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Mehr als 300 Teilnehmer folgen in Paderborn Aufruf von „Parents for Future“ zur Protestfahrt für eine Mobilitätswende

Für Radfahrer schlägt‘s „5 vor 12“

Paderborn

Für eine sozial- und klimafreundliche Mobilitätswende sind am Wochenende in Paderborn mehr als 300 Menschen auf die Straße gegangen – oder haben sich vielmehr aufs Fahrrad geschwungen. Die Protestfahrt führte einmal rund um die Innenstadt.

Von Per Lütje

Im Verbund von mehr als 300 Fahrradfahrern umrundeten die Protestler einmal Mit griffigen Slogans und Wortwitz machten die Demonstrationsteilnehmer ihre Forderungen deutlich.Stefan Wisbereit (links) und Marcus Zauner konnten auf dem Maspernplatz mehr als 300 Teilnehmer begrüßen. Foto: Per Lütje

„Car is over“, „Autokorrektur 2.0“ oder „Abgase sind nicht so dufte“ – an originellen Slogans mangelte es den Teilnehmern einer Demonstration von Fahrradfahrern am Samstag in Paderborn nicht. Und auch zahlenmäßig unterstrichen die Protestler eindrucksvoll, dass es ihnen mit ihrer Forderung nach einer sozial- und klimagerechten Mobilitätswende ernst ist. Mehr als 300 Teilnehmer waren dem Aufruf von „Parents for Future“ gefolgt und hatten sich auf dem Weg zum Maspernplatz gemacht, um von dort aus zur gemeinsamen Raddemo aufzubrechen, die einmal um den Inneren Ring führte und deren Abschlusskundgebung auf den Paderwiesen stattfand – alles mit Maske und Abstand.

Stefan Wisbereit (links) und Marcus Zauner konnten auf dem Maspernplatz mehr als 300 Teilnehmer begrüßen. Foto: Per Lütje

Angeschlossen hatten sich dem bundesweiten Aktionstag der VCD Paderborn, Pro Grün, Fridays for Future Paderborn und die Radinitiative Paderborn. Organisator Marcus Zauner von Parents for Future erläuterte gegenüber dieser Zeitung, warum der Protest aus seiner Sicht auch in Paderborn erforderlich ist: „Es reicht nicht, dass man einen 60 Zentimeter breiten Streifen auf die Straße malt. Das ist kein Radweg und vor allem für ältere Menschen und Kinder gefährlich. Es gibt in Paderborn zwar einen breiten Konsens für eine Mobilitätswende, aber es geht nicht schnell genug.“ Zauner fordert „eine faire Verteilung des Straßenverkehrsraums, in der sich jeder bewegen könne, wie er will“.

Mit griffigen Slogans und Wortwitz machten die Demonstrationsteilnehmer ihre Forderungen deutlich. Foto: Per Lütje

Stefan Wisbereit, der sich bei ebenfalls bei Parents for Future engagiert, erlebt als Radfahrer aus Überzeugung immer wieder heikle Situationen mit Autofahrern, „weil man als Radfahrer nicht als gleichwertiger Verkehrsteilnehmer wahrgenommen wird“. Ihm sei es auch wichtig, die Qualität der Radwege herzustellen, die an vielen Stellen unzureichend sei. Wisbereit ist überzeugt: „Wenn die entsprechende Infrastruktur geschaffen wird, dann kommen auch die Radler.“

Was die Uhr aus Sicht der Demonstranten geschlagen hat, dafür stand sinnbildlich auch die Startzeit der Protestfahrt: 11.55 Uhr. Oder deutlicher: 5 vor 12.

www.parentsforfuturepaderborn.jimdofree.com

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