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Oeynhäuser befürchten durch Photovoltaik-Anlage weitere Einschränkungen der Lebensqualität

Grüne und Bürger tauschen sich aus

Nieheim-Oeynhausen

Die Gruppe Oeynhäuser, die sich bereits seit Monaten gegen die Pläne zur Errichtung einer etwa 14 Hektar große Photovoltaikfreiflächenanlage zwischen Himmighausen und Oeynhausen positioniert hat, hatte die Stadtratsfraktion und den Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen zu einem Meinungsaustausch eingeladen. Die beiden Ratsfrauen Patricia Arendes-Meyn und Uta Lücking folgten dieser Einladung genau so gerne wie weitere Vertreter des Ortsverbandes.

Oeynhäuser Bürger und die Grünen haben sich bei einer Ortsbegehung getroffen Foto: Grüne Nieheim

Mit Blick auf die geplante Fläche, deren Ausmaß bei der Begehung eindrücklich wahrgenommen werden konnte, ging es zunächst einmal darum, die Bedenken und Argumente der Bürger zu hören. Es sei eine besondere Situation, in der sich die Oeynhäuser Bürger inzwischen sehen: Hähnchenmastanlagen, Schweinemastställe, das Kompostwerk, die Bahnanlage: Alles sei verbunden mit Geruchs- und Lärmemissionen, die Geräuschkulisse vom Bilster Berg, der mehr oder weniger schon befürchtete Bau von Großwindkraftanlagen und dann noch die geplante großdimensionierte PV-Freiflächenanlage. Viele Menschen im Dorf sehen sich mit weiteren massive Einschränkungen der Lebensqualität, dem Wertverlust ihrer Hausgrundstücke bis hin zu Existenzbedrohungen konfrontiert, wenn zum Beispiel die Feriengäste künftig ausbleiben würden.

Durch die exponierte Hanglage der geplanten Solarpanelen befürchten die Bürger außerdem eine Beeinträchtigung der noch erhaltenen Kulturlandschaft. „Dass es hier keine einfache Lösung geben wird, ist offensichtlich. Die Politik muss schon sehr genau hinschauen, ehe eine endgültige Entscheidung getroffen werden kann“, sagte Ratsfrau Patricia Arendes-Meyn.

Die Fraktionssprecherin der Bündnisgrünen im Stadtrat, Uta Lücking, legte in ihrem Statement am Ende der zweistündigen Ortsbegehung ihre Auffassung dar: „Wir stehen vom Grundsatz her der regenerativen Energiegewinnung positiv gegenüber – wir sind die Grünen. Wir machen aber auch hier vor Ort zwei Dinge noch einmal sehr deutlich: Wer Ackerland oder andere unversiegelte Flächen für die Stromerzeugung nutzen will, muss in seinem Konzept sehr gute und weitreichende ökologische Argumente aufführen, die diesen Schritt in der Abwägung am Ende rechtfertigen können.“

Da reiche es nicht aus, sauberen Strom zu erzeugen. Und weiterhin sei und bleibe es von großer Bedeutung, die Menschen in Oeynhausen in diesem Verfahren anzuhören, ihre Argumente ernst zu nehmen und sie zu beteiligen.

Der Ratsbeschluss zum Planänderungsverfahren führe jetzt dazu, dass die Träger der öffentlichen Belange ihre gutachterlichen Äußerungen vorlegen würden. Auch diese fachlichen Beiträge seien wichtig für eine sachgerechte Entscheidung, meinte Uta Lücking.

Die Grünen übergaben beim Abschied des „sehr intensiven und konstruktiven Gesprächs“ ihr extra für Oeynhausen verschriftlichtes Positionspapier zu PV-Anlagen und erhielten im Gegenzug eine detaillierte Ausfertigung der Argumente der Bürger.

Beide Seiten wollen weiterhin im Gespräch miteinander bleiben.

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