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16 Millionen Euro sollen für die Ausbildung des Nachwuchses investiert werden

Handwerk baut neuen Campus

Paderborn

Die Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe (KH) plant eine Modernisierungs-Offensive und will dafür 16 Millionen Euro investieren. An der Waldenburger Straße soll in den kommenden vier Jahren ein neuer Ausbildungscampus entstehen. Das verriet KH-Hauptgeschäftsführer Michael Lutter auf Anfrage.

Von Ingo Schmitz

Soll soll der neue Campus für den Handwerker-Nachwuchs aussehen. Gebäude A umfasst die Verwaltung, im Gebäude B werden die Bauhandwerke zusammengefasst. Das Gebäude C neu ist für den Kfz- und Elektronik-Bereich. Gebäude D sind Tischler, Friseur, Maler. Die SBH West ist im Gebäude E. Foto: Kreishandwerkerschaft Paderborn

Beim Tag des Handwerks in der Liboriwoche hatte Lutter im Beisein von NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann zwar die stolze Summe, aber keine Hintergründe genannt. Gegenüber dieser Zeitung erläuterte er nun die Details der Planung. Demnach soll das Paderborner Technologie- und Berufsbildungszentrum kräftig modernisiert werden. Ziel sei es, nicht nur mit den neuen Herausforderungen und Ausbildungsinhalten Schritt zu halten. Es gehe auch darum, dem Berufsnachwuchs ein modernes Umfeld zu bieten, das für das Handwerk begeistere, sagt der Hauptgeschäftsführer. Es ginge zudem darum, das Image aufzupolieren. Dafür wird nun einiges unternommen.

Maßnahme Nummer eins: Das älteste Gebäude am Standort (Gebäude C) soll abgerissen werden. „Dabei handelt es sich um eine mindestens acht Jahrzehnte alte Halle, in der zuvor eine Möbelfabrik untergebracht war“, berichtet Lutter. Sie sei zwar immer wieder ertüchtigt worden, aber energetisch und technisch ist sie nun völlig veraltet, erläutert er.

Die weiteren Maßnahmen: Der Ersatzneubau (C neu) soll direkt gegenüber der Hauptverwaltung (Gebäude A) auf dem jetzigen Parkplatz der KH entstehen. Die übrigen Gebäude (B, D und E) werden ebenfalls modernisiert. Bei der Verwaltung (Gebäude A) sind die Maßnahmen inzwischen nahezu abgeschlossen.

Michael Lutter, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe, will den Standort modernisieren. Foto: Ingo Schmitz

Ziel sei es, die Werkstätten für die Handwerksberufe in den jeweiligen Gebäuden neu zu sortieren und sinnvoll zu kombinieren. Das sei dringend notwendig. Im Gebäude B sollen demnach alle Bauberufe wie Mauerer, Beton- und Stahlbetonbauer sowie Zimmerer und Fliesenleger untergebracht werden. Das Gebäude D ist den Tischlern, Friseuren, Kosmetikern, Malern, Kaufleuten und Raumausstattern vorbehalten. Das neue Gebäude C ist dann für den Bereich Kfz, Metall und Sanitär/Heizung sowie Elektrotechnik/IT vorgesehen. Das Gebäude E wird weiter von der Stiftung Bildung und Handwerk (SBH) genutzt, unter anderem für Bildungsmaßnahmen und mit einem Veranstaltungsbereich. Bei der Umsetzung der Pläne sollen auch Räume für die Nutzung von Augmented Reality sowie für Existenzgründer vorgehalten werden. Denn eines sei klar: Es fehlen perspektivisch nicht nur Fachkräfte, sondern auch Unternehmer-Nachwuchs, der bereit sei, funktionierende Handwerksbetriebe zu übernehmen. In den nächsten Jahren stünden in etlichen Firmen Generationswechsel an.

Auch für das Parkplatzproblem gibt es schon eine Lösung: Der bestehende Parkplatz hinter dem Verwaltungsgebäude zwischen Breslauer und Trebnitzer Straße soll mit einer Parkpalette bebaut werden. So würden auf recht einfache Weise 140 Stellplätze gewonnen.

Eine weitere Neuerung betrifft die Trebnitzer Straße: Nach dem Abriss des Altbaus C soll die Fläche begrünt und die Straße für den öffentlichen Verkehr freigegeben werden. Gleichzeitig soll die Waldenburger Straße verkehrsberuhigt werden.

Die Gremien der KH hätten den Plänen zugestimmt. Allerdings werde für die Finanzierung eine öffentliche Förderung notwendig werden. Lutter, der seit Anfang 2021 im Amt ist, baut auf Bundesmittel in Höhe von 45 Prozent sowie auf weitere 20 Prozent vom Land. Zudem gebe es einen europäischen Fördertopf, der eine Förderung bis zu 80 Prozent in Aussicht stelle. Die KH müsse dafür ein zweistufiges Prüfungsverfahren durchlaufen. Die restlichen 20 Prozent will die Stiftung Bildung und Handwerk aus Eigenmitteln aufbringen. Sommer 2022 soll der Startschuss für die Baumaßnahmen fallen. Ende 2025 möchte die KH mit dem Campus fertig sein.

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