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Minden-Lübbecke: Gewerkschaft fordert Tarifverträge

Gaststätten leiden unter Personalflucht

Lübbecke

Supermarktkasse statt Biertheke: Jeder Sechste hat das Gastgewerbe im letzten Jahr verlassen. Das sagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) unter Verweis auf neueste Zahlen der Arbeitsagentur mit.

Eine Servicekraft in der Gastronomie: Die Corona-Folgen haben viele Arbeitnehmer zum Jobwechsel bewegt. Foto: NGG

Im Zuge der Corona-Pandemie hätten Hotels und Gaststätten im Kreis Minden-Lübbecke einen erheblichen Teil ihres Personals verloren. Innerhalb des vergangenen Jahres habe nach Gewerkschaftsangaben jeder sechste Beschäftigte im Kreis den Job als Koch, Hotelangestellte oder Servicekraft aufgegeben. „Viele Menschen freuen sich, nach langen Entbehrungen endlich wieder essen zu gehen oder zu reisen. Aber ausgerechnet in der Sommersaison fehlt einem Großteil der Betriebe das Personal, um die Gäste bewirten zu können“, sagt Gaby Böhm von der NGG-Region Bünde-Lübbecke-Minden.

Verantwortlich für das Problem seien insbesondere die Einkommenseinbußen durch die Kurzarbeit, die Hotel- und Gastro-Beschäftigte dazu gezwungen hätten, sich beruflich umzuorientieren. Viele Probleme seien jedoch hausgemacht und hätten schon vor Corona bestanden – etwa die geringe Bezahlung und ungeregelte Arbeitszeiten. Nötig sei jetzt, die Branche durch Tarifverträge attraktiver zu machen, fordert die NGG.

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