Ethikrat der Stadt Paderborn stellt sich vor

Gefahren der Digitalisierung

Paderborn

Jede technische Innovation bringt Gestaltungskonflikte mit sich – zum Beispiel die Frage, ob zu Gunsten der digitalen Funktionalität die Privatheit der Daten in den Hintergrund rücken darf. Im Zuge der Digitalisierung geht es nicht nur darum, mögliche Potenziale und Gefährdungen zu identifizieren, sondern auch um die Bewertung der jeweiligen Kosten und Nutzen des Digitalisierungsprozesses für die Betroffenen und die Gesellschaft insgesamt. Hier setzt die Arbeit des Ethikrates der Stadt Paderborn ein, welcher bereits seit fast eineinhalb Jahren besteht.

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Der Ethikrat, mit Prof. Dr. Kirsten Thommes als stellvertretende Vorsitzende und Prof. Dr. Günter Wilhelms als Vorsitzender, berät die Stadt Paderborn bei der digitalen Transformation. Foto:

Die Aufgabe des Ethikrates ist es, die Stadt Paderborn auf dem Weg in die Digitalisierung zu beraten. Das Gremium ist politisch unabhängig und möchte auf mögliche Konflikte im Umgang mit der Digitalisierung aufmerksam machen und sie diskutieren, damit sie sowohl den gemeinsam geteilten Wertvorstellungen aller Bürger als auch den ethischen Anforderungen entsprechen können. Da es hierfür keinen allgemein gültigen Lösungsansatz gibt, sollen die Herausforderungen in einem organisierten Prozess bewusst gemacht, die Bürger beteiligt und letztlich für eine nachhaltige Entwicklung Sorge getragen werden.

Der Ethikrat begreift sich dementsprechend nicht als Aufsichts- oder Entscheidungsinstanz, sondern als Moderator und Katalysator einer Entwicklung, die das Zusammenspiel neuer technischer Entwicklungen mit dem gesellschaftlichen und sozialen Wandel in Einklang bringen soll. Vor diesem Hintergrund beschäftigte sich der Ethikrat zunächst mit den Projekten der Digitalen Heimat PB, um mögliche Potenziale, Konflikte, aber auch alternative Möglichkeiten aufzuspüren. So wurden beispielsweise die Projektanträge analysiert und Gespräche mit den jeweiligen Projektverantwortlichen geführt.

Mit den Verantwortlichen des Digitalen Serviceportals „Mein DigiPort“ wurde besprochen, ob auch in der Zukunft weiterhin alle Serviceleistungen der Verwaltung in gleicher Qualität erhalten bleiben, inwiefern die Digitalisierung Chancen zur Inklusion bietet und wie sich die Arbeitsprozesse der Mitarbeitenden verändern werden. Auch die Digitale Gesundheitsplattform wird zukünftig durch den Ethikrat begleitet. In dem Projekt wird der Austausch von Gesundheitsinformationen standardisiert und automatisch über die Digitale Gesundheitsplattform erfolgen.

Alle Krankenhäuser werden mit den niedergelassenen Ärzten der Region digital vernetzt, sodass ein zentraler Zugriff auf die professionell erhobenen Gesundheitsinformationen möglich ist. Dem Ethikrat ist hierbei wichtig, dass Patienten für den Austausch von digitalen Gesundheitsdaten auch die Verantwortung übernehmen können. Dementsprechend müsse eine werteorientierte Digitalkompetenz gefördert werden und bezogen auf soziale Ungerechtigkeiten, sollte auf Endgeräten mit einfacher Handhabung geachtet werden. Auch der Datenschutz wird regelmäßig an den Fortschritt der Informationstechnik angepasst werden müssen.

Um die Bürger Paderborns noch besser in die Diskussion zur Ethik der Digitalisierung einzubeziehen wird ein Bürger-Digilog, der sich mit den Themen Digitalisierung und Demokratie sowie offenen Daten beschäftigt, für Herbst 2021 geplant.

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