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„Ein Lächeln für Dich“ aus Preußisch Oldendorf kooperiert mit Aktion Mensch und Ikea

Getmolder Verein hilft Obdachlosen

Preußisch Oldendorf

Gemessen am Privatvermögen belegt Deutschland Platz 5 in der Rangliste der reichsten Länder der Welt. Dennoch steigen die Zahlen der Menschen ohne Obdach weiter an. Den Schätzungen nach haben etwa eine Million Menschen in der Bundesrepublik Deutschland keine Wohnung. Etwa 50.000 davon leben auf der Straße.

Der Verein „Ein Lächeln für Dich“ aus Getmold hat seit Beginn der Corona-Pandemie sein Hilfsangebot erweitert und hat Obdachlose in der Region unterstützt. Kooperationspartner waren Aktion Mensch und Ikea Osnabrück. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Diese Zahlen nennt der Getmolder Frank Pape, der mit dem Verein Ein Lächeln für Dich mit Beginn der Coronapandemie sein Hilfsangebot für Menschen in Not ausgeweitet hat. Unterstützung, um der Armut in der Region mehr Aufmerksamkeit zu bringen, bekam der Verein von Aktion Mensch und Ikea Osnabrück.

Das Team des Vereins konnte in den vergangenen 14 Monaten zu 79 Menschen ohne Obdach (51 Männer, 28 Frauen) Vertrauen aufbauen und eine feste Routine der wöchentlichen Lebensmittel- und Kleidungsgrundversorgung etablieren, berichtet Frank Pape. Im genannten Zeitraum seien 6000 Dosen eingekochtes Fleisch, 2000 Äpfel, 4000 Bananen, 160 Weihnachts- und Osterpakete, 600 Brote, 8000 Würstchen, 300 Gurken, 480 Pakete Salzgebäck, 33 Schlafsäcke, Jacken, Hosen, Pullover, Schuhe und 120 Decken an Bedürftige ausgehändigt worden. Zwei erkrankte Menschen ohne Obdach wurden über einen längeren Zeitraum wiederkehrend aufgenommen, medizinisch betreut und beherbergt.

Grundversorgung erleichtert

„Die routinemäßige Grundversorgung erleichterte im Projektverlauf das Auffinden der jeweiligen Personen zunehmend“, sagt Pape. So konnten während der Pandemiemonate feste Verteilzeiten an vereinbarten Standorten ausgemacht werden. „Bielefeld hat sich als Treffpunkt von Menschen ohne Obdach aus den Gebieten Minden-Lübbecke und Herford als größter Sammelpunkt erwiesen“, erklärt er. „Dort konnten von Beginn an Verhaltensregeln beim Austeilen von Lebensmitteln und Kleidung ausgehandelt werden, die in vorbildlicher Form eingehalten wurden.“

Angefangen von Abstandsregeln und Masken bis hin zu einer, aus der Gruppe selbst bestimmten Reihenfolge der Bedürftigkeit habe sich ein ganz ausgezeichnetes Sozialverhalten innerhalb der Gruppe gezeigt. „So hat die Gruppe zum Beispiel beim Verteilen von Schlafsäcken eine nach Bedürftigkeit ausgelegte Reihenfolge festgelegt, an die sich alle hielten.“ Auch die Zusammenarbeit mit den Streetworkern der Stadt Bielefeld, die aus Papes Sicht ganz ausgezeichnete Arbeit leisten, nehme zunehmend Form an.

Vertrauen gewonnen

In vier Fällen wurde gezielt neue passende Kleidung angeschafft, weil der Bedarf an Hilfsmitteln nicht durch Spenden gedeckt werden konnte. Dabei habe es sich um zwei Männer mit der Kleidungsgröße XXL und zwei Frauen mit der Größe XXS gehandelt. „Da sich zunehmend ein Vertrauen zu den Helfern entwickelt habe, wurde die Zeit vor Ort im Laufe des Projektes nahezu verdoppelt und ein wertvoller, regelmäßiger Dialog begonnen“, sagt Frank Pape. „Damit zeigen wir gerade diesen Menschen, dass wir sie sehen.“

Er weist darauf hin, dass es Obdachlosigkeit nicht nur in großen Städten gibt. „Zurzeit hat Preußisch Oldendorf mit Thomas einen reisenden Besucher“, berichtet Frank Pape. Er sei nach Hinweisen von Gemeindemitgliedern in die Obdachlosenhilfe aufgenommen worden und werde auf eigenen Wunsch hin mit Lebensmitteln bei Bedarf grundversorgt. „Er freut sich immer über eine freundliche Ansprache.“

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