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Hersteller fordern mehr Geld vom Handel – Tönnies stellt Verträge in Frage: „höhere Gewalt“

Fleischbranche schlägt Alarm

Rheda-Wiedenbrück/Versmold

Die Folgen des Ukraine-Krieges mit explodierenden Rohstoff- und Energiekosten lassen die schon zuvor von Corona-Auswirkungen und Afrikanischer Schweinepest gebeutelte Fleischbranche Alarm schlagen. Die Hersteller fordern von ihren Kunden, allen voran den großen Handelsketten, mit sofortiger Wirkung höhere Preise. Deutschlands größter Fleischkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück will wegen „höherer Gewalt“ notfalls auch Verträge kündigen. Wettbewerber Vion verlangt ab Montag einen Krisen-Zuschlag von netto 5,2 Cent je Kilogramm, Westfleisch 5,8 Cent bei Schweine- und 6,9 Cent bei Rindfleisch.

Von Oliver Horst

Blick in die Produktion beim Fleischkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Die Branche fordert Preiserhöhungen mit sofortiger Wirkung. Foto: Wolfgang Wotke

Auch weitere Unternehmen wie der mit seiner Marke Reinert bekannte zweitgrößte deutsche Wursthersteller „The Family Butchers“ (TFB) in Versmold oder der genossenschaftliche Westfleisch-Konzern (Münster) weisen auf die Notwendigkeit von Preisanpassungen in dieser Sondersituation hin. „Die Branche ist gefordert, gemeinsam ihre Verantwortung für die Lebensmittelversorgung in Deutschland in diesen turbulenten Zeiten wahrzunehmen“, appelliert etwa TFB in Richtung des Handels. Es brauche ein „faires, verantwortungsbewusstes Miteinander“ und die „Abkehr von alten Ritualen“ teilt das Unternehmen mit Blick auf traditionell erbittert geführte Preisverhandlungen mit, bei denen um Zehntelcents gefeilscht wird.

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