahrhundert gehöre zur Kirche und müsse deshalb erhalten bleiben.

„Bei den Arbeiten an diesem kleinen Kirchenanbau stellten die Handwerker fest, dass die großen, bunten Kirchenfenster am Turm in einem sehr schlechten Zustand sind“, sagt der Pfarrer. An manchen Stellen seien Lücken zwischen den Fensterstreben und dem Mauerwerk, viele der bunten Scheiben wiesen Risse auf und die Fenster seien an manchen Stellen bis zu fünf Zentimeter nach außen gebeult. „Außerdem sind nach der letzten Restaurierung einige der bunten Scheiben falsch herum eingesetzt worden, so dass die Farbseite außen lag und schneller verwitterte“, erzählt Weber.

Von außen sind die Schäden der Fenster besser zu erkennen. Foto: Arndt Hoppe

Der Pfarrer ist durchaus Kummer gewöhnt, was die Bausubstanz der ehrwürdigen Kirche aus dem 13. Jahrhundert angeht. So mussten etwa 2018 die Säulen für 220.000 Euro restauriert werden, weil sich deren Sandstein wegen Feuchtigkeit an manchen Stellen auflöste. „Außerdem mussten wir in der Folge Teile der Decke und die Orgel sanieren lassen.“, sagt Weber. Das Instrument ist ebenso wie der 500 Jahre alte Passionsaltar mit seinen 13 geschnitzten Reliefs auf einer Liste national bedeutsamer Kulturdenkmäler Deutschlands.

Pfarrer Michael Weber

Doch bevor der historische Altar restauriert werden kann, was etwa 12.000 Euro kosten wird, müssen zuerst die Fenster dicht wieder gemacht werden, erklärt Weber. „Nähme der Altar bei den Arbeiten Schaden, wäre dieser weit größer als der an den Fenstern“. Natürlich werde bei den Arbeiten an den Kirchenfenster versucht, die Belastungen so gering wie möglich zu halten. „Sie werden bei ihrer Sanierung in einen Kasten aus Holzplatten eingehaust.“ Sind die Arbeiten erledigt, wird der Altar in Angriff genommen, der dafür selbst eingerüstet werden muss. „Die Arbeiten übernimmt die Restauratorin Ludmila Henseler“, sagt Pfarrer Weber. Sie kenne das Kunstwerk und habe im Jahr 2000 bereits einmal Restaurierungen daran vorgenommen. „Unsere Figur des Heiligen St. Dionysius, die ihren eigenen Platz an der Wand des Altarraums hat, hat die Restauratorin schon zum Aufarbeiten in ihrer Werkstatt“, sagte Weber.

Michael Weber hat viele gute Gründe, wieso er hofft, dass der Förderbescheid möglichst bald eintrifft. Denn die Gemeinde hat einiges nachzuholen, was in der Pandemie nur eingeschränkt möglich war. „Unter anderem stehen im Juni Jubelkonfirmationen an. Und im September sind einerseits viele Hochzeiten, die verschoben werden mussten. Andererseits feiern wir dann auch Konfirmationen“, freut sich Pfarrer Michael Weber, dass nun wieder mehr Veranstaltungen auch in den Gemeinden möglich sind.

Auch für Presbyter Ewald Schwenzfeger gibt es seit einiger Zeit wieder mehr zu tun. Denn er beaufsichtigt die „Offene Kirche“, die zwischenzeitlich wegen Corona ganz ausgesetzt wurde. „Früher war die Kirche mittwochs und freitags geöffnet. Jetzt ist sie immerhin wieder jeden Mittwoch von 10 bis 12 Uhr für Besucher offen“, sagt er. Die Gruppe, die den Dienst organisiert, könne allerdings noch Unterstützung gebrauchen, sagt Ewald Schwenzfeger. „Wer mitmachen möchte, wendet sich einfach ans Gemeindebüro.“

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