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Fehlen eines Radschnellwegs „skandalös“

Grüne Herford: B61-Ausbau in Bielefeld stoppen

Herford

Ist im Zuge des Klimaschutzes und der allerorten geplanten Verkehrswende der vierspurige Ausbau der Hauptverkehrsachse zwischen Bielefeld und Herford noch angemessen? Die Herforder Kreis- und Stadtverbände der Grünen lehnen die Erweiterung der Herforder Straße (B61) in Bielefeld zwischen Baumheide und Brake und den in Brake einmündenden Weiterbau der Ostwestfalenstraße (L712n) jedenfalls ab.

Beim Aktionstag „Ohne Auto mobil“ gehört(e) die B61 ganz den Fahrradfahrern. Doch beim geplanten Ausbau der B61 ist ein Radschnellweg nicht berücksichtigt worden, kritisieren jetzt auch die Herforder Grünen. Foto: Thomas F. Starke

„Vor dem Hintergrund der diversen Beschlüsse zum Klimanotstand und zu Integrierten Klimaschutz­konzepten im Kreis sind solche Vorhaben nicht mehr vertretbar“, heißt es in einer Mitteilung. Die Vorhaben stünden „in eklatantem Widerspruch zu einer zeitgemäßen, klimabewussten Verkehrspolitik“. Es werde an jahrzehntealten Pla­nungen festgehalten, bei denen die Minderung der CO2-Emissionen nicht bedacht worden seien, betont Irmgard Pehle, Sprecherin des Kreisverbandes der Grünen.

Eine ernsthafte, zukunftsorientierte Mobilitätswende müsse Schwerpunkte im Bahn- und Busverkehr oder im Ausbau der Radwegeverbindungen setzen. Entlang dieses Streckenabschnitts der B61 müsse der angestrebte Radschnellweg zwischen Bielefeld und Herford baldmöglichst gebaut werden – darauf sollten die bestehenden Planungskapazitäten des Landesbetriebs Straßen ausgerichtet werden. „Es ist jedenfalls skandalös, dass die geplante Radschnellwegtrasse bei den jetzt vorliegenden Planungen offensichtlich völlig unberücksichtigt geblieben ist“, sagt Ratsmitglied Herbert Even.

Reschinsky: „Auf Substanzerhaltung konzentrieren“

Grüne in Stadt und Kreis Herford begrüßten die Forderung der Bielefelder Initiativen „Mut zur Verkehrswende“ und „Klimabündnis Bielefeld“ an Bürgermeister Pit Clausen (SPD) nach Aufgabe dieser Planungen, „die kürzlich offensichtlich auch beim Herforder Bürgermeister Unterstützung gefunden hat“. Deshalb hoffen die Grünen „auf eine einhellige Ablehnung des Ausbaus von B61 und der nahe an der Herforder Stadtgrenze gelegenen L712n durch die gesamte Herforder Politik“.

Marvin Reschinsky, Landtagskandidat im Wahlkreis 90 (Herford/Hiddenhausen/Enger/Spenge): „In Zeiten, in denen die gut ausgebaute Infrastruktur verkommt, müssen wir uns auf die Instandhaltung bestehender Substanz anstatt auf Neubau und Erweiterung konzentrieren.“

Auch andere Straßenbaumaßnahmen von Bund und Land im Kreis basierten häufig auf nicht mehr zeitgemäßen Plänen – solche Vorhaben müssten generell überdacht werden.

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