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Traditionsreicher Paderborner Reisedienst stellt den Betrieb ein

Firma Koller schließt die Bustüren zu

Paderborn

Seit mehr als 70 Jahren sind die Busse der Firma Koller ein fester Bestandteil des Nahverkehrs in Paderborn und Ostwestfalen-Lippe. Am 31. Juli schließt das Paderborner Traditionsunternehmen das Tor zum Betriebshof an der Dubelohstraße für immer.

Bereits nach der Währungsreform im Juni 1948 wurde dieser Bus der Firma Koller für Sonder- und Ausflugsfahrten eingesetzt. Foto:

„Wir konnten keine Nachfolger für unser Unternehmen finden und haben uns deshalb aus Altersgründen für die Schließung entschieden“, berichtet Geschäftsführer Diplom-Ingenieur Peter Hänsgen (82). Die gute Nachricht: Allen 45 Mitarbeitern, die bereits im Juli 2020 über die Schließung informiert worden waren, habe man, bis auf drei Fahrer, eine neue Arbeitsstelle anbieten können. Auch die Verträge mit Auftraggebern, Geschäftspartnern, Behörden und Verbänden seien bereits gekündigt und abgewickelt. Alle Busse konnten nach Angaben des Unternehmens verkauft werden.

Die Geschichte der Firma begann im Jahr 1948 in der Paderborner Geroldstraße. Aus einem alten LKW-Fahrgestell konstruierte Unternehmensgründer Werner Koller selbst einen Großraumomnibus, der mehr als 100 Fahrgäste transportieren konnte. Mit dem Kauf des ersten modernen Reiseomnibusses, der unter dem Namen „Von den Paderquellen“ bekannt wurde, schaffte Werner Koller in gemeinsamer Arbeit mit seiner Frau Gertrud schon 1949 die Voraussetzungen für die Entwicklung des Omnibus-Tourismus in Paderborn.

Das seit drei Generationen wachsende Unternehmen machte mit dem Unternehmenssitz Station in der Leostraße und seit 1965 an der Dubelohstraße. Seit Juni 2014 konnte Koller Nahverkehr einen Großteil der Verkehrsleistungen im Nahverkehr zwischen Paderborn, Bad Lippspringe und Schlangen sowie Paderborn und Hövelhof übernehmen. 

„Wir sind stolz darauf, dass unser Unternehmen viele Innovationen hervorbringen konnte“, so die Geschäftsleitung. Koller war nach eigenen Angaben der erste Betrieb in Ostwestfalen, der den Mitarbeitern Altersruhegeld anbieten konnte. „Ich möchte mich mit meiner Frau Ruth und auch im Namen unseres leider verstorbenen Schwagers Willi Kannenberg herzlich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken, ebenso bei allen Geschäftspartnern und Fahrgästen“, sagt Peter Hänsgen, der außerdem der Stadt Paderborn, den Verbänden und allen Institutionen für ihre Unterstützung dankt.

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