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Aktionsbündnis befürchtet Gefahr auch für Menschen durch multiresistente Keime

Gegenwind für Maststall in Helmern

Bad Wünnenberg

Angestoßen durch den geplanten Bau einer Hähnchenmastanlage in Bad Wünnenberg, ist jetzt ein Aktionsbündnis entstanden, das sich gegen den Einsatz von Reserveantibiotika in der Hähnchenmast wendet.

Befürchten Gesundheitsrisiken auch für Menschen durch Antibiotika-Einsatz in der Hähnchenmast (von links): Katharina Müller (Fridays for Future Paderborn), Nadine Dubberke, Matthia Dubberke (Bündnis 90/Die Grünen Bad Wünnenberg) und Markus Müller (BUND Kreis Paderborn).

Im Ortsteil Helmern ist – so wie auch in weiteren Orten im Kreis Paderborn – der Neubau eines Hähnchenmaststalls geplant. Er soll Platz für 30.000 Tiere bieten. Das Projekt befindet sich nach Auskunft der Bad Wünnenberger Stadtverwaltung zurzeit im Genehmigungsverfahren beim Kreis Paderborn. Bereits im November vergangenen Jahres hatten die Bad Wünnenberger Grünen vor einer Ratssitzung eine Demonstration gegen das Vorhaben organisiert.

Wie Dr. Mathia Dubberke, Vorsitzende der Grünen im Kurort, erläutert, bereitet die jetzt gegründete Aktionsgruppe eine Petition an den Düsseldorfer Landtag vor. Darin verlangt sie die unabhängige gutachterliche Prüfung der Gefährdung durch multiresistente Keime, die bei der konventionellen Hähnchenmast entstehen könnten. Außerdem fordert das Bündnis, das nach Angaben von Mathia Dubberke vom BUND Paderborn, Greenpeace Paderborn und Fridays for Future Paderborn unterstützt wird, einen Bau- und Genehmigungsstopp für solche Anlagen bis zur Abklärung der Unbedenklichkeit hinsichtlich der Freisetzung von multiresistenten Keimen.

Neben Aspekten des Tierschutzes geht es den Akteuren um die gesundheitliche Gefahr, die durch austretende antibiotikaresistente Keime von Hähnchenmastanlagen ausgehen könne.

Die dort übliche häufige Anwendung von Antibiotika führe zur Bildung von multiresistenten Bakterienstämmen, befürchtet die Gruppe. Die Hähnchenmastbetriebe seien daher gezwungen, immer häufiger so genannte Reserveantibiotika einzusetzen. Diese Mittel sollen eigentlich nur in der Humanmedizin als letztes Mittel gegeben werden, wenn nichts anderes mehr hilft.

Das Bündnis zitiert eine Pressemitteilung der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner vom Juli vergangenen Jahres. Danach seien mittlerweile 40 Prozent der in der Hähnchenintensivmast eingesetzten Antibiotika Reserveantibiotika. Die Geflügelkeime bauten dadurch zunehmend Resistenzen auf.

Das gefährde auch Menschen, wenn bei normalerweise leicht zu beherrschenden Infektionen kein Antibiotikum mehr anschlage. „Wollen wir wirklich unsere Gesundheit und vielleicht unser Leben für billiges Fleisch aufs Spiel setzen?“, fragen die Initiatoren.

Das Bündnis möchte sich mit einer Unterschriftenliste an den Petitionsausschuss des Düsseldorfer Landtags wenden. Unterschrieben werden kann sowohl online bei change.org als auch in Papierform. Ansprechpartnerin ist Dr. Mathia Dubberke, E-Mail: mathia.dubberke@freenet.de.

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