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Rettungskette entlang der Berliner Straße in Herford

Hand in Hand für die Menschenrechte

Herford

Mit einer Menschenkette entlang der Berliner Straße haben am Samstagmittag zahlreiche Herforder auf die Situation von Flüchtlingen aufmerksam gemacht und sich für Menschenrechte eingesetzt. Mit der Aktion „#HandinHand – Rettungskette für Menschenrechte“ haben die Teilnehmer so vor allem sichere Rettungswege gefordert.

Von Annika Tismer

Hunderte Menschen beteiligten sich an der Rettungskette, die von der Petersilienstraße bis hin zum Münsterkirchplatz Foto: Annika Tismer

Mit verschiedenen Plakaten, Bannern oder Zetteln wurde bei der sonst eher ruhigen Aktion auf die Situation vieler Flüchtlinge hingewiesen. „Denn ich kann und möchte nicht mehr länger aushalten, dass jedes Jahr tausende Menschen sterben, weil Grenzen nicht geöffnet werden“, erklärte Barbara Rodi den Grund für ihre Teilnahme an der Aktion.

Seit mehr als 30 Jahren engagiert sie sich schon in der Flüchtlingsarbeit und hat bislang fast durchweg positive Erfahrungen gemacht: „Die geflüchteten Menschen sind in den meisten Fällen sehr bemüht, unsere Kultur kennenzulernen und sich den Gegebenheiten hier anzupassen.“

Ähnliche Erfahrungen hat auch Kerstin Brandau-Fiebig als eine der Organisatorinnen der Aktion gemacht. „Oft wird nur über das Negative berichtet. Dabei sind die meisten Geflüchteten unglaublich dankbar. Trotz allem, was viele dieser Menschen erlebt haben, engagieren sie sich oftmals enorm, auch, um Vorurteile zu bekämpfen“, erklärte sie.

Auch Moska Sediq und Julia Schneider war es eine Herzensangelegenheit, mit der Teilnahme an der Aktion ein Zeichen zu setzen. Die beiden engagieren sich schon länger für „Terre des hommes“ und haben eine klare Forderung: „Die Menschen sollten nicht länger als vier Wochen in Übergangslagern sein müssen“, erklärten sie.

Nazim Acar von der kurdisch-jesidischen Gemeinde Herford ist gleichzeitig der Blick auf sein eigenes Heimatland wichtig. „Auch hier fallen regelmäßig Bomben und niemand berichtet darüber oder nimmt es auch nur wahr“, erklärte er. Der Kampf für die Menschenrechte sei daher in jeglicher Hinsicht von enormer Bedeutung.

Organisiert worden war die Rettungskette, die an vielen Orten in Deutschland, Österreich und Italien stattgefunden hat, von der zivilgesellschaftlichen Initiative HandinHand. In Herford hatten sich der Integrationsrat und viele Organisationen und Initiativen zusammengeschlossen. „Wir wollen damit für eine Stadt wie Herford, die bereits ein ‚sicherer Hafen‘ ist, ein Zeichen setzen“, sagte Brandau-Fiebig.

Dieses Zeichen war schließlich eine Menschenkette, die sich von der Petersilienstraße bis zum Münsterkirchplatz zog.

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