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In Warburg sollen in Zukunft hauptsächlich mittelschwere und einfachere Eingriffe vorgenommen werden

Helios kauft zwei Kasseler Kliniken

Warburg/Kassel

Die DRK-Kliniken Nordhessen in Kassel mit den beiden Standorten Kassel-Wehlheiden und Kaufungen sowie das angeschlossene Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) werden künftig zur Helios-Kliniken-Gruppe gehören. Diese Übernahme hat auch Auswirkungen auf das Helios-Klinikum in Warburg.

Helios kauft zwei Kasseler Kliniken. Das hat auch Auswirkungen auf das Helios Klinikum Warburg (Foto). Dort sollen zukünftig eher mittelschwere und einfachere Eingriffe vorgenommen werden. Foto: Ralf Benner

Den Kaufvertrag haben Helios und die DRK-Schwesternschaft Kassel sowie der DRK-Soziale Dienste und Einrichtungen Nordhessen in dieser Woche unterzeichnet. Die DRK-Schwesternschaft bleibt Mitgesellschafter der Kliniken. Das hat der Helios-Konzern in einer Pressemitteilung erklärt.

Helios plant, die stationäre Versorgung an den Standorten in Warburg und Kassel-Wehlheiden zu bündeln und das medizinische Angebot in den unterschiedlichen Fachbereichen eng miteinander zu verzahnen.

„Unsere Überlegungen gehen dahin, den Standort Wehlheiden vorrangig auf komplexere Behandlungen zu konzentrieren, Warburg zuvorderst auf mittelschwere und einfachere Eingriffe. In Kaufungen möchten wir einen stärkeren Schwerpunkt auf die ambulante Versorgung inklusive ambulanter OP-Kapazitäten legen. Zusätzlich werden tele- und arbeitsmedizinische Angebote das Leistungsportfolio ergänzen“, erklären Robert Möller und Dr. Ulrike Heesemann, Regionalgeschäftsführer und medizinische Regionalgeschäftsführerin der Helios-Region Süd. Zu dieser werden der Neuerwerb sowie künftig auch der Standort Warburg zählen.

Zu den DRK-Kliniken Nordhessen gehören zwei Klinikstandorte, in Kassel-Wehlheiden und in Kaufungen, mit insgesamt 433 Betten, zwölf Fachabteilungen sowie zehn interdisziplinären Zentren und mehr als 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2020 bei rund 87 Millionen Euro.

Kaufpreis: ein Euro

Nach einem im Frühjahr gescheiterten Verkaufsprozess war aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über die DRK-Kliniken gestellt worden.

Der Erwerb steht nach Angaben des Helios-Konzerns noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das Bundeskartellamt und des Beschlusses zur Aufhebung des vorläufigen Insolvenzverfahrens, der zeitnah erwartet wird, so Helios weiter. Der bisherige Insolvenzverwalter Dr. Franz-Ludwig Danko werde die geordnete Übergabe an Helios unterstützen.

Mit einem Abschluss der Übernahme werde noch in diesem Jahr – im Laufe des vierten Quartals – gerechnet. Der Kaufpreis beträgt einen Euro und umfasst darüber hinaus die Übernahme der Verbindlichkeiten nebst der Liquiditätssicherung für den laufenden Betrieb der beiden Klinikstandorte sowie erforderliche Investitionen.

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