1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Gemeinsamer Aufbruch in neue Zeit

  6. >

Pastoralvereinbarung gilt für 19.500 Katholiken in Bad Lippspringe, Schlangen und Altenbeken

Gemeinsamer Aufbruch in neue Zeit

Bad Lippspringe/S...

2016 haben sich neun Kirchengemeinden aus den Kreisen Paderborn und Lippe gemeinsam auf den Weg gemacht zum neuen Pastoralen Raum An Egge und Lippe. Ihm gehören aktuell immerhin etwa 19.500 Katholiken an. Mit der Übergabe der Pastoralvereinbarung am vergangenen Wochenende hat der pastorale Prozess ein vorläufiges Ende gefunden.

Von Klaus Karenfeld

Ein symbolischer Akt: Im Rahmen des Gottesdienstes wurde auch ein kleiner Apfelbaum gepflanzt. Dazu brachten Vertreter Erde und Wasser aus den neun Gemeinden mit. Foto:

In dem 70-seitigen Manifest des Glaubens spiegeln sich viele unterschiedliche Anliegen, Wünsche und Erwartungen wider. „Das Starterfest 2016 war bereits mit einer konkreten Vision verbunden, die Grundlage unseres weiteren Handelns sein sollte“, erinnerte sich Pfarrer Georg Kersting bei einem Festgottesdienst im Arminiuspark. In den Sätzen „Bunt wie das Leben, gemeinsam unterwegs, gestärkt und behütet durch Gott“ vermittelte sich Kersting zufolge auch der Wunsch nach einem gemeinsamen Aufbruch in eine neue Zeit.

Im Unterschied zum Starterfest 2016 konnte die Abschlussfeier nur im kleinen Rahmen begangen werden. „Die anhaltende Corona-Pandemie hat uns wie vielen anderen auch einen Strich durch die Rechnung gemacht“, bedauerte Pfarrer Georg Kersting. Ein besonderes Dankeschön sprach er der Steuerungsgruppe aus, die den pastoralen Prozess inhaltlich maßgeblich geprägt und begleitet habe.

Am Anfang stand eine aufwendige Analysephase, gespickt mit jeder Menge Zahlen, Daten und Fakten aus den einzelnen Kirchengemeinden. „Aus diesen interessanten Erkenntnissen ließen sich wichtige Herausforderungen und Ziele für die zukünftige Seelsorge ableiten“, so Kersting, der auch Leiter der Steuerungsgruppe war.

Die Messfeier im Armi­niuspark stand unter dem Leitwort „Ein Baum an Wasserbächen gepflanzt“. Damit ein Baum gut gedeihen kann, benötigt er nach Aussage von Gemeindereferent Andre Hüsken dreierlei: nährstoffreiche Erde, genügend Wasser und ausreichend Licht. Ähnlich verhalte es sich mit der Kirche im Hier und Jetzt: „Die nun vorliegende Pastoralvereinbarung ist so etwas wie eine Pflegeanleitung, damit der Baum immer gute Bedingungen vorfindet, um sich zu entfalten und zu wachsen. Eine Pflegeanleitung muss sich immer wieder aber auch den klimatischen Veränderungen anpassen. Ebenso ist sie für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine schnelle wie wichtige Orientierungshilfe.“

Um das zu veranschaulichen, wurde im Rahmen des Gottesdienstes ein kleiner Apfelbaum gepflanzt. „Möge er in Zukunft viele Knospen und Früchte tragen“, so ein Wunsch der etwa 50 Gottesdienstbesucher.

Die Voraussetzungen dafür stehen nicht schlecht. Verschiedene Teilnehmer versorgten das Bäumchen mit nährstoffreicher Erde und Wasser aus den neun Kirchengemeinden des Pastoralen Raums An Egge und Lippe. Der Apfelbaum soll zu einem späteren Zeitpunkt im Garten des Pfarrhauses von St. Martin gepflanzt werden – dort, wo demnächst das Zentralbüro des Pastoralen Raumes entstehen soll.

Höhepunkt der Messfeier war die Übergabe der offiziell genehmigten Pastoralvereinbarung durch Prälat Thomas Dornseifer. Erzbischof Hans-Josef Becker wünscht darin allen Gläubigen „Kraft, Mut und Gottes Segen bei der Gestaltung der Zukunft im Pastoralen Raum.“ Ein dreidimensionales Kreuz, das der bekannte Pater und Schmiedemeister Abraham Fischer geschaffen hat, soll künftig an diesen besonderen Tag erinnern.

Verabschiedet wurden die Gottesdienstbesucher mit einem kleinen Geschenk, das Pfarrer Georg Kersting auch als eine Art „Wundertüte“ bezeichnete. „In ihr finden sich etwas zu trinken und zu essen und auch die eine oder andere kleine Süßigkeit. Beigefügt haben wir auch ein Exemplar unserer nun gültigen Pastoralvereinbarung“, erläuterte Andre Hüsken. Augenzwinkernd fügte er hinzu: „Als leichte Bettlektüre kann ich den 70 Seiten umfassenden Band allerdings nicht empfehlen.“

Startseite