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Veterinäramt des Kreises Herford ruft zu erhöhter Wachsamkeit auf

Geflügelpest rückt näher

Herford

Aktuell gibt es noch keinen Verdachtsfall im Kreis Herford, doch das Veterinäramt des Kreises Herford warnt vor der Geflügelpest. Denn die zuletzt gemeldeten Ausbrüche sind nicht weit entfernt: In den Kreisen Paderborn, Gütersloh und Soest sind mehrere Fälle der hochansteckenden Viruskrankheit vom Typ H5N1 bei Hausgeflügel aufgetreten. Ende November hatte die Stadt Bielefeld einen infizierten Wildvogel gemeldet.

Die Gefahr der Geflügelpest rückt näher: Das Veterinäramt des Kreises Herford ruft zu erhöhter Wachsamkeit auf. Foto: Arno Burgi/dpa

Eine alarmierende Nachricht. Es ist zu befürchten, dass das Virus sich über den Wildvogelzug weiterverbreitet und schlimmstenfalls auch in unsere heimischen Geflügelbestände eingeschleppt wird“, warnt Markus Altenhöner, Kreisdirektor und zuständiger Dezernent.

Das Veterinäramt bittet alle Gefügelhalter besonders wachsam zu sein und noch mehr Augenmerk auf die Biosicherheit in ihren Beständen zu legen. Insbesondere folgende Schutzmaßnahmen seien zu beachten:

Geflügel darf nur an Stellen gefüttert werden, die für Wildvögel nicht zugänglich sind. Die Tiere dürfen nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem Wildvögel Zugang haben. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, sind sicher und für Wildvögel unzugänglich aufzubewahren. Schutzkleidung und weitere Hygienemaßnahmen verhindern, dass der Erreger durch Personen in Geflügelbestände eingeschleppt oder von dort weiterverbreitet wird.

„Von der Ansteckung bis zum Auftreten erster Symptome bei den Tieren vergehen nur einige Stunden bis wenige Tage. Hühner und Puten erkranken besonders schwer – innerhalb kurzer Zeit können alle Tiere eines Bestandes sterben“, betont Dr. Tanja Hochstetter, Leiterin vom Veterinäramt des Kreises.

Bei den folgenden Symptomen ist rechtzeitig tierärztlicher Rat hinzuzuziehen: hohes Fieber, Atemnot, Ausfluss aus Augen und Schnabel, ein stumpfes, gesträubtes Federkleid, zentralnervöse Störungen, verminderte Legeleistung und plötzliche Todesfälle.

Halter von Freilandgeflügel, zum Beispiel mit sogenannten Hühnermobilen, sollten bereits jetzt Aufstallungsmöglichkeiten vorbereiten. „Diese besonders tierschutzgerechte Haltungsform, bei der die Tiere täglichen Zugang zu einer Freilaufwiese haben, ist leider auch besonders gefährdet. Noch ist es nur eine Empfehlung, die Tiere aufzustallen oder in entsprechend gestalteten Außenvolieren zu schützen. Bei einer weiteren Ausbreitung der Epidemie ist allerdings mit einer Stallpflicht auch im Kreis Herford zu rechnen“, erklärt Dr.Hochstetter.

Insgesamt wurden seit dem Herbstanfang in Deutschland 282 infizierte Wildvögel und 28 Ausbrüche beim Hausgeflügel gemeldet (Stand: 6. Dezember). Im Kreis Herford wurde das Virus zuletzt im März dieses Jahres bei einem Wildvogel in Enger festgestellt.

Die Veterinäre setzen auf Früherkennung und bitten alle Bürger, tot aufgefundene Wasser-, Greif- und Rabenvögel zu melden. Diese Vogelarten gelten als Indikatortiere für die Tierseuche und werden labordiagnostisch auf das Virus untersucht.

Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Kreises Herford ist für Meldungen und Nachfragen zur Vogelgrippe unter veterinaeramt@kreis-herford.de oder telefonisch unter 05221 13-1641 erreichbar. Weitere Informationen, Merkblätter und Links zur Geflügelpest gibt es unter www.kreis-herford.de.

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