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Potenzialanalyse für Innovationszentrum und Co-Working-Spaces ist gestartet

Findige Köpfe werden gesucht

Halle

Innovationen voran-, Unternehmen und findige Start-Ups zusammenbringen, Menschen Arbeitsplätze außerhalb ihrer normalen Büroräume bieten – das sind nur wenige der Möglichkeiten, die der im Haller Rathaus erdachte „Digitalhafen“ bieten soll.

Von Klaus-Peter Schillig

Für einen Digital Foto:

Ob solch ein Innovationszentrum, im modernen Wirtschaftsenglisch „Coworking-Space“ genannt, in Halle überhaupt umsetzbar ist, soll jetzt eine Potenzialanalyse zeigen. Der Auftaktveranstaltung per Videokonferenz am Donnerstag folgen jetzt eine Online-Umfrage und Interviews mit ausgewählten Unternehmen der Region.

Machen wir es so, wie der legendäre Paul Henckels als Professor Bömmel in der „Feuerzangenbowle“ seinen Vortrag über die Dampfmaschine einleitet: „Da stelle mer uns mal janz dumm.“ Was ist eigentlich ein Coworking Space? Schlicht übersetzt ein Raum zur Zusammenarbeit. Was es aber nicht ganz trifft, wie schon Tobias Kollewe, Chef (CEO) der Cowork AG, in seinem Einleitungsvortrag erläutert. Sein Unternehmen führt für die Stadt die Umfrage und die Interviews durch. Da gibt es zunächst einen räumlichen Rahmen, in dem sich Start-Ups, Selbstständige oder Mitarbeiter von Unternehmen ein Büro oder auch nur einen Stuhl samt Schreibtisch mieten können, dazu vielleicht noch technische Ausstattung, rundherum Besprechungs- und Sozialräume, vielleicht eine moderne Kaffeemaschine. Das wäre beispielsweise eine Idee fürs Home-Office, wenn dort der Küchentisch zu klein wird, aber auch eine Chance, teure Geräte wie spezielle Drucker, Scanner oder Server gemeinsam zu nutzen. Auch ein Ort für das Ganze ist schon angedacht: die teilweise ungenutzten Büroräume der Gerry Weber AG am Gartnischer Weg.

In Städten schon erfolgreich umgesetzt

Neben dem räumlichen Rahmen, so die Idee, die die Stadt Halle mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung des Kreises Gütersloh, der „proWirtschaft GT“, verfolgt, soll es aber vor allem darum gehen, Unternehmen und findige Köpfe zu vernetzen, um innovative Projekte und Ideen gemeinsam anzugehen oder voranzutreiben. Viel Theorie, die in großen Städten schon erfolgreich in die Praxis umgesetzt worden ist, wie aus den Redebeiträgen hervorgeht. Ein Ansatz, der aber, sagt Tobias Kollewe, auch in ländlichen Räumen ein enormes Potenzial bietet. „Alle Branchen können hier vertreten sein“, ergänzt der Coworking-Experte, nennt neben IT-Spezialisten auch Landschaftsgärtner und als besonderes Beispiel auch den Bestatter. Er sieht Chancen, dass junge Start-Ups hier mit der „Old Economy“ – dem guten alten Kaufmann – zusammenkommen und voneinander profitieren.

Der „Coworking Space“ sei aber nicht nur etwas für Selbstständige und sogenannte Freelancer, auch Angestellte könnten hier ihre berufliche Heimat finden. Etwa um weites Pendeln ins Büro oder sogar Umzüge zu einem neuen Arbeitgeber zu vermeiden. Wenn der Arbeitgeber zustimmt natürlich und sich von dem Projekt den berühmten Blick über den Tellerrand verspricht.

Alle Haller sind gefragt

Angesprochen von der Online-Umfrage – www.coworking-umfrage.de/index.php/957934 – dürfen sich alle Haller fühlen. Die Fragestellungen machen dann schon deutlich, wer wirklich in Frage kommt. Da werden nicht nur einige persönliche berufliche Dinge abgefragt, sondern auch der Bedarf an Büro-Ausstattungen oder Vorlieben bei der Pausengestaltung. Einfach mal reinklicken und mit Glück einen Halle-Gutschein über 50 Euro gewinnen. Es wird sich schnell herausstellen, da sind sich Kollewe und Halles Marketing-Chef Timo Klack einig, dass das Angebot sich vor allem an „Wissensarbeiter“ richtet, denen normalerweise Kopf, Telefon und Laptop als Grundausstattung reichen, um ihren Job zu machen.

Die Umfrage läuft bis einschließlich 3. Oktober und wird dann nach wissenschaftlichen Kriterien ausgewertet. Im September sollen zwischen 20 und 25 Unternehmen von einer Fachfrau der Coworking AG interviewt werden, um ein Bild zu gewinnen von Meinungen und Erfahrungen der Befragten zu Digitalisierung, Mitarbeitermobilität und Coworking.

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