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Karla Köbbe studiert Baumanagement in der Weserstadt Holzminden – 22-Jährige gibt Einblick in ihren Alltag

„Es ist alles so schön familiär“

Kreis Höxter/Holzminden

Die schriftlichen Prüfungen für das Abitur 2022 beginnen in NRW Ende April. Doch was macht man nach einem erfolgreichen Abschluss der Oberstufe – folgt vielleicht direkt ein Studium? Dass es auch im Weserbergland attraktive Studienplätze gibt, das macht das Beispiel der Studentin Karla Köbbe deutlich.

Bearbeitet von Harald Iding

Karla Köbbe studiert im vierten Semester „Baumanagement“ an der Hochschule in Holzminden. Der Studienstart zum Sommersemester habe für sie perfekt gepasst, sagt die 22-Jährige. Foto: Maasewerd/HAWK

Aktuell laufen die Anmeldungen zum Sommersemester an der HAWK (Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst) in Holzminden. Interessierte könnten sich dort noch bis zum 15. Februar einschreiben. Karla Köbbe ist Studentin im vierten Semester „Baumanagement“. Sie möchte gerne Einblicke in ihren Studienalltag geben und berichtet davon, was es bedeutet, direkt im Sommersemester zu starten. Die 22-Jährige erzählt aus ihrem Studierendenleben in Holzminden und von ihren Erfahrungen an der HAWK.

Zunächst Ausbildung

„Nach meiner Ausbildung zur Bauzeichnerin begann ich ein Architekturstudium in Hannover. Schnell stellte ich fest, dass diese Entscheidung nicht die richtige für mich war. Die Uni und die Stadt waren mir zu groß – und bei dem Studiengang Architektur fehlten mir die baulichen und statischen Inhalte. Meine Suche nach einem schnellen und sinnvollen Wechsel brachte mich zum Bachelorstudiengang Baumanagement in Holzminden. Hier konnte ich direkt durchstarten. Ich wollte keinen Leerlauf und erst bis zum Wintersemester warten. Das war perfekt.“

Und wie schätzt sie das Sommersemester ein? Köbbe: „Es ist für viele eine gute Lösung. Manche gehen nach dem Abi für ein halbes Jahr ins Ausland und können danach direkt mit dem Studium starten. Andere haben eine zweieinhalbjährige Ausbildung hinter sich. Weitere probieren etwas aus und stellen so wie ich fest, dass sie damit nicht glücklich werden. Bis zum Wintersemester müssten all diese Studieninteressierten warten – so können sie aber ohne Verzögerung ihr Ziel verfolgen.“

Gegenseitig helfen

Sie hatte zunächst ein wenig Bedenken, sich vielleicht allein zu fühlen, weil nicht so viele im Sommersemester starten. Das habe sich jedoch als unbegründet herausgestellt, da bei Baumanagement immer zwei Semester zusammen an den Vorlesungen teilnehmen würden. „Man muss also keine Angst haben, dass man keine Leute kennenlernt.“ Die gemischten Vorlesungen hätten außerdem den Vorteil, dass man sich gegenseitig stark unterstützt. Die älteren Semester würden immer gerne helfen.

Und wie findet die junge Studentin eigentlich die Weserstadt Holzminden und die Hochschule? „Man fühlt sich hier nicht wie eine Matrikelnummer. Die Lehrenden kennen die Studierenden beim Namen und stehen einem persönlich, per Mail oder telefonisch, bei Problemen und Fragen zur Verfügung. Es ist alles so schön familiär. Nicht nur die Lehrenden, auch die anderen Mitarbeiter sind offen und freundlich. Dumme Fragen gibt es hier nicht. Das hilft ungemein und überträgt sich auf das gesamte Miteinander – auch unter uns Studierenden.“

Die HAWK Holzminden liegt sehr zentral in der Kernstadt. Foto: Harald Iding

Die 22-Jährige ist in einem Dorf im Emsland aufgewachsen – für sie passe daher die „Kleinstadtatmosphäre“ in Holzminden. Sie schätzt auch die Rahmenbedingungen in der Weserstadt: „Die Wege hier sind kurz, ich kann fast überall zu Fuß hin. Und ich mag die tolle Natur in der direkten Umgebung. Vermutlich ist es immer das, was man selbst daraus macht, aber Holzminden ist keineswegs langweilig. Ich wohne in einer lustigen WG, treffe meine Freunde an der Weser, wir kochen zusammen, quatschen, gehen zum Sport, machen Spieleabende oder gehen in eine der zahlreichen Kneipen.“

Die Corona-Pandemie hat auch das Leben der Studenten verändert, aktuell findet das Studium in Holzminden deswegen nur online statt. Auch Karla Köbbe hat damit zu kämpfen. „Den größten Teil des Tages verbringe ich leider am Schreibtisch, erst die Online-Vorlesungen und dann die inhaltliche Nachbereitung. Um nicht komplett alleine zu lernen, treffe ich mich mit anderen, um zusammen die Vorlesungen anzuhören und uns darüber auszutauschen. Das kann ich jedem ans Herz legen. Wir nutzen die Möglichkeiten von Schnelltests und kommen so raus aus den eigenen vier Wänden – und es gibt einem wenigstens ein bisschen das Gefühl einer Vorlesung im Hörsaal. Vorteil des derzeitigen Onlinestudiums ist, dass man die Vorlesungen von überall aus verfolgen kann. So besuche ich häufig die Familie oder Freunde – und kann dort länger als nur für ein Wochenende bleiben. Aber das ist nur ein schwacher Trost. Ich freue mich, wenn das Studium hoffentlich bald wieder in Präsenz stattfinden kann.“

Studium genießen

Und was gibt die Studentin allen Interessierten aktuell mit auf den Weg? Karla Köbbe: „Startet durch und kommt an unsere HAWK. Lernt Leute kennen, verabredet euch in der Freizeit, für Vorlesungen oder zum Lernen. Traut euch, Personen bei Fragen oder Problemen anzusprechen. Niemand wird euch abweisen. Und genießt die Zeit. Ich bereue meine Entscheidung nicht. Ich finde es wirklich toll, hier zu studieren!“

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