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Biohaus-Partner HPE braucht nach Erdbeben weiterhin Unterstützung – Latrinenprojekt gestartet

Erste Hilfe in Haiti angelaufen

Paderborn

Knapp drei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben im Südwesten von Haiti sind erste Hilfsprojekte zum Wiederaufbau angelaufen, wie die Biohaus-Stiftung für Umwelt und Gerechtigkeit mit Sitz in Paderborn mitteilte.

Helfer der Organisation „Haiti Projet Education“, kurz HPE, bauen Notschlafplätze auf. HPE ist Projektpartner der Paderborner Biohaus-Stiftung. Foto: iohaus-Stiftung

Die bisherige Bilanz des Erdbebens: Mindestens 2200 Tote, Tausende Verletzte und unzählige zerstörte Gebäude. „Doch gerade die kleineren Hilfsorganisationen vor Ort leisten ganz wichtige und direkte Hilfe“, schreibt die Biohaus-Stiftung. Eine der Hilfsorganisationen vor Ort ist der Projektpartner der Biohaus-Stiftung, die „Haiti Projet Education“, kurz HPE, in Aquin, das mitten im Katastrophengebiet liegt.

Direkt nach dem Erdbeben hatte sich die haitianische Organisation, wie berichtet, per Telefon und WhatsApp in Paderborn bei der Biohaus-Stiftung gemeldet. Zum Glück funktioniere die Kommunikation über ­WhatsApp noch. Mit der Hilfe von HPE seien Verletzte ins Krankenhaus gebracht worden. In Notküchen wurde die Bevölkerung mit Nahrung versorgt, Auf der Straße wurden Reis und Bohnen gekocht, die von HPE organisiert worden waren. Auch mit Maniok-Broten aus der HPE-Cassave-Bäckerei wurden die Bevölkerung versorgt.

Die Biohaus-Stiftung überwies nach eigenen Angaben eine Soforthilfe in Höhe von 1000 Euro, damit schnell weitere Lebensmittel gekauft werden konnten. Die auch in Paderborn bekannte Deutsch-Haitianerin Claudette Coulanges, für die die Biohaus-Stiftung eine Entwicklungshelferinnenstelle organisiert und finanziert, reiste mit weiteren 5000 Dollar von Deutschland aus, wohin sie für ihre Impfung gekommen war, zurück nach Haiti. Sie berichtet der Biohaus-Stiftung mittlerweile täglich mit Kurzmeldungen und Fotos aus Aquin.

So habe sie mit dem Geld den Kauf von Baumaterialien organisiert, mit denen HPE’ler Notschlafplätze – sogenannte Hangars – gedeckt mit Palmstroh gebaut haben. Zudem habe HPE ein Kleinst-Kreditprogramm für die am stärksten betroffenen Familien aufgesetzt, damit diese Lebensmittel und erste Baumaterialien hätten erwerben können.

„Als nächstes müssen wir schnell und über die Stadt verteilt vernünftige Latrinen bauen, um Seuchen vorzubeugen“, berichtete Claudette Coulanges. „Denn die traditionellen Plumpsklos sind von den nachfolgenden Unwettern überspült worden.“ Die Biohaus-Stiftung hat dafür bereits 20.000 Euro an eine Bank in der Nachbarstadt überwiesen.

Aufgrund der sehr guten Resonanz zu dem auch in dieser Zeitung veröffentlichten Spendenaufruf habe die Stiftung einen Großteil davon bereits wieder hereinbekommen. „Aber das Geld reicht noch lange nicht“, teilte Stiftungsgründer Willi Ernst mit. „Für den weiteren Aufbau brauchen wir noch viel mehr.“

Spenden gegen eine Spendenquittung werden mit dem Stichwort „Erdbebenhilfe Aquin“ erbeten auf das Konto IBAN: DE16 4306 0967 4092 8583 00 bei der GLS Gemeinschaftsbank eG.

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