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Willebadessen: Investitionen und Abschreibungen kosten viel Geld

Frischwasser dürfte teurer werden

Willebadessen

Frischwasser dürfte in der Stadt Willebadessen teurer werden. Ab dem Jahr 2022 steht ein Preis von 1,65 Euro pro Kubikmeter Frischwasser im Raum. Beschlossen ist dieser aber noch nicht. Aktuell ist für diese Menge Wasser 1,47 Euro zu zahlen.

Von Daniel Lüns

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas: Womöglich müssen die Bürger in Willebadessen dafür ab dem kommenden Jahr mehr Geld bezahlen. Entschieden ist das allerdings noch nicht. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Das Thema wurde am Dienstagabend in der Sitzung des Willebadessener Betriebsausschusses besprochen. Da Ende 2021 der aktuelle dreijährige Kalkulationszeitraum der Frischwassergebühren ausläuft, müssen diese neu berechnet werden. Das hatte Manfred Hengelbrock, Fachmann des Steuerberatungsbüros Accura-Janos aus Bad Oeynhausen, im Auftrag der Stadt übernommen.

Seine Ergebnisse stellte Hengelbrock in der Ausschusssitzung vor. Sein Tenor: Es läuft auf eine Kostenerhöhung hinaus. Verschiedene Gründe machten dies nötig. So sei etwa davon auszugehen, dass die Personalkosten in den kommenden Jahren steigen werden. Unterhaltungsleistungen und Abschreibungen kosteten ebenfalls viel Geld.

18 Cent Mehrkosten

„Und sie haben ja auch einige Investitionen vor. Das muss beachtet werden“, sagte Hengelbrock. Wie berichtet müssen im Stadtteil Borlinghausen die Wasserleitungen grundlegend erneuert werden. Investitionen führen aber auch zu neuen Abschreibungen. Der Fachmann empfahl daher, die Frischwassergebühren ab 2022 auf 1,65 Euro pro Kubikmeter anzuheben. Auch in anderen Kommunen seien in den nächsten Jahren Preissteigerungen möglich.

Damit würde das Frischwasser um 18 Cent pro Kubikmeter teurer werden. Pro Person und Jahr würde das – bei einem Verbrauch von 30 Kubikmetern – 5,40 Euro mehr kosten. Eine vierköpfige Familie verbraucht im Durchschnitt ungefähr 120 Kubikmeter Frischwasser pro Jahr und verursacht die gleiche Menge an Schmutzwasser, schilderte Betriebsleiterin Anita Poschmann.

Lokalpolitik stimmt zu

Die Ausschussmitglieder sprachen sich für den neuen Wasserpreis aus. Wenn auch zähneknirschend. Seit Jahren versuche das Gremium, die Gebühren stabil zu halten, sagte Hubert Gockeln (CDU). Wegen der hohen Investitionen sei das nicht mehr möglich. Gleichwohl sei es nur richtig und solidarisch, die Arbeiten in Borlinghausen zu ermöglichen: „Borlinghausen hat über die Jahre auch kaum Kosten verursacht.“

Franz Josef Kusch (SPD) schloss sich dem an. „Wir sind alle nicht glücklich, die Gebühren erhöhen zu müssen. Aber wir sollten das beschließen“, sagte er. Das sah auch der Vorsitzende des Betriebsausschusses, Christian Schumacher, so: „Es ist der richtige Weg, dass wir jetzt reagieren und nicht erst in den nächsten Jahren.“

Anita Poschmann verdeutlichte, was die Erhöhung für den Bürger bedeute: So koste ein Liter Superbenzin in Deutschland gerade etwa 1,75 Euro. Für einen ähnlichen Preis bekomme man in Willebadessen 1000 Liter Frischwasser, erklärte sie. Zum Vergleich: In eine Badewanne passen zwischen 150 bis 200 Liter.

Der Rat entscheidet

Über den künftigen Wasserpreis wird der Betriebsausschuss wohl wieder in seiner Sitzung am Dienstag, 30. November, sprechen (18.30 Uhr, Ort noch nicht bekannt). Der Stadtrat würde das Thema dann in seiner Sitzung am Donnerstag, 16. Dezember, besprechen (17.30 Uhr, Ort noch unklar). Sollte der Rat für den höheren Wasserpreis stimmen, würde dies in die Haushaltspläne für 2022 miteinbezogen.

Hengelbrock empfahl übrigens, die Schmutz- und Regenwassergebühr nicht zu verändern. Das sei nicht nötig. Zurzeit werden pro Kubikmeter Schmutzwasser 3,55 Euro fällig. Der Regenwasserpreis wird nach der befestigten Fläche bemessen. Pro Quadratmeter sind hier 0,39 Euro zu zahlen.

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