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Paderborner soll Bezahlung für Afrika-Lieferung unterschlagen haben – Freispruch aus Mangel an Beweisen

Hemdsärmelige Deals mit Altkleidern

Paderborn

Der internationale Handel mit Altkleidern scheint ordentliche Gewinnmargen zu versprechen. Ein junger Paderborner soll dabei 100.000 Euro gleich komplett in die eigene Tasche gewirtschaftet haben – und landete vor Gericht.

Von Ulrich Pfaff

Symbolbild. Foto: dpa

Es ist ein Blick in eine befremdliche Welt, den der Prozess gegen den 25-Jährigen vor dem Schöffengericht bot. Schiffscontainer in Überseehäfen, Bargeld in zugeklebten Kuverts, Geldübergaben in Paris und Geschäfte auf Treu und Glauben zwischen den Kontinenten. Eine solche Firma, die Altkleider ins Ausland verkauft, betreibt ein 73-Jähriger aus Dortmund, bei dem der Paderborner bis vor einiger Zeit beschäftigt war: Der 25-Jährige profitierte von seinen guten Kontakten nach Nordafrika, arbeitete sich in dem Unternehmen hoch und sollte für seine erfolgreiche Pflege der Kunden Vergünstigungen bekommen – die ihm der Chef dann doch verwehrt habe, wie der Paderborner vor Gericht sagte. Anfang Januar reiste der 25-Jährige nach Paris zu einem afrikanischen Kunden, der Waren nach Togo verschiffen wollte – was den Paderborner schließlich auf die Anklagebank bringen sollte, denn er kam ohne das avisierte Kuvert mit 100.000 Euro in bar zurück nach Dortmund. Sein Chef warf ihn raus und stellte Strafanzeige: Sein Mitarbeiter habe die Bezahlung für einen Übersee-Container voller Altkleider unterschlagen.

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