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Quote zwischen 33 und 60 Prozent - NRW klärt mit mehrsprachigen Flyern und Videos auf

Geringe Impfbereitschaft in Flüchtlingsheimen

Düsseldorf/Frankf...

In Flüchtlingsunterkünften in Deutschland zeichnet sich eine relativ geringe Impfbereitschaft ab. Die Corona-Impfquoten in den Einrichtungen bewegen sich aktuell zwischen 33 und 60 Prozent, wie ein Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den Bundesländern ergab.

Symbolbild Foto: Thomas F. Starke

Die mobilen Impfteams stießen auf recht große Skepsis, erklärten die zuständigen Landesministerien. Um Sprachbarrieren und kulturelle Hürden zu überwinden, werden die Impfteams vielerorts von Sozialarbeitern und Dolmetscherinnen unterstützt.

Teilweise lehnten muslimische Asylbewerber das Impfangebot ab, weil es in die Zeit des Fastenmonat Ramadan fiel, wie es hieß. Aber auch negative Medienberichte ließen die Skepsis wachsen - etwa über das Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson, der nur einmal verimpft werden muss und deshalb bei den Behörden für Impfungen in Flüchtlingsunterkünften eine gewisse Priorität hat. Bewohner von Flüchtlingsheimen gehören laut Coronavirus-Impfverordnung zur zweiten Priorisierungsgruppe. In der Gesamtbevölkerung liegt die Bereitschaft, sich gegen Covid impfen zu lassen, laut einer Erhebung des Robert Koch-Instituts bei etwa 73 Prozent.

Die Organisation Pro Asyl führt die geringe Impfbereitschaft in Flüchtlingsunterkünften auf eine verfehlte Aufnahmepolitik zurück. Die Menschen dort seien vielfach zu spät kontaktiert und nur unzureichend aufgeklärt worden, sagte der Geschäftsführer von Pro Asyl, Günter Burkhardt, dem epd.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung strebt an, dass alle Bewohner von Flüchtlingsaufnahmeeinrichtungen des Landes bis Anfang Juni ein Corona-Impfangebot bekommen haben. Um unter den Asylsuchenden für eine Schutzimpfung zu werben, seien mehrsprachige Materialien wie Poster, Flyer, Erklärvideos und Infos via QR-Code den Einrichtungen zur Verfügung gestellt worden, teilte das Düsseldorfer Flüchtlingsministerium mit.

Ältere und besonders erkrankte Bewohner seien in den NRW-Landeseinrichtungen bereits geimpft worden, hieß es. Die Zahl der bereits Geimpften bezifferte das NRW-Ministerium am Freitagabend auf fast 1100 (Stand 27. Mai). In den fünf Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) in Bielefeld, Bonn/Köln, Essen, Mönchengladbach und Unna sowie in den 30 Zentralen Unterbringungseinrichtungen (ZUE) sind derzeit 7061 Menschen untergebracht, davon 5400 älter als 18. Jahre.

In Sachsen-Anhalt sollen Informationsunterlagen in 19 verschiedenen Sprachen in den Einrichtungen vorliegen. In Schleswig-Holstein sind mobile Teams bereits seit 20. April tätig, wie das Sozialministerium mitteilte.

Nach Auskunft des Innensenats in Hamburg liegt die durchschnittliche Impfbereitschaft in den Erstaufnahmeeinrichtungen bei knapp 50 Prozent. Auch den Personen, die in den Einrichtungen arbeiten, werde ein Impfangebot gemacht.

Die hessische Landesregierung bemüht sich um eine Steigerung der Impfquote gegen das Coronavirus unter Geflüchteten. Bisher seien die Impfungen an zwei Standorten von 40 bzw. 46 Prozent der Bewohner angenommen worden, teilte das Sozialministerium in Wiesbaden mit.

Die Corona-Impfbereitschaft unter den Asylsuchenden in den sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen ist mit knapp 33 Prozent gering, wie es hieß - trotz der Hilfe von Dolmetschern und schriftlichem Informationsmaterial in verschiedenen Sprachen.

In den Erstaufnahmeeinrichtungen in Niedersachsen begründeten die Flüchtlinge ihre Impf-Zurückhaltung häufig damit, dass sie in ihrem Umfeld keine schweren Krankheitsfälle erlebten. Das mangelnde Vertrauen in die angebotenen Impfstoffe sei ein weiteres Argument.

In Baden-Württemberg geht es laut Landesregierung auch darum, Falschinformationen aus der Welt zu schaffen. So würden etwa negative Auswirkungen auf das Asylverfahren und eine nach einer Impfung erleichterte Abschiebung befürchtet, hieß es. Das Innenministerium in Bayern berichtet von in sozialen Netzwerken kursierenden Fehlinformationen - etwa dass Impfstoffe unfruchtbar machten. In Bayern nahmen den Angaben zufolge rund 60 Prozent der Flüchtlinge die Impfangebote an.

In Bielefeld war am Samstag an einer Moschee geimpft worden. Dort war der Andrang unerwartet groß - auch weil ein gefälschter Flyer für Verwirrung gesorgt hatte.

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