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Carsten Hormes plant bundesweiten Nachwuchswettbewerb – Premiere im Juli auf dem kleinen Domplatz

„Goldene Pommesgabel“: Die Karriere beginnt im Kulturimbiss

Paderborn

Im nächsten Jahr möchte Carsten Hormes in Paderborn erstmals die „Goldene Pommesgabel“ überreichen. Sein Erfolgsformat, den Kulturimbiss, will er weiterführen und ihn zu einer Bühne für den kabarettistischen und musikalischen Nachwuchs machen.

Von Dietmar Kemper

Carsten Hormes in seinem Kulturimbiss mit dem Dom als malerische Kulisse.

„Alle, die sensationell talentiert sind, befinden sich zur Zeit in der Warteschleife“, sagt Hormes: „Sie können nicht auftreten, weil erst die Veranstaltungen der arrivierten Künstler abgebaut werden müssen, die sich in der Corona-Pandemie angestaut haben.“ Wer aber dem Nachwuchs keine Bühne bereite, werde erleben, „dass die Basis wegbricht“, mahnt der Leiter des Kulturbüros OWL.

Hormes selbst war unter dem Eindruck der Pandemie auf die Idee mit dem Kulturimbiss gekommen. Er ist drei Meter breit, 2,30 Meter hoch und zwei Meter tief und bietet künstlerisch große Qualität auf kleinem Raum. Im Juli traten Künstler wie der Kabarettist Matthias Brodowy und Musiker wie Sönke Meinen und Bjarke Falgren in dem Imbisswagen auf dem kleinen Domplatz auf und unterhielten das Publikum bestens.

Dasselbe sollen im kommenden Jahr Nachwuchskünstler leisten. Zwölf wird Hormes nach Paderborn holen, wo sie in sechs Doppelvorstellungen vom 8. bis 10. und vom 15. bis 17. Juli ihr Können zeigen können. „Mir geht es diesmal nicht darum, die arrivierten Namen auf den Zettel zu bekommen, sondern es soll ein Nachwuchswettbewerb sein“, erläutert Hormes.

45 Minuten lang, so sieht es das Konzept vor, können sich Teilnehmer aus ganz Deutschland vor 150 Besuchern präsentieren. Eine Expertenjury und das Publikum werden die Leistungen beurteilen. Wer Eintrittskarten für sämtliche Vorstellungen kauft, wird automatisch in die Fachjury mit den Kulturkritikern aufgenommen. „Die besten drei Künstler sollen dann im November beim WDR-Kaba­rettfest in der Paderhalle mit auftreten können“, schwebt Hormes vor. Er wird maßgeblich die Teilnehmer aus den Bereichen Comedy, Kabarett, Musik und Poetry Slam aussuchen und hofft dabei auf Tipps der Künstler, die er schon lange kennt und die er in Ostwestfalen-Lippe auf die Bühne bringt. „Dieter Nuhr und Hagen Rether kannte auch niemand, als wir sie erstmals veranstalteten“, blickt der alte Hase in dem Metier zurück.

Hormes ist davon überzeugt, dass der aus der Not entstandene mobile Kulturimbiss für Open-Air-Veranstaltungen im Sommer auch noch Bestand haben wird, wenn die Pandemie vorbei ist. Die Nachfrage sei groß, im nächsten Jahr werde das Format vor dem Theater in Minden, das umgebaut werde, Station machen, und zudem hätten acht Städte in Lippe erneut ihr Interesse angemeldet.

Mit dem Nachwuchswettbewerb im Juli in Paderborn will Hormes nicht nur Talente entdecken, sondern ihnen auch eine Botschaft senden: „Bitte gebt nicht auf! Es gibt eine Zeit nach Corona.“

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