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Dem Haller Modeunternehmen ist kein größerer Schaden entstanden

Hacker-Attacke auf Gerry Weber AG

Halle

Auf die IT-Systeme der Gerry Weber International AG hat es einen Hacker-Angriff gegeben. Das Unternehmen bestätigte einen entsprechenden Bericht des Online-Nachrichtenportals Business Insider.

Die Zentrale der Gerry Weber International AG in der Haller Neulehenstraße. Foto: Stefan Küppers

Man habe „den Versuch Dritter, Kontrolle über die IT-Systeme zu erlangen, erfolgreich abwehren können“, heißt es seitens der Gerry-Weber-Pressestelle. Es seien zwar „verdächtige Aktivitäten“ entdeckt worden, aber es sei weder eine Schad- Software installiert worden, noch seien anderweitig Lösegeldforderungen gestellt worden.

Als Vorsichtsmaßnahme habe man dennoch möglicherweise betroffene Systeme heruntergefahren. Durch diese vom Unternehmen selbst initiierten Maßnahmen kam es vorübergehend zu geringen, zumeist internen Einschränkungen der IT-Verfügbarkeit, etwa bei der Zeiterfassung oder dem Etikettendruck. Mittlerweile wurde die IT-Verfügbarkeit in der Firma bis auf wenige Ausnahmen wieder in den vollen Umfang hergestellt.

„Kein Zusammenhang zum Personalabbau in der IT“

Die Lieferfähigkeit war nicht beeinträchtigt, betont Gerry Weber. Im Bericht von Business Insider heißt es, dass es nach dem Hacker-Angriff zu Einschränkungen bei der Kartenzahlung in mindestens einer Gerry-Weber-Filiale gekommen sei. Das kann Unternehmenssprecherin Kristina Schütze allerdings nicht bestätigen: „Die Kartenzahlung hat weiterhin durchgängig funktioniert“, sagt sie.

Dass der im Zuge des Insolvenzverfahrens erfolgte Personalabbau in der Gerry-Weber-IT-Abteilung in Zusammenhang mit der Cyber-Attacke stehen könnte, sei reine Spekulation, sagt Kristina Schütze: „Unsere IT-Abteilung ist auf solche Angriffe grundsätzlich vorbereitet, auch wenn wir uns punktuell externe IT-Spezialisten dazu holen.“

Die zuständige NRW-Datenschutzbehörde LDI (Landesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit) sei informiert, bei der Polizei habe man Strafanzeige gestellt. Nach derzeitigem Kenntnisstand der eingeschalteten Cyber-Security-Experten und Daten-Forensiker geht das Unternehmen davon aus, dass keine personenbezogenen Daten von Endkunden abgezogen oder kopiert wurden. Dennoch würden die Untersuchungen auch in diese Richtung aus Vorsicht fortgeführt.

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