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Besucher des Kilkenny-Konzerts in Dielingen müssen sich bei „Hearts of Olden Glory“ Tränen verdrücken – Liebe zu Schottland

Fiona (8) und Mama Julie rühren die Herzen

Stemwede

Es gibt Konzerterlebnisse, die verankern sich in den Köpfen der Zuhörer, weil sie einfach gut waren.

Von Heidrun Mühlke

Das Duett aus Mutter Julie Ann Cimino-Boyle und ihrer Tochter Fiona sorgte für herzergreifenden Stimmung in der Dielinger St. Marienkirche beim Konzert der Kilkenny Band. Foto: Heidrun Mühlke

. Dann gibt es solche, die bleiben im Kopf, weil sie die Herzen berühren. Die Kilkenny Band aus Bohmte/Osnabrück hat in der St. Marien-Kirche in Dielingen beides geschafft.

Sowieso war während des Konzertes Kopfkino angesagt. Landschaften Schottlands begleiteten die musikalische Reise gleichermaßen wie die Geschichte des Landes. Bekannt ist die Kilkenny Band, die häufig im heimischen Raum auftritt, eigentlich als irische Folkband, diesmal hatte sie aber zu einem Konzert mit schottischen Songs eingeladen. Die meisten von der neuen CD.

Die Kilkenny Band hatte Schotten-Rock gleichermaßen wie Folkballaden im Programm. Foto: WB

Am Ende des mitreißenden Konzertes von Folkballaden bis hin zu kraftvollem schottischen Rock zückten dann aber viele der Konzertbesucher das Taschentuch und wischten sich verstohlen die Glitzerperlen aus den Augenwinkeln. Besonders die Zugabe hatte die Menschen derart berührt.

„Hearts of Olden Glory“, hatte die Band als Zugabetitel gewählt. Diese Liebeserklärung an die raue Natur Schottlands klingt mit einem nicht endenden Refrain aus. „Als wir den Song für das Album aufgenommen haben, bekamen wir Verstärkung im Studio“, erklärt Bandchef Jascha Kemper den Zuhörern. Und genau diese Verstärkung saß auch zwischen dem Publikum im Gotteshaus.

Es war die achtjährige Tochter Fiona der Leadsängerin Julie Ann Cimino-Boyle, die gemeinsam mit ihrer Mutter und den Bandkollegen Dennis Fehlauer (Gesang, Bass, Gitarre), Stephan Niebler (Gitarre, Akkordeon, Gesang) und Jascha Kemper (Gesang, Mandoline, Banjo, Gitarre) diese Zugabe herzergreifend ins Mikrofon schmetterte.

„Für Fiona war es das erste Mal, dass sie auf der Bühne stand“, erzählt ihre Mutter Julie auf Nachfrage unserer Zeitung. „So hat es auch bei mir angefangen“, erinnert sich die Sängerin. Als Tochter von Blarney-Leadsänger Martin Boyle sei sie zwar mit der irischen Musik groß geworden, aber auch ihr Papa hätte sie eines Tages einfach mit auf die Bühne gebeten.

„Obwohl ich schon häufiger mit meinem Papa gesungen habe, war dieser öffentliche Auftritt ein prägendes Erlebnis“, sagt Julie heute. Sie hat später eine Ausbildung zur Musical-Darstellerin gemacht und tourte schon bald durch ganz Europa. Heute ist Julie dreifache Mutter und seit einigen Jahren als vielgefragte Hochzeitssängerin unterwegs.

„Man hat mich Mitte 2017 in die Kilkenny Band adoptiert“, erzählt sie augenzwinkernd. Seither bereichert die Halb-Irin das Programm sowohl als Lead- Sängerin sowie mit ihren warmen Harmoniestimmen. „Ich liebe die Musik“, sagt sie. Und diese Liebe hat sie augenscheinlich an ihre Kinder weitergegeben.

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