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Zum Auftakt der Kulturreihe „Mein Sommer, meine Stadt“ erklingen sphärische Töne auf dem Herforder Gänsemarkt

Glasharfe lädt zum Träumen ein

Herford

Sphärisch schweben glockenhelle Töne über den Gänsemarkt und durch die angrenzenden Gassen. Passend zum lauen Sommerabend erklingen Glasharfe und Array Mbira, unterfüttert vom warmen Sound der Bassklarinette. Izabella Effenberg hat den Herfordern einen gelungenen Auftakt der Kulturreihe „Mein Sommer, meine Stadt“ beschert.

Von Thomas Meyer

Izabella Effenberg spielt eine Glasharfe, die aus vielen Trinkgläsern besteht. Früher sorgten unterschiedliche Wassermengen in den Gläsern für die verschiedenen Klanghöhen, heute ist jedes Glas eigens gestimmt, Wasser braucht es nicht mehr. Foto: Thomas Meyer

Eine Glasharfe besteht aus Trinkgläsern, in Reihen angeordnet und mittels Haftgleiteffekt mit dem Finger zum Klingen gebracht. „Bei diesen Instrumenten wird jedes Glas eigens gestimmt, sodass man dafür kein Wasser mehr braucht“, erklärt Izabella Effenberg zwischen aller musikalischer Träumerei ihrem Publikum, „nur die Hände müssen gewaschen sein.“

Auch zum Array Mbira hatte sie einige Informationen dabei – ein Instrument, das der afrikanischen Mbira grob entlehnt ist. Steeldrum und Vibrafon rundeten das ungewöhnliche Portfolio ab.

Izabella Effenberg stammt aus Polen und lebt in Nürnberg. Sie ist eine der wenigen Vibrafonistinnen in Europa und bewegt sich zwischen verschiedenen Stilrichtungen von Jazz über Klassik bis zur Weltmusik.

Am Donnerstagabend trat sie zusammen mit ihrem Partner Norbert Emminger auf. Auf dem Gänsemarkt präsentierte sie ein breites Spektrum ihres Schaffens und faszinierte dabei ihr Publikum. Ein ziemlich großes Publikum, was Organisator Yannik Seeberg von der Pro Herford einerseits freute, andererseits aber auch noch einmal auf Abstandsregelungen und gegebenenfalls Maskentragen hinweisen ließ.

„Dank der Gastronomie haben wir viele Zuschauer, bei denen die Kontaktverfolgung gewährleistet ist. Bei allen anderen achten wir auf Sicherheitsabstände“, erklärte Seeberg. Bei den weiteren Veranstaltungen der Reihe „Mein Sommer, meine Stadt“ auf dem Wilhelmsplatz, dem Neuen Markt und im Aawiesenpark übernimmt die Pro Herford selbst die Kontaktnachverfolgung in einer jeweils abgesperrten Zone.

Mit falschen Wundern von echten Schwindlern geht die Kulturreihe „Mein Sommer, meine Stadt“ schon an diesem Samstag weiter. Auf dem Wilhelmsplatz sind „The Sideshow Charlatans“ mit ihrer mehrfach prämierten Schaubuden-Zauber-Revue zu erleben.

Die Veranstalter versprechen „Kunststücke, die so auf deutschen Bühnen nicht oder nur selten zu sehen sind“. Da werden Gedanken gelesen, Berührungen übertragen, die stärksten Männer in die Knie gezwungen, Poltergeister beschwört und ein Kopf aufgeblasen wie einen Ballon.

Es sind intelligente Routinen mit leisem Humor, bei denen am Ende die Frage bleibt, ob das alles echt ist, oder „nur“ ein stilvoll inszenierter Schwindel von zwei außergewöhnlich originellen Zauberkünstlern. Es gibt zwei Vorstellungen: um 20 und um 21.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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