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Schützenbruderschaft Buke und Malteser Altenbeken bieten Fahrdienst für Senioren zum Impfzentrum Salzkotten: Bereits 35 Impftermine organisiert

„Für Ältere ist das eine kleine Weltreise“

Altenbeken

Nachdem das Impfzentrum in Salzkotten im Februar eröffnet wurde und ältere Bürger einen Impftermin vereinbaren konnten, standen viele in Altenbeken vor einem Problem. Schützen und Malteser bieten Abhilfe.

Von Sonja Möller

Begleiten auch weiter Senioren auf dem Weg zum Impftermin in Salzkotten (von links): Martin Rüther, Malteser-Ortsbeauftragte Sonja Naujocks, Schützenoberst Norbert Keuter, Bernhard Rüther und Ortsheimatpfleger Udo Waldhoff. Foto: Sonja Möller

Wie mache ich das mit der Terminvereinbarung? Wie komme ich an die Unterlagen? Und wie überhaupt nach Salzkotten? Fragen, die sich viele stellten, wie Hans Norbert Keuter berichtet: „Die Leute sind relativ verunsichert. Für Ältere ist das eine kleine Weltreise, vor allem, wenn sie mobil eingeschränkt sind. Viele haben nicht die Möglichkeit, selbst eine Fahrt zu organisieren, weil ihre Angehörigen nicht mehr hier wohnen oder sie alleine sind“, erzählt der Schützenoberst.

Die St.-Dionysius-Schützenbruderschaft Buke hat sich zusammen mit den Maltesern Altenbeken überlegt, diesen Menschen zu helfen – und zwar in allen drei Ortsteilen. „Wir bieten einen Fahrdienst für Senioren an, bei dem Hilfe von der Vereinbarung des Impftermins über die Aushändigung der Unterlagen bis zur Fahrt hin und zurück angeboten wird“, erläutert Bukes Ortsheimatpfleger Udo Waldhoff. Seit es dieses Angebot gibt, konnten die Initiatoren bereits 35 Impftermine vereinbaren und den Senioren die Fahrt ermöglichen. „Wir sind überwiegend von älteren Ehepaaren oder Alleinstehenden angerufen worden, deren Angehörige weiter weg wohnen“, sagt der Ortsheimatpfleger, der sich um die Impftermin-Vereinbarung und die Bereitstellung der Unterlagen kümmert: „Viele stehen alleine schon vor dem Problem, dass sie keine EDV oder keinen Drucker haben. Ein Problem war zum Beispiel auch, dass viele gar keinen Impfpass hatten.

„Die Menschen sind unheimlich dankbar, dass jemand an ihrer Seite ist“

Um den Transport kümmern sich die Malteser Altenbeken. „Wir bekommen die Informationen, wann wir wo sein müssen und wen wir transportieren, von Udo Waldhoff. Dann holen wir denjenigen ab, bringen ihn zum Impfzentrum, begleiten ihn dort bis zur Impfkabine und nehmen ihn hinterher wieder in Empfang und fahren ihn nach Hause“, schildert Bernhard Rüther den Ablauf. Neben ihm führen auch Christoph Brockmann und Martin Rüther die Fahrten durch. Diese Begleitung sei für viele das Wichtigste: „Alleinstehende stehen teilweise wie der Ochs vorm Berg und wissen nicht, was sie machen sollen. Sie sind unheimlich dankbar, dass jemand an ihrer Seite ist.“

„Bei der ersten Fahrt sind viele unsicher und ängstlich“

Das hat auch Martin Rüther so wahrgenommen: „Bei der ersten Fahrt sind viele unsicher und ängstlich. Die Sälzerhalle ist eine neue Umgebung für sie. Da ist es beruhigend, wenn sie jemanden an der Seite haben, der sie begleitet. Für viele ist die Fahrt zum Impfzen­trum wie ein Ausflug nach der langen Zeit im Lockdown. Sie sind unheimlich dankbar, dass wir an ihrer Seite sind und sie begleiten“, sagt Bernhard Rüther und freut sich über all die tollen Gespräche: „Was sie alles erzählen. Sie freuen sich einfach, dass sie mit jemandem reden können.“

Und genau diese Gespräche sind für ältere Menschen immens wichtig, weiß Hans Norbert Keuter, der selbst in der Organisation im Impfzentrum eingesetzt ist und deren Sorgen und Nöte hautnah erlebt: „Die Leute sind sehr angespannt. Angst beginnt im Kopf.“

Wer gehbehindert ist und zum Beispiel auf den Rollstuhl angewiesen ist, wird von den Initiatoren der Aktion an ein eigens dafür spezialisiertes Krankenfahrtenunternehmen vermittelt. „Diese Fahrten dürfen wir nicht durchführen“, berichtet Martin Rüther.

Diejenigen, die von den Maltesern gefahren werden, „bekommen einen Rundum-Service“, so Rüther. Von der Anmeldung im Impfzentrum bis hin zum Arzt und zur Impfkabine begleiten die Fahrer die Senioren und stehen ihnen bei – für viele ein immens wichtiger Teil.

Schützen und Malteser bieten einen Rundum-Service

Ein großes Lob haben Schützen und Malteser auch fürs Impfzentrum: „Dort ist alles sehr gut strukturiert und organisiert. Man wird dort sehr gut durchgeleitet. Es ist wirklich toll, was die Menschen dort leisten“, hat Bernhard Rüther selbst erlebt. Alle seien immer nett und freundlich. „Das trifft auch absolut auf die Menschen an der Hotline zu. Dort hat im Großen und Ganzen alles reibungslos geklappt“, ergänzt Udo Waldhoff. Er freut sich, dass sich auch bei diesem Projekt die Kooperation zwischen den Maltesern und den Schützen bewährt hat: „Alles verlief bislang einwandfrei. Die Menschen kennen uns, wissen, wer wir sind und vertrauen uns.“

Als Ansprechpartner stehen die Ortsbeauftragte der Malteser, Sonja Naujocks, unter Telefon 0173/9096927 und Udo Waldhoff unter Telefon 05255/7800 oder 0176/84766267 zur Verfügung. Impfberechtigte, die noch keinen Termin vereinbart haben, werde ebenfalls unterstützt. Es können die gesamte Terminvergabe begleitet oder einzelne Fragen zum technischen Ablauf geklärt werden.

Der Impftermin

Wer einen Impftermin im Impfzentrum in Salzkotten hat, muss an einige Unterlagen denken, weiß Udo Waldhoff. So sind Personalausweis, Impfpass und Krankenkassenkarte obligatorisch. Eventuell mitzubringen sind auch der Diabetikerpass, eine Medikamentenliste und eine Übersicht über Herzkrankheiten oder Vorerkrankungen. Waldhoff: „Wer einen Termin hat, muss eine halbe Stunde vorher vor Ort sein. Die Fahrtzeit beträgt etwa 45 Minuten. Die Impfbestätigung muss ausgedruckt im Impfzentrum vorgelegt werden.“

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