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Ausbildungsnetzwerk Bang feiert 20. Geburtstag – 78 neue Azubis zur Auftaktveranstaltung in Ostenland begrüßt

Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel

Hövelhof/Ostenland

Bang feiert runden Geburtstag: Vor 20 Jahren wurde das Ausbildungsnetzwerk gegründet. Die Abkürzung Bang steht für Berufliches Ausbildungsnetzwerk im Gewerbebereich.

78 neue Auszubildende, 21 von ihnen aus dem Bereich des Hövelhofer Bang-Netzwerkes, kamen zur Auftaktveranstaltung des neuen Ausbildungsjahres im Bang-Startercenter Ostenland. Foto: Bang

Die Ausgangssituation 2001 war ähnlich der von heute: Unternehmen fehlen Facharbeiter, Unternehmen haben zu wenig ausgebildet und wenn, hatten sie Pro­bleme, die angebotenen Stellen zu besetzen. Unternehmer aus Hövelhof, im besonderen Maße Hermann Josef Hüser (Firma Wilsmann) und Johannes Meier (Firma Johannes Meier Werkzeugbau) suchten nach Unterstützung bei der Agentur für Arbeit, die an die Gesellschaft für Projektierungs- und Dienstleistungsmanagement (gpdm) und Markus Kamann als kreativen Kopf für Ausbildungsprojekte verwies.

Dies war der Grundstein für die Entwicklung des Konzeptes „Bang – Berufliches Ausbildungsnetzwerk im Gewerbebereich“. Kern war der Zusammenschluss von ausbildungsbereiten Unternehmen zu einem Verein und zur gemeinschaftlichen Nutzung und Unterhaltung einer Lehrwerkstatt. Wesentlicher Faktor war und ist die Koordinierung der Aspekte der modularen Ausbildung in der Lehrwerkstatt sowie der Betreuung der Unternehmen und deren Azubis sowie auch der große Bereich der Azubiakquise.

Dass sich das Konzept bewährt hat, zeigt sich zum einen in dem Jubiläum, zum anderen in den aktuellen Zahlen: Bei der Auftaktveranstaltung zum Ausbildungsstart wurden für das Lehrjahr 2021 insgesamt 78 neue Auszubildende im Bang-Startercenter in Ostenland begrüßt, 21 von ihnen aus dem Netzwerk Bang Hövelhof.

Nicole Glawe-Miersch, Netzwerkleiterin bei Bang Hövelhof

„Wir sind stolz, dass wir fast alle gemeldeten Stellen der Unternehmen aus dem Bereich Bang Hövelhof besetzen konnten. In diesem Jahr war auch für unser Netzwerk durch die Coronapandemie und deren Auswirkungen die Phase der Azubi-Akquise deutlich erschwert“, berichtet Nicole Glawe-Miersch, Netzwerkleiterin bei Bang Hövelhof.

Die Erfolgsgeschichte der Netzwerke entwickelte sich in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich weiter: Das Netzwerk ist mittlerweile deutschlandweit vertreten, mehr als 130 Unternehmen bilden nach dem Bang-Konzept aus. Heute wird die Aus- und Weiterbildung nicht mehr nur in Lehrwerkstätten, sondern in ganzen Lehrfabriken angeboten. In ihnen werden nicht nur Kenntnisse und Fähigkeiten an ausbildungsnotwenigen Maschinen vermittelt, es wird die gesamte Produktionskette einer Fabrik in einer Werkstatt simuliert. Die Lernumgebung ist dem modernen Industrieprozess nachempfunden.

Das Angebot wird von der Ausbildung zur Weiterbildung weiterentwickelt. Die Ausgestaltung der Lehrwerkstätten umfasst aktuell die Bereiche Blech, Industrielle Informatik, Möbel. In der Planung sind moderne Wartungstechnik/Industrieservice, Medizingerätetechnik und autonomer ÖPNV und weitere Bereiche.

Der Leiter des Paderborner Jobcenters, Hermann Josef Müller, sagt: „Demografie, Strukturwandel und Entwicklungen führen zu einer Transformation der Arbeitswelt, die die Anforderungen an Qualifikationen und Kompetenzen der Beschäftigten verändern und erhebliche Anpassungen notwendig machen. Vor diesem Hintergrund kommen der beruflichen Aus- und Weiterbildung eine bedeutende Rolle zu. Über die Bang-Netzwerke haben insbesondere kleine und mittlere Unternehmen die Möglichkeit, die betriebliche Ausbildung in ihren Unternehmen zu realisieren. Damit sorgen sie nachhaltig für ein großes Angebot an Ausbildungs- und Umschulungsplätzen in der Region und wirken aktiv dem Fachkräftemangel entgegen.“

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