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Welttierschutztag: Tierheim Paderborn appelliert an Hundekäufer

„Hände weg von Wühltisch-Welpen!“

Paderborn

Das Tierheim Paderborn weist darauf hin, dass der Deutsche Tierschutzbund und die heimischen Tierschutzorganisationen zum Welttierschutztag an diesem Montag, 4. Oktober, gemeinsam mit verschiedenen Aktionen auf den immer mehr um sich greifenden illegalen Welpenhandel und das damit verbundene Tierleid aufmerksam machen.

Hundewelpen, die im Kreis bei einer Hausdurchsuchung sichergestellt wurden. Foto: Per Lütje

Die Polizei und das Veterinäramt stellten im Juli diesen Jahres Welpen und Zuchthunde sicher, die im Tierheim in Paderborn-Schloß Neuhaus unterbrachten. Bei der ersten Sicherstellung, eine Malteserhündin und zwei Welpen, erkrankten die Welpen nach Angaben des Tierheims in kürzester Zeit an Parvovirose. Trotz intensiver tierärztlicher Bemühungen hätten die beiden Welpen keine Chance gehabt. „Die Tierpflegerinnen und Tierpfleger waren weit über die Grenzen psychischer und physischer Belastbarkeit hinaus gefordert“, schreiben die Tierheim-Mitarbeiter in ihrer Pressemitteilung.

Wegen der steigenden Nachfrage nach jungen Rassehunden zum vermeintlichen Schnäppchenpreis verspricht, so das Tierheim, „der skrupellose und von reiner Profitgier geprägte Handel mit den Welpen ein gutes Geschäft und treibt vor allem im Internet sein Unwesen“. Die jungen Hunde kämen zum größten Teil aus dubiosen Kanälen und/oder würden illegal eingeführt, Papiere seien oftmals nicht vorhanden, die Impfunterlagen seien ebenso wie die Altersangaben in der Regel gefälscht.

Viele der Welpen seien schwerstkrank, litten an Parasiten oder zeigten neben körperlichen Gebrechen deutliche Verhaltensstörungen und Deprivationserscheinungen. Die dann dringend notwendige tierärztliche Behandlung verursache für die neuen Besitzer ganz erhebliche Kosten. „Jeder, der dem dreckigen Geschäft mit Lebewesen Vorschub leistet, ist mitverantwortlich für das unsagbare Leid und Elend der Tiere“, heißt es in der Mitteilung. Wenn es denn unbedingt ein Rassehund sein müsse, sollte der Weg ausschließlich zu seriösen und im VDH organisierten Züchtern führen, raten die Tierheim-Mitarbeiter.

Gemeinsam mit zahlreichen Tierschutzorganisationen in OWL möchten sie erreichen, dass der Internet-Verkauf von Lebewesen generell verboten wird. „Nicht nur, weil der Tierschutzgedanke in unserem Grundgesetz verankert ist, bleibt zu hoffen, dass dann auch die Politik nicht weiterhin untätig bleibt.“

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