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Steinhäuser Landwirte mit Deutschem Solarpreis ausgezeichnet

Gewächshaus der Zukunft überzeugt

Büren-Steinhausen

Die beiden Steinhäuser Landwirte Fabian Karthaus und Josef Kneer haben mit ihrem innovativen Gewächshaus in der Kategorie Betriebe/Unternehmen (industriell, landwirtschaftlich, kommerziell) den Deutschen Solarpreis gewonnen.

Josef Kneer (links) und Fabian Karthaus Foto: Energieagentur NRW

Das hat die Energieagentur NRW am Sonntag mitgeteilt. Die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien hat gemeinsam mit der Energieagentur NRW am Samstag an insgesamt fünf Akteure den Deutschen Solarpreis 2021 überreicht

Bei der Preisverleihung unter dem Motto „Eine Bühne für die Energiewende“ im Kunstmuseum Bonn zeigten die Preisträgerinnen und Preisträger, wie den Herausforderungen der Klimakrise und Energiewende kreativ und engagiert begegnet werden kann. Die Bürener Landwirte (Land allerliebst) sind für die effiziente Nutzung von Agri-Photovoltaik auf ihrer Beerenobstplantage ausgezeichnet worden. Sie bauten 2020 in Steinhausen ein Gewächshaus, das mit 2700 Solarmodulen mit einer Leistung von 740 kWp betrieben wird. Die Module könnten 150 Familienhäuser versorgen.

Himbeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren und sogar Apfelbäume und Tafeltrauben wachsen unter dem Photovoltaikdach, das etwa einen halben Hektar Ackerfläche abdeckt. Mit Hilfe eines intelligenten Montagesystems sind alle Solarmodule von unten auflegbar und somit später auch austauschbar. Rund 600.000 Euro haben die Landwirte in das smarte Gewächshaus gesteckt, um sich für die Zukunft zu rüsten.

Der Klimawandel machte sich in den vergangenen Jahren auch im Paderborner Land durch andauernde Trockenheit immer stärker bemerkbar. Gießwasser wird gesammelt und wiederaufbereitet. Die Daten der Plantagen sind digital per App überwachbar. Das Dach schützt den Anbau vor Witterung und Sonne. Durch den entstehenden Schatten und intelligente Bewässerungstechnik können extreme Hitze abgehalten und Äcker feucht gehalten werden. Damit haben die Steinhäuser bereits im ersten Jahr eine Steigerung der Erträge von 20 Prozent erreicht. Mit der Vereinigung von Solarenergie und landwirtschaftlicher Böden schafften die Landwirte den Sprung zum Multigebrauch des für die Energiewende raren Faktors Fläche, heißt es in der Laudatio und Projektbeschreibung. Anstelle konventioneller Gewächshäuser zeige das Projekt eine Alternative auf, die Wasserknappheit effizient verhindere und zu höheren Ernteerträgen führe.

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