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Leader-Förderung und Sponsoren ermöglichen in der Region einmaliges Projekt beim DRK Delbrück

Erste Hilfe kommt mit dem Fahrrad

Delbrück

Wenn es gilt, Menschen mit gesundheitlichen Problemen zu helfen, zählt jede Minute. Das wissen die Helfer des Sanitätsdienstes des DRK-Stadtverbandes nur zu gut. Bei großen Volksfesten haben sie sich in den zurückliegenden Jahren um die Gesundheit der Besucher gekümmert, egal ob Katharinenmarkt, Karnevalsumzüge oder Stadt- und Spargelfest. Nun hat die Sanitätsgruppe drei neue Fahrräder in Dienst stellen können und die erste Fahrradstaffel in der Region an den Start gebracht.

Von Axel Langer

Stellten die neue Fahrradstaffel der DRK-Sanitätsgruppe vor (von links): Regionalmanagerin Dr. Christina Steinbicker von der Leaderregion Lippe-Möhnesee, Bürgermeister Werner Peitz, Projektgruppenleiter Bjarne Broeker, die Vorsitzende des DRK-Stadtverbandes, Tanja Tolzmann, Christian Wiesing von der Fahrradstaffel und Olaf Kiefer, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Delbrück. Foto: Axel Langer

Die Idee entstand im Nachgang zu einem Hilfseinsatz am Rande des Stadt- und Spargelfestes 2019. „Seinerzeit sind wir zu Fuß zur Einsatzstelle gelaufen. Danach entstand die Idee, wie es gewesen wäre, mit dem Rad wohl deutlich schneller zur Einsatzstelle zu gelangen“, erläutert Bjarne Broeker die ersten Schritte zur neuen Fahrradstaffel.

Eine Arbeitsgruppe bildete sich und entwickelte ein Konzept. Unter der Leitung von Bjarne Broeker machte sich die Gruppe Gedanken über die technische Ausstattung. Schon bei der Auswahl der Fahrräder musste bedacht werden, dass unterschiedliche Rahmenhöhen benötigt werden. Für das Sanitätsmaterial wurden spezielle Satteltaschen entwickelt. „Der Transport in Rucksäcken hat sich als unpraktisch erwiesen. Mit gut 25 Kilogramm auf dem Rücken lag der Schwerpunkt zu hoch“, erläutert Bjarne Broeker einige der Probleme, die geklärt werden mussten. So wurden sechs Satteltaschen angeschafft, in die alle benötigten Sanitätsmaterialien gepackt werden können. Die Fahrradstaffel kann auch um einen Defibrillator aufgestockt werden. Außerdem erwies sich die bisherige Einsatzkleidung für den Einsatz auf den Fahrrädern als ungeeignet. „Es wurden keine E-Bikes angeschafft, sondern es muss schon richtig in die Pedale getreten werden“, sagt die DRK-Vorsitzende, Tanja Tolzmann. 15 Helfer des Sanitätsdienstes wurden inzwischen geschult und neu eingekleidet. Natürlich gehören auch Fahrradhelme zur Ausstattung dazu. Außerdem wurde ein Gepäckträger für ein Transportfahrzeug angeschafft, so dass die Fahrräder – mit oder ohne Personal – auch in der Region ausgeliehen und bei benachbarten Sanitätsdiensten eingesetzt werden können. „Beim Roten Kreuz in Hamburg gibt es eine Fahrradstaffel. Mit den Kameraden dort haben wir in engem Austausch gestanden“, so Bjarne Broeker. Bei der Werl-Wallfahrt erlebte die Fahrradstaffel ihre Feuertaufe und hat sich bestens bewährt.

Die Kosten für die Neuanschaffung der Räder, aber auch die Ausstattung belaufen sich auf fast 13.000 Euro, von denen knapp 8500 Euro aus Leader-Fördermitteln stammen. Weitere 3000 Euro stammen aus dem Förderpreis der Stadtsparkasse. Einen zehnprozentigen Eigenanteil hat der DRK-Stadtverband übernommen. „Leader fördert innovative Projekte, die für andere Kommunen Vorbildfunktion haben. Die Fahrradstaffel ist ein kleines, aber sehr sinnvolles Projekt“, sagte Leader-Projektmanagerin Dr. Christina Steinbicker. Bürgermeister Werner Peitz unterstrich, dass es im Vorstand der Leaderregion Lippe-Möhnesee keinerlei Diskussion über den Antrag gegeben habe. „Der Antrag war so überzeugend, dass alle sofort zugestimmt haben“, dankte Peitz dem DRK für die geleistete, ehrenamtliche Arbeit und sieht in der neuen Fahrradstaffel einen weiteren Mosaikstein für schnelle Hilfe.

Olaf Kiefer, Vorstand der Stadtsparkasse, sieht die Fahrradstaffel als Musterprojekt an, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Die Vorsitzende des DRK-Stadtverbandes, Tanja Tolzmann dankte der Projektgruppe für ihre Arbeit: „Ohne die Gruppe und die vielen jungen Helfer würde es diese Fahrradstaffel heute nicht geben.“

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